Ludwig August Clericus

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Ludwig August Clericus
Datei:Clericus Foto.jpg
(ca. 1870er Jahre)
Geboren(1827-04-28)28. April 1827
Gestorben(1892-03-01)1. März 1892
Sprach-/Kulturgebiet
  • Westpreußisch
  • Sachsen-Preußisch
  • Deutsch
Beruf
Ära/Epoche19. Jahrhundert
Ehepartner/-in(ledig)
Elternteil(e)20px Johann Friedrich Clericus
Datei:Female Icon.svg Johanna Friederice Schütz
alternative Beschreibung
Wappen Clericus (im Stil der Zürcher Wappenrolle; nach Moritz Maria Weittenhiller, 1882)

Ludwig August Clericus (* 28. März 1827 in DanzigW-Logo.png; † 1. März 1892 in MagdeburgW-Logo.png) war ein deutscher Sphragistiker, Genealoge, Illustrator, Heraldiker und Redakteur.

Leben

Clericus besuchte das Königliche GymnasiumW-Logo.png in ElbingW-Logo.png und das Kneiphöfische GymnasiumW-Logo.png in Königsberg i. Pr.W-Logo.png[1] Nach dem Abitur immatrikulierteW-Logo.png er sich an der Albertus-Universität KönigsbergW-Logo.png für Rechtswissenschaft. Im Wintersemester 1847/48 wurde er im Corps MasoviaW-Logo.png aktiv.[2] Ihm widmete er das Liederbuch der AlbertinaW-Logo.png und das Farbenlied

Seht her, wie stolz ich um mich schau,
die Brust geschmückt mit rot-weiß-blau
.

Er brach das Jurastudium ab und wechselte 1850 an die Kunstakademie KönigsbergW-Logo.png. 1855 übersiedelte er nach Berlin. Hier begann er als freier SchriftstellerW-Logo.png und RedakteurW-Logo.png. Ende der 1860er Jahre war Ludwig als IllustratorW-Logo.png für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften tätig. Zu den Zeitschriften zählten der KladderadatschW-Logo.png und die Leipziger Illustrirte ZeitungW-Logo.png. Er begann, sich für Heraldik, Numismatik und die Siegelkunde zu interessieren. Schwerpunkt waren dabei die Städtewappen und ihre Geschichte, und Ausgang seiner Forschungen bildete die umfangreichen Siegelsammlungen. In Berlin hatte er wesentlichen Anteil an der Herausgabe des Herolds und anderer Kunstzeitschriften; das Heroldsamt würdigte aber seine einschlägige Schrift.[3] Um 1880 übersiedelte er nach Magdeburg, wo er das KunstgewerbemuseumW-Logo.png leitete und Sekretär und Verwalter eines Kunstgewerbevereines war. Neue Kunstgewerbevereine in Burg (bei Magdeburg)W-Logo.png, GardelegenW-Logo.png und QuedlinburgW-Logo.png basierten auf seinem Arrangement bei deren Gründung. Bekannt geworden sind Ausstellungen durch seinen Einsatz dieser Kunstgewerbevereine in Halle (Saale)W-Logo.png im Jahr 1881. Es folgten MünchenW-Logo.png (1888) und LondonW-Logo.png (1891). Die Zeitschrift PallasW-Logo.png wurde von Clericus wesentlich beeinflusst.

Familienwappen

Blasonierung:
„Im Hermelin-Schild ein blaues Schildchen, belegt mit drei (2, 1) liegenden goldenen Halbmonden.“[4]

Werke

Clericus veröffentlichte eine Vielzahl von Aufsätzen, die ein breites Themenspektrum abdeckten, von Landschaften bis hin zur Heraldik von Städten und Adelsfamilien. Von 1874 bis 1880 war er Redakteur, Schriftleiter und Bibliothekar des Deutschen Herolds.[4]

„Er gab »Roccoco. Entwürfe für die graphischen Künste« und »Europäische Staatswappen als Vorlagen für Canevas-Stickerei« heraus. Er war Mitarbeiter am Neuen Siebmacher, B(and) Städtewappen. Er verfaßte »Schwarzweiße Bilder. Geschichte Altpreußens in sieben heraldischen Silhouetten« (..) ferner widmete er sich der Kommunalheraldik des Herzogtums Magdeburg.“

Biographisches Lexikon der Heraldiker (1992)[4]

Unter Bezug auf das masurischeW-Logo.png BassenheimW-Logo.png und das Wappen der WaldbottW-Logo.png wollte Clericus Masovias Wappen ändern. Gegen die „Gewöhnung“ an das alte setzte er sich nicht durch.[3]

  • Liederbuch der AlbertinaW-Logo.png, 1850.
  • Berliner Fremden-Bilder. 1860.
  • Wappenbuch der schlesischen Städte. 1870.
  • H. von Saurma-Jeltsch: Wappenbuch der schlesischen Städte und Städtel. 1870 (Illustration)
  • Das Wappen des deutschen Kaisers und der deutschen Reichsfarben. 1871.
  • Schwarzweiße Bilder. Geschichte Altpreußens in sieben heraldischen Silhouetten, 1882
  • Städtewappen, Lieferung 16–19, in: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch I/4, 1885.
  • Roccoco. Entwürfe für die graphische Kunst und das Kunstgewerbe, 1. Lieferung, 1886.
  • Amtlich totgeschwiegen. Eine Geschichte aus der Gegenwart, 1888.
  • Gewerbe und Kunstgewerbe in der Heraldik. Die Entstehung und Bildung der Wappen und des Wappenschildes.

Siehe auch

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes:
Clericus’ Vorschlag für ein neues Masurenwappen

Weblinks

Commons: Ludwig Clericus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

Einzelnachweise

  1. Verzeichnis sämtlicher Mitglieder des Corps Masovia 1823 bis 2005. Potsdam 2006, S. 30.
  2. Kösener Korps-ListenW-Logo.png von 1798 bis 1910, Hrsg. Karl RügemerW-Logo.png, Verlag der Academischen MonatshefteW-Logo.png, Druck und Verlagsanstalt Carl Gerber GmbH München, Starnberg 1910, 141/470.
  3. 3,0 3,1 Archiv Corps Masovia
  4. 4,0 4,1 4,2 Jürgen Arndt (Bearbeiter) unter Mitwirkung von Horst Hilgenberg und Marga Wehner: Biographisches Lexikon der Heraldiker sowie der Sphragistiker, Vexillologen und Insignologen. Hrsg.: Herold, Verein für Heraldik Genealogie und verwandte Wissenschaften (= J. Siebmachers Großes Wappenbuch. H). Bauer & Raspe, Neustadt an der Aisch 1992, ISBN 3-87947-109-6, S. 87 (664 S.).
Muster-Wappenschild-Info.png

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