Sense (Heraldik)

Aus Heraldik-Wiki
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Sense
 
faktisch
(traditionelle SenseW-Logo.png)
 
in der Heraldik
(schräglinks gestelltes silbernes Sensenblatt; OberdingW-Logo.png)
Sensenblatt
 
faktisch
(Werdegang einer Sense; Wandtafel im Museum der Stadt SteyrW-Logo.png)
 
in der Heraldik
(schräglinks gestelltes silbernes Sensenblatt; OberdingW-Logo.png)

Sense (althochdeutsch segensa ‚die Schneidende‘; französisch faux; englisch scythe) und Sensenklinge (auch Senseneisen, Sensenblatt genannt; englisch scythe blade) sind im Wappenwesen (Heraldik) gebräuchliche gemeine Figuren.

Darstellungen

Die Sense kann grundsätzlich in jeder heraldischen Farbe tingiert werden, ihr Stiel wird vorzugweise in Gold gefärbt. Zwei Darstellungsformen der Sense sind gebräuchlich:

  • (gemeine) Sense, das ist eine komplette Sense
  • Sensenklinge (auch Sensenblatt, Senseneisen oder ähnlich genannt)

Sense (komplett)

Einerseits wird im Wappen oft eine komplette Sense mit Stil dargestellt. In diesem Fall wird die Sense oft mit anderen landwirtschaftlichen Geräten wie Rechen oder Heugabel gekreuzt. Gelegentlich wird eine Garbe unter die gekreuzten Arbeitsgeräte gestellt.

Sensen (..) (Tafel XXX. Figur 44-[46.]) kommen in Wappen vielfach vor; (..) Wenn, wie gewöhnlich, der Stiel anders wie das Eisen gefärbt ist, so ist dies zu melden; (also zum Beispiel: „-gestielt“)“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Sensenklinge

Wappen der ehemalige Gemeinde Lü, Schweiz

Andererseits wird im Wappen oft nur das Sensenklinge (Sensenblatt, Senseneisen) dargestellt. Häufig sind in diesem Fall bis zu drei Schneidklingen pfahlweise gestellt, wobei diese meist alle dieselbe heraldische Farbe besitzