Jürgen Abeler

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Jürgen Abeler (* 24. November 1933 in Wuppertal; † 24. Juli 2010 ebenda) als Sohn des Georg AbelerW-Logo.png in Wuppertal war KunstsammlerW-Logo.png, UhrmachermeisterW-Logo.png, GoldschmiedW-Logo.png, GemmologeW-Logo.png und Verfasser von Beiträgen über Kronen und Insignien.

Leben

Die Kaiserkrone Napoleons III. Nachbildung aus der Kronen- und Insigniensammlung Abeler, Wuppertal.

Jürgen Abeler entstammte einer Uhrmacher- und Goldschmiedefamilie, aus der in sechs Generationen bisher 26 Uhrmacher und Goldschmiede hervorgegangen sind. Sein Vater war Georg AbelerW-Logo.png (1906-1981), seiner Mutter Mathilde Brauburger. Jürgen Abeler unterhielt zusammen mit seiner Frau Gudrun und seinem Sohn und Nachfolger Henrick Abeler in Wuppertal ein traditionsreiches, seit 1840 bestehendes Juwelier- und Uhrenfachgeschäft mit einem der bedeutendsten privaten Museen, dem Wuppertaler UhrenmuseumW-Logo.png, mit ca. 1000 Exponaten sowie weiteren Sammlungen von Kronen und Insignien (160 Objekte), Ringen (600 Objekte), SpeisekartenW-Logo.png (ca. 25.000 Objekte) und WeinetikettenW-Logo.png (ca. 30.000 Objekte). Zusammen bestanden diese Sammlungen aus über 40.000 Exponaten.[1] Das Uhrenmuseum wurde 2016 geschlossen und der größte Teil der Uhrensammlung anschließend versteigert.[2]

Nach Jürgen Abelers Tod übernahm sein Sohn die Firma, 2017 wurde das Geschäft geschlossen und das Unternehmen aufgelöst. Laut Mitteilung der Familie war einerseits die veränderte Situation im Uhren- und Juwelengewerbe ein Grund, andererseits fehlte eine mögliche Nachfolge innerhalb der Familie[3]. Etwa ein Jahr später eröffnete die Familie jedoch an anderer Stelle ein kleineres Juweliergeschäft, das sich auf hochpreisige Uhren und Schmuckwaren beschränkt, aber die Familientradition weiterführen möchte[4].

Jürgen Abeler war neben seiner beruflichen Tätigkeit Mitglied im Polizeibeirat und arbeitete im Presse- und Werbeausschuss der Stadt Wuppertal sowie im Kirchenvorstand von St. Marien Elberfeld mit. Er war Mitorganisator des Toleranzordens und FördererW-Logo.png des Wuppertaler Zoologischen GartensW-Logo.png und seit vielen Jahren Mitglied im Komitee gegen Vogelmord. Jürgen Abeler gehörte bereits seit 1986 der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Wuppertal-Solingen-Remscheid an und hatte sich seither in unterschiedlichen Kammergremien engagiert. Daneben war er über viele Jahre hinweg in zahlreichen verschiedenen Organisationen und Verbänden ehrenamtlich tätig. Für seinen beispielhaften Einsatz wurde er im Jahr 1998 mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik DeutschlandW-Logo.png[5] und am 27. Mai 2002 mit dem Ehrenring der Stadt WuppertalW-Logo.png ausgezeichnet, der an Persönlichkeiten verliehen werden kann, die sich um das Wohl der Stadt in besonderer Weise verdient gemacht haben.[6] Er war Träger des päpstlichen Ordens Pro Ecclesia et PontificeW-Logo.png.

Grabstätte Abelers

Jürgen Abeler starb am 24. Juli 2010 nach langer schwerer Krankheit.[7] Er war seit 1959 verheiratet mit Gudrun Abeler (* 1939) und hatte fünf Kinder.

Familienwappen

Die Familie Abeler führt folgendes Wappen:

Blasonierung:
„In Rot ein oben mit einer Krone besetzter goldener Pokal, kreisförmig begleitet von 12 zur Mitte gerichteten, silbernen Silberpappel-Blättern. Auf dem Helm mit rot-goldenen Decken ein roter Hahnenrumpf mit gestürzter goldener Halskrone, einen goldenen Uhrzeiger schrägrechts im Schnabel haltend.“[8]

Werk

Jürgen Abeler war Autor mehrerer Fachbücher. In drei Bänden hat er die verzweigte Familiengeschichte der Uhrmacher-Dynastie Abeler dokumentiert[9] und hat mehrere Fachbücher über Uhren verfasst, darunter auch eine Arbeit über BergischeW-Logo.png StanduhrenW-Logo.png, eine Besonderheit der Region, wofür er 160 Hersteller im Umkreis von Wuppertal ermittelte. Auch die Erfindung der SommerzeitW-Logo.png hat Jürgen Abeler in eigenen Aufsätzen dargelegt. Erwähnenswert sind auch das Ullstein Uhrenbuch[10] und das Standardwerk Meister der Uhrmacherkunst[11], in dem 14.000 Uhrmacher aus dem deutschen Sprachgebiet aufgelistet sind. Im Februar 2010 erschien die überarbeitete Auflage dieses Werkes. Abeler verfasste außerdem die Schriften Vom Siegelring zum Liebesring und In Sachen Peter HenleinW-Logo.png.[12]

