Georg Andreas Böckler

Aus Heraldik-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Georg Andreas Böckler, 1681
Leseprobe
Architectura curiosa nova, 1701

Georg Andreas Böckler (* um 1617 in Cronheim/ MittelfrankenW-Logo.png, nach Seyler in Straßburg[1]; † 21. Februarjul./ 3. März 1687greg. in AnsbachW-Logo.png) war ein deutscher Architekt und Ingenieur, Erfinder, Autor und Heraldiker.

Leben

Über Böcklers Person ist nur wenig bekannt. Sein Vater war evangelischer Pfarrer in Cronheim, sein Bruder Johann HeinrichW-Logo.png Professor in Straßburg. 1756 war er Baumeister am Hofe Eberhards III.W-Logo.png als Nachfolger von Heinrich Kretzmeier.[2] Er sollte vor allem die im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Festungen wieder instand setzen. 1673 fertigte er die Pläne für das Schloss MühlburgW-Logo.png, das schon 1689 durch französische Truppen wieder zerstört wurde. Ab 1679 war er zudem Baumeister der Markgrafen von Brandenburg-AnsbachW-Logo.png.

Werk

Beispiel zur Berechnung einer Turmhöhe, aus Arithmetica nova militaris von 1661

Von den Bauten Böcklers ist nichts erhalten. Seine Bedeutung für die Nachwelt liegt in den zahlreichen Büchern, die er hinterlassen hat. Die Letzte seiner zahlreichen Veröffentlichungen zu den unterschiedlichsten Themen, eine kommentierte deutschsprachige Ausgabe der ersten beiden "libri" des Andrea PalladioW-Logo.png, erschien 11 Jahre nach seinem Tod im Jahr 1698.

Mit diesem Werk wollte er an das Wissen vor dem KriegW-Logo.png anknüpfen, in der Kenntnis, dass in dieser Zeit nicht nur viele Menschen und Bauten vernichtet worden war, sondern auch viel Fachwissen verloren ging.
  • Kunstbüchlein handelt von der Radier- und Etzkunst. 1652 Digitalisat
  • Handbüchlein über die Fortification u. Vestungsbaukunst. 1659
  • Arithmetica nova militaris. 1661.
Ein Mathematikbuch für Militärs.
Das Buch über er die mechanischen Künste wurde in zahlreichen Auflagen gedruckt: 1661, 1662, 1673, 1703 etc.
  • Architectura curiosa d. i. … Bau- und Wasserkunst. Nürnberg 1664 Digitalisat, hierzu folgte noch 1704 eine zweite Auflage:
  • ...Darinnen nach dem Leben abgezeichnet und abgebildet zu ersehen seynd 36. schöner Grotten, Palacien, Lusthäuser und Lustgärten. Digitalisat
  • Schola militaris moderna. 1665 Digitalisat
  • Furnologia, oder, Haushältliche Oefen-Kunst. 1666, Digitalisat
  • Geometriae practicae novae libri. 1667, Digitalisat
  • Nützliche Hauß- und Feldschule. 1678 Digitalisat,
Ein Handbuch für Ökonomen, ein ungewöhnlich umfassendes Werk, das sich nicht nur mit der Anlage eines MeierhofesW-Logo.png beschäftigt, sondern auch die Kochkunst und das Herstellen von Arzneimitteln abhandelt.
  • Neues Und zuvor nie also eingerichtetes vollkommenes Seulen-Buch. 1684, Digitalisat
(Aus der Literatur ist unklar ob es eine Neuauflage von Schola militaris moderna ist oder eine echte Bearbeitung mit neuen Inhalten)
Ein Handbuch für den Kriegsmann. Das Buch handelt von den Kriegsämtern, Proviant, Sold, Munition, Armatur, Artillerie, Exerzieren, Kriegsrecht, Kommando, Taktik, Lager- und Festungsbau, Friedensschluss, Allianzen usw.
  • Zusammen mit Andrea Palladio: Die Baumeisterin Pallas: oder, Der in Teutschland erstandene Palladius. 1698

Heraldisches Wirken

Um Böcklers Tod herum erscheint sein Buch zur Adels-/Heroldskunst (1687 gedruckt, wobei auch Exemplare mit der Jahreszahl 1688 existieren). Als Quellen für sein Werk nennt er Georg Philipp Harsdörffer und Marcus Vulson de la Colombière.[1] Er erzählt, dass er

„(..) von Jugend auf durch Inclination und Trieb meiner Natur, zu unterschiedlichen nützlichen Künsten ein sonderliches Belieben, absonderlich aber zu der Wappen-Aufreissung dieselben mit Farben zu mahlen und zu illuminieren, getragen und mich geflissen (..)“

Georg Andreas Böckler: (zitiert nach Gustav Adelbert Seyler, 1857)[1]
  • Ars heraldica. 1687/1688. Digitalisat. Das ift: Die ist: Die Hoch-Edle Teutsche Adels-Kunst, darinnen begriffen.
    • I. Vom Stammen und Herkommen des Teutschen Adels und dessen Namen.
    • II. Vom Unterscheid des Adels, und dessen Vortrefflichkeit.
    • III. Von Ertheilung des Adels.
    • IV. Von Wappen Ursprung und Erfindung, auch dem Unterscheid.
    • V. Von den Herolden Namen und Amt.
    • VI. Von der Wappen Farben, Bildern, und anderen Zeichen und Figuren, samt derselben Bedeutungen in der Heroldt-Kunst
Durch Georg Andreas Böckler Arch. et Ing. Nürnberg. In Verlegung Johann Ziegers, Gedruckt bey Johann Michael Spörlin 1687.

Literatur

Neue Ergotzliche Sinn-und Kunstreiche auch nutzliche Bau-und Wasser-Kunst vorstellend (1701)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Seyler, Gustav Adelbert: Geschichte der Heraldik. Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft. In: J. Siebmachers großes Wappenbuch. Band A. Repgrografischer Nachdruck der Ausgabe Nürnberg 1885-1889 (1890). Neustadt an der Aisch. 1970. S. 605 ff.
  2. Horst Ossenberg, Was bleibt, das schaffen die Baumeister:das württembergische Hof- und Staats-Bauwesen vom 15. bis 20. Jahrhundert, S. 40-41

Weblinks

 Commons: Georg Andreas Böckler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Muster-Wappenschild-Info.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Georg_Andreas_Böckler“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 18. Januar 2018 (Permanentlink: [2]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.