Alfred F. Wolfert

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Wappenschild von Alfred F. Wolfert

Alfred F. Wolfert (vollständiger Name: Alfred Paul Walter [Friedel] Wolfert; * 12.10.1916 in Berlin; †­1999) war ein deutscher Rektor und Heraldiker.

Leben

Wolfert, Sohn des Kaufmanns Julius Erich Caesar Wolfert (1874-1921) und der Marie Katoll (1878-1958), war Lehrer in Berlin. Von 1949 bis 1952 arbeitete er bei dem Heraldiker Ottfried Neubecker als dessen Assistent. Nach dieser Zeit widmete er sich der „heraldische(n) Forschung und Beratung für Museen und Archive in Berlin und Aschaffenburg.“[1] Von 1940 bis 1957 war Wolfert mit der Margareta Kalefeld verheiratet; in zweiter Ehe war er ab 1957 mit Waltraud Lässig vermählt; (fünf Töchter).[1]

Familienwappen

Blasonierung:
„In Schwarz ein gestürztes goldenes halbmondförmiges Wolfseisen, der Ring sturzsparrenförmig besteckt mit zwei goldenen Lilien. Auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken und Wulst das goldene Wolfseisen, besteckt mit fünf schwarzen Hahnenfedernbüchen.“[1]

Mitgliedschaft

Wolfert war als Mitglied in mehreren heraldischen Vereinigungen und Institutionen engagiert:

Werk

Sein heraldisches Hauptwerk ist das sogenannte Aschaffenburger Wappenbuch, das 1983 veröffentlicht wurde. Außerdem verfasste er zum Beispiel im „Aschaffenburger Jahrbuch“ und in der Zeitschrift „Der Odenwald“W-Logo.png mehrere Aufsätze und Abhandlungen speziell zum Wappenwesen im Bereich Aschaffenburg, Mainfranken, Odenwald und Spessart, darunter „Wappengruppen mit Steinbockshorn und mit Turm sowie über das Wolfseisen als Wappenbild“.[1] Nachstehend eine Auswahl seiner Arbeiten:

  • Das Wappen der Raitz von Frenz zu Kendenich auf einem Porträt der Lipperheideschen Kostümbibliothek zu Berlin und auf einem zerstörten Epitaph in Aschaffenburg. In: Der Herold. Ser. NF, Band 4. 1959-1962. S. 108-109
  • Aschaffenburger Wappenbuch. Zeichnungen von Joachim Roebel. Aschaffenburg. 1983
  • Die Familien von Offenbach und ihr Wappen. In: Mitteilungen aus dem Stadt- und Stiftsarchiv Aschaffenburg. Band 1. 1983-1986. S. 175-177
  • Das Wolfseisen als Wappenbild. In: Archivum heraldicum. Band 98. 1984. S. 11-18
  • Das Quedlinburger Wappenkästchen von 1209: die älteste farbige Wappensammlung in Deutschland. In: Sources de l'héraldique en Europe occidentale. 1985. S. 230-234
  • Befestigung von Helmzierden und bewegliche Helmzierden. Mittelalterliche Beispiele aus Odenwald und Spessart.
    • In: Der Herold Ser. NF. Band 13. 1990/92. S. 210
    • In: Le cimier mythologique, rituel, parenté des origines au XVIe siècle S. 341-348
  • Die Wappen im Kurfürstensaal des mainzischen Amtshofes in Heppenheim. In: Geschichtsblätter für den Kreis Bergstraße vol. 26. 1993. S. 123-126
  • Das Wappen von Rai-Breitenbach. In: 1200 Jahre Rai-Breitenbach 798-1998. 1997 S. 22
  • Unbekannte Bürgerwappen aus dem Stadt und Stiftsarchiv Aschaffenburg (13.-17. Jahrhundert). Ein Beitrag zur Sozialstruktur mittelalterlicher Städte. In: Les Armoiries non nobles en Europe XIIIe - XVIIIe siècles. S. 159-165