Heraldisches Wirken

Abeler verfasste in der Tagespresse zahlreiche Artikel zum Thema Kronen und Herrschaftzeichen und ist Verfasser des Werkes Kronen: Herrschaftszeichen der Welt (sieben Auflagen)[13], indem 90 Objekte (darunter 69 Nachbildungen berühmter Kronen und Insignien) aus aller Welt dokumentiert sind.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Das Wuppertaler Uhrenmuseum (= Kulturgeschichtliche Museen in Deutschland. Bd. 12). Walter de Gruyter, Berlin 1971, ISBN 3-11-002469-1.
  • Kronen. Herrschaftszeichen der Welt. Fotografie: Vok DamsW-Logo.png. Econ, Düsseldorf/Wien 1972, ISBN 3-430-11002-5.
  • Ullstein-Uhrenbuch: eine Kulturgeschichte d. Zeitmessung, mit Zeichnungen von Dieter Messerschmidt. Ullstein, Berlin/Frankfurt am Main/Wien 1975, ISBN 3-550-17462-4.
  • Meister der Uhrmacherkunst. Über 14.000 Uhrmacher aus dem deutschen Sprachgebiet mit Lebens- oder Wirkungsdaten und dem Verzeichnis ihrer, dem Autor bekannten Werke. Wuppertaler Uhrenmuseum, Wuppertal 1977; 2. Auflage 2010, ISBN 978-3-00-030830-7.
  • 5000 Jahre Zeitmessung. Dargestellt an den Uhren des Wuppertaler Uhrenmuseums und der J. u. G. Abeler Wanderausstellung. Wuppertaler Uhrenmuseum, Wuppertal 1968; 2. erweiterte Auflage 1978.
  • In Sachen Peter Henlein. Selbstverlag Jürgen Abeler, Wuppertal 1980.
  • In Sachen Peter Henlein. In: Schmuck & Uhren. Unabhängige Fachzeitschrift für Handel und Industrie der Schmuck-, Uhren- und Silberwarenbranche. 1981, Nr. 1, S. 16–24, Nr. 2, S. 32–46, Nr. 3, S. 20–30, und Nr. 4, S. 31–36.
  • Das Wuppertaler Uhrenmuseum (= Kleine Kunstführer. Nr. 1411). Schnell & Steiner, München/Zürich 1983.
  • Zeit-Zeichen. Die tragbare Uhr von Henlein bis heute. Harenberg Kommunikation, Dortmund 1983, ISBN 3-88379-362-0.

Weblinks

Commons: Jürgen Abeler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Universität Bonn – Abteilung Sprache und Kommunikation (Memento vom 29. Oktober 2013 im Internet Archive) Quelle Nummer 262, Zugriff Mai 2008
  2. http://www.wz.de/lokales/wuppertal/abeler-1000-uhren-in-drei-stunden-versteigert-1.2315528
  3. https://wuppertal-total.de/stadtleben/juwelier-abeler-schliesst-geschaefte
  4. https://www.wz.de/nrw/wuppertal/abeler-zieht-ins-elberfelder-rathaus_aid-24986001
  5. Bergische Wirtschaft 12/2003
  6. Ehrenringe für Jürgen Abeler und Reinhard Grätz (Memento vom 29. Oktober 2007 im Internet Archive) Services 24, Zugriff Mai 2008
  7. Vera Zischke: Jürgen Abeler ist tot; Westdeutsche ZeitungW-Logo.png (online) vom 27. Juli 2010.
  8. Jürgen Arndt (Bearbeiter) unter Mitwirkung von Horst Hilgenberg und Marga Wehner: Biographisches Lexikon der Heraldiker sowie der Sphragistiker, Vexillologen und Insignologen. Hrsg.: Herold, Verein für Heraldik Genealogie und verwandte Wissenschaften (= J. Siebmachers Großes Wappenbuch. H). Bauer & Raspe, Neustadt an der Aisch 1992, ISBN 3-87947-109-6, S. 1 (664 S.).
  9. Jürgen Abeler: Die Ahnen der Uhrmacher- und Goldschmiede-Familie Abeler: Uhren-, Juwelen-, Schmuck-Fachgeschäfte in 9 Städten Westdeutschlands, Wuppertal-Elberfeld, Selbstverlag
  10. Jürgen Abeler: Ullstein-Uhrenbuch: eine Kulturgeschichte d. Zeitmessung, mit Zeichnungen von Dieter Messerschmidt, Berlin, Frankfurt (M.), Wien: Ullstein, 1975, ISBN 3-550-17462-4
  11. Jürgen Abeler: Meister der Uhrmacherkunst: über 14000 Uhrmacher aus dem deutschen Sprachgebiet mit Lebens- oder Wirkungsdaten und das Verzeichnis ihrer Werke. Wuppertaler Uhrenmuseun, 1977
  12. Jürgen Abeler: In Sachen Peter Henlein. Selbstverlag, 1980
  13. Jürgen Abeler: Kronen: Herrschaftszeichen der Welt. Fotografie: Vok Dams. Düsseldorf, Wien: Econ-Verlag, 1972; ISBN 3-430-11002-5
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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Jürgen_Abeler“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 25. Januar 2021 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.