John Guillim

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Handkolorierte Frontansicht des heraldischen Regelwerkes A Display of Heraldrie (1610) von John Guillim

John Guillim (* ca. 1565; † 7. Mai 1621) aus Minsterworth, Gloucestershire, war ein Antiquar und Wappenoffizier (officer of arms) am College of Arms in London. Er ist vor allem für sein monumentales heraldisches Regelwerk „A Display of Heraldry“ bekannt, welches 1610 in London veröffentlicht wurde.

Leben

Die meisten Quellen datieren die Geburt von John Guillim auf das Jahr 1565 in HerefordW-Logo.png.[1] Es ist jedoch möglich, dass er um 1550 geboren wurde.[2] Er war der Sohn von John Guillim aus Westbury-on-SevernW-Logo en.png in GloucestershireW-Logo.png. Dieser Teil Englands liegt nahe an der Grenze zu Wales (Guillims Vorfahren waren wahrscheinlich walisischer Abstammung). Er wurde am Brasenose CollegeW-Logo en.png der Universität Oxford ausgebildet.[1]

Ehe und Kinder

John Guillim aus Minsterworth heiratete Frances Denys. Sie war die zweite Tochter von Anne St John (eine Tochter von Sir John St. JohnW-Logo en.png of Bletsoe) und von Richard DenysW-Logo en.png (1525-1593), der 1547 Abgeordneter des englischen Parlaments für Cold AshtonW-Logo en.png (BathW-Logo en.png) und 1563 für Siston CourtW-Logo en.png (Gloucestershire) war.[3] John Guillim hatte mit seiner Ehefrau Frances fünf Söhne (St John Guillim; Walter Guillim; George Guillim; Thomas Guillim und Richard Guillim) sowie sechs Töchter (Prescilla Guillim; Margaret Guillim; Frances Guillim; Elizabeth Guillim; Anne Guillim und Alice Guillim).[4]

Tod

Guillims Tod wurde am 7. Mai 1621 vermerkt, wahrscheinlich in Minsterworth, obwohl es keine Aufzeichnungen über seinen Bestattungsort gibt.[1]

Armorial Bearings of the GWILLIM family of Wellington, of Trippenkennet, and of Whitchurch, Herefs.png
Guillim-Familienwappen
  • „Argent, a lion rampant ermines collared or“[5]
  • In Silber ein aufrechter, golden behalsbandeter, in Gegenhermelin tingierter Löwe

Heraldisches Wirken

Leseprobe (1611)
Display of Heraldrie, Titelseite der dritten Auflage (1638)

Der erste Beleg für Guillims Beschäftigung mit der Heraldik ist die Erlaubnis des Earl Marshal vom 23. Februar 1604, den Tappert (Wappenrock) des Portsmouth Pursuivant Extraordinary zu tragen. Ab dem Michaelistag 1613 erhielt er ein Gehalt vom College of Arms, obwohl seine offizielle Ernennung zum Rouge Croix Pursuivant of Arms in Ordinary erst 1618 erfolgte.[6]

Das Werk The Display of Heraldry wurde um 1610 veröffentlicht und bereits 1611 nachgedruckt. Nach Guillims Tod erschienen sieben weitere Auflagen (1632; 1638; 1660; 1664; 1666; 1679, die letzte im Jahr 1724) sowie diverse neuere Nachdrucke dieser Auflagen. Einige Quellen gehen davon aus, dass der ursprüngliche Autor des heraldischen Regelwerkes ein Geistlicher namens John BarkhamW-Logo.png war, der es nicht unter seinem eigenen Namen veröffentlichen lassen wollte.[1]; andere kolportieren, dass John Barkham möglicherweise die Bemühungen von Guillims mit Quellen und Sachkenntnis unterstützte.

  • Guillim's Display of Heraldry:
1611Google
1632Google
1638 – Internet Archive (nachkoloriert)
1660 – (Google)
1679 – Internet Archive
1724Google

Kritik

Die frühen Schriften über die englische Heraldik, darunter auch Guillims Werk, werden heute teilweise als wegweisend bezeichnet, teilweise sehr kritisch bewertet. Beispielsweise beanstanden Leslie Gilbert PineW-Logo en.png und Frederick Hogarth die hinfälligen und unwissenschaftlichen Ansichten von Guillem und anderen Wappentheoretikern, die bis in die Gegenwart nachwirken:

„The works of Sir John Ferne, Blazon of Gentrie (1586), Gerard Legh, The Accedens of Armorie (1562), and John Guillim, A Display of Heraldrie (1610), not only perpetuate the nonsensical natural history of olden days but are largely responsible for erroneous beliefs about heraldic charges having definite symbolic meanings and their being granted as rewards for valorous deeds—beliefs that today are perpetuated by the vendors of mail-order and shopping mall »family coats of arms«.“

„Die Werke von Sir John Ferne, Blazon of Gentrie (1586), Gerard Legh, The Accedens of Armorie (1562), und John Guillim, A Display of Heraldrie (1610), halten nicht nur die unsinnige Naturgeschichte alter Zeiten aufrecht, sondern sind auch weitgehend für den Irrglauben verantwortlich, dass heraldische Wappen eine bestimmte symbolische Bedeutung haben und als Belohnung für tapfere Taten verliehen werden - ein Glaube, der heute von den Verkäufern von »Familienwappen« im Versandhandel und in Einkaufszentren aufrechterhalten wird.“

Leslie Gilbert PineW-Logo en.png und Frederick Hogarth[7]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Dictionary of National BiographyW-Logo.png (Vol. 23), ed. Stephen, Leslie, Sir, 1890
  2. Foster, Joseph: Alumni Oxoniensis 1500-1714. 4 Bände. 1891.
  3. DENYS, Richard (1525-93/94), of Cold Ashton, Glos. | History of Parliament Online. Abgerufen am 28. Juni 2022.
  4. The Visitation of the County of Gloucester taken in the Year 1623 by Henry Chitty and John Phillipot as Deputies to William Camden Clarenceux King of Arms. Edited by Sir John Maclean. London, 1885. Seiten 251-252. Guillim, 49-53 Dennis.
  5. Strong, George (1848) The Heraldry of Herefordshire: Being a Collection of the Armorial Bearings of Families Which Have Been Seated in the County at Various Periods Down to the Present Time, London, Churton Press; Burke's General Armory, 1884, S. 433, Abkürzung nur auf "erm"
  6. Godfrey, Walter H.(1963), The College of Arms, a monograph of the London Survey Committee.
  7. Leslie Gilbert PineW-Logo en.png; Frederick Hogarth: The historical development of heraldry. In: www.britannica.com. Abgerufen am 28. Juni 2022.
Muster-Kolbenkreuz.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „John_Guillim“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 28. Juni 2022 (Permanentlink: [1]). Er steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.