Aschaffenburger Jahrbuch

  • Die Ahnenwappen des Mainzer Erzbischofs Dietrich Schenk von Erbach (gest. 1459) auf seinem Epitaph in der Aschaffenburger Stiftskirche. In: Aschaffenburger Jahrbuch. Band 5. 1972. S. 303-314
  • Heraldische Spuren der Verwandtschaft des Kardinals Albrecht von Brandenburg in Aschaffenburg. In: Aschaffenburger Jahrbuch. Band 6. 1979. S. 127-136
  • Der Stammbaum der Äbte von Seligenstadt und ihre Wappen. In: Aschaffenburger Jahrbuch. Band 9. 1985. S. 123-141
  • Ergänzungen zum Aschaffenburger Wappenbuch. In: Aschaffenburger Jahrbuch. Band 15. 1992. S. 81-186

Der Odenwald

  • Die Ahnenwappen des Grafen Johann Casimir von Erbach (1584-1627) auf Burg Breuberg im Odenwald. In: Der Odenwald. Band 8. S. 1961. S. 74-86
  • Die Wappengruppe mit dem Steinbockshorn. In: Der Odenwald. Band 23. 1976. S. 3-14
  • Die Wappengruppe mit dem Turm. In: Der Odenwald. Band 24. 1977. S. 3-12
  • Die burgundischen Ahnen der Grafen von Erbach im 15./16. Jahrhundert. In: Der Odenwald. Band 26. 1979. S. 75-90
  • Das Wolfseisen - Wappenbild der Herren von Frankenstein. In: Der Odenwald. Band 29. 1982. S. 15-21
  • Von Otzberg - Überblick über Adelsfamilien, die sich nach der Burg Otzberg am Nordrand des Odenwaldes nennen. In: Der Odenwald Band 37. 1990. S. 3-9
  • Anmerkungen und Ergänzungen zu W. Bechers „Versuch einer genealogischen Übersicht der Familien, die im Odenwald unter dem Namen »Stumpf« urkundlich nachgewiesen sind“. In: Der Odenwald. Band 37. 1990. S. 110-112

Beiträge zur Erforschung des Odenwaldes ...

  • Die Wappen der edelfreien Familien des Odenwald-Spessart- Raumes in der Stauferzeit. In: Beiträge zur Erforschung des Odenwaldes und seiner Randlandschaften. Band 1. 1972. S. 77-169
  • Wappengruppen des Adels im Odenwald-Spessart-Raum. In: Beiträge zur Erforschung des Odenwaldes und seiner Randlandschaften. Band 2. 1977. S. 325-406
  • Die Abstammung der Grafen zu Erbach von Karl dem Großen. In: Beiträge zur Erforschung des Odenwaldes und seiner Randlandschaften. Band 3. 1980. S. 53-78
  • Die Wappen im Lehenbuch des Kurfürsten Friedrich I. von der Pfalz - 1471. In: Beiträge zur Erforschung des Odenwaldes und seiner Randlandschaften. Band 4. 1986. S. 279-344 (archive.org im Textarchiv – Internet Archive ohne die geschützten Seiten 279-281, 296)

Literatur

  • Geschichts- und Kunstverein Aschaffenburg: Aschaffenburger Jahrbuch für Geschichte, Landeskunde und Kunst des Untermaingebietes. Band 2. Pattloch Verlag, 2001. S. 161
  • Wolfert, Alfred F.; Bahl, Peter [Ed.]: Bibliographie Alfred F. Wolfert. In: Der Herold Ser. NF. Band 15 (1996/2000) S. 183-185

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Jürgen Arndt (Bearbeiter) unter Mitwirkung von Horst Hilgenberg und Marga Wehner: Biographisches Lexikon der Heraldiker sowie der Sphragistiker, Vexillologen und Insignologen. Hrsg.: Herold, Verein für Heraldik Genealogie und verwandte Wissenschaften (= J. Siebmachers Großes Wappenbuch. H). Bauer & Raspe, Neustadt an der Aisch 1992, ISBN 3-87947-109-6, S. 599 (664 S.).