Mühleisen (Heraldik)

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Mühleisen im Wappen von Sir William Saunsum
Mühleisen im Wappen derer von Schade
Mühleisen, durch das Loch eines Mühlsteins („Auge“) gesehen.

Das Mühleisen (auch Müleisen, Müliysen, Můlysen, Mulysin, Mihleise[n], Mohlhisen, Nabe, Mühlsteinnabe, Spindel, Spille oder ähnlich genannt; französisch meule de moulin, nylle oder anille à l' antique für das x-förmige Mühleisen; englisch mill-stone, moline, milrind oder milrine; niederländisch molenyzers; italienischW-Logo.png di molino; lateinisch subscus ferrea oder ferrum molendinare) ist in der Heraldik eine gemeine Figur, die in einer Vielzahl von Formen dargestellt wird .

Darstellung

Die gemeine Figur „Mühleisen“ tritt in der Heraldik in vielen Gestalten auf. Diese reichen von Darstellungen, die vergleichsweise nahe am realen Vorbild sind, über Abstraktionen bis hin zu Veränderungen bekannter Heroldsbilder und anderer gemeiner Figuren. Teilweise flossen regionale Unterschiede bei der Gestaltung der Mühleisen für Wappen ein (z. B. bei Abbildungen niederländischer oder deutscher Wappen).

Einfache Darstellungen des Mühleisen sind als ein gerades Flacheisen oder als eine eckige Platte mit einem (viereckigen) Loch ausgeführt; komplexere Darstellungen haben die Form eines Kreuzes oder eines Sterns.

Grundsätzlich sollte ein Mühleisen in der Mitte eine viereckige Durchbohrung besitzen (keine runde). Es sollte immer mit „Armen“ bzw. „Enden“ gezeichnet werden, die im realen Vorbild gegebenenfalls in die Steinfläche greifen und die Antriebskraft an den „Läufermühlstein“ weitergeben, damit er sich dreht. Für die Anzahl und die Form der Arme gibt es keine zwingenden heraldische Vorgaben (meist sind es zwei Arme oder vier).

„Es wäre zu empfehlen, zwecks Wappeneindeutigkeit im Blason grundsätzlich die Ausdrücke „vierarmiges Mühleisen“ oder „zweiarmiges Mühleisen“ differenzierend zu verwenden (..)“

Bernhard Peter (2010)[1]

Das Mühleisen wird teilweise zusammen mit einem Mühlstein in einem Wappen dargestellt, es sollte aber nicht mit diesem verwechselt werden.

Siebmacher

„Das Mühleisen (Tafel XXX. Figur 72-74., 75-82.) erscheint in je nach dem Lande sehr abweichenden Formen, von welchen, um genau zu sein, gemeldet werden muss, wie sie aussehen.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[2]
 
 
 


Galerie

Abgrenzung

Durch gewollte Stilisierung sind die heraldischen Darstellungen eines Mühleisen oft technisch unpräzise. Verwechlungen mit anderen Bauteilen im MahlgangW-Logo.png einer Mühle oder mit Maueranker, Tischfuß/Tischwange, Wolfseisen und andere gemeinen Figuren sind nicht selten.

Wappenbilderordnung

Das Mühleisen wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) im Abschnitt Handwerksgeräte unter der Nr. 9433 aufgenommen.

Siehe auch

HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Mühle (Heraldik)

Weblinks

Show-handle-HW.png Bernhard Peter: Besondere Motive: Das Mühleisen und abgeleitete Formen

Einzelnachweise

  1. Show-handle-HW.png Bernhard Peter: Besondere Motive: Das Mühleisen und abgeleitete Formen. Internet: www.welt-der-wappen.de. Erstellt: 2010. Abgerufen am 19. Dezember 2017.
  2. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie ( M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.