Adelsfreiheit

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Die Adelsfreiheit bezeichnet

  1. „das Vorrecht einer Person, das auf der Zugehörigkeit zum Adel beruht“[1];
    dem Adel zustehendes Vorrecht, die dem Adel zustehenden Vorrechte in ihrer Gesamtheit[2].
  2. die solches Vorrecht verbriefende Urkunde[2]

Der Ausdruck Adelsfreiheit ist also im Zusammenhang mit Privilegien gebräuchlich, die mit der Befreiung aus den Pflichten (Gerichtsbarkeit, Staatsdienst und so weiter) der „gemeinen Personen“ als auch der Sachen (Gut, Hof) verbunden sind. Nach Puschnig ist die Adelsfreiheit (= „adelige Befreiung“) einerseits von der Nobilitierung (= „Adelung, Nobilitation, Standeserhebung“) andererseits zu unterscheiden.[3] Da es lokale Unterschiede im Gebrauch des Ausdrucks zu geben scheint, ist im Einzelfall zu erforschen, worin die Unterschiede bestehen.

Das Adjektiv „adelfrei“ (mhd.: „adelvrî“, also: „adelig frei“) steht für „dem Herrenstande angehörig“, wobei das Deutsche Rechtswörterbuch offen läßt, ob damit „nur «frei geboren»“[2] gemeint ist.

Einzelnachweise

  1. Goebel, Ulrich; Lobenstein-Reichmann, Anja; Reichmann, Oskar: Frühneuhochdeutsches Wörterbuch. Band 1: Einführung, a - äpfelkern. Verlag: Walter de Gruyter. 1989. S. 628.
  2. 2,0 2,1 2,2 Deutsches Rechtswörterbuch (DRW): Wörterbuch der älteren deutschen Rechtsprache / hrsg. von der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften. - Weimar : Böhlau. Erschienen: 1 (1914/32) ff.
  3. Puschnig, Reiner: Gnaden und Recht. Gnaden und Rechte. Das Steirische Siegelbuch, ein Privilegienprotokoll der innerösterreichischen Regierung 1592 bis 1619. Graz 1984, 190 Seiten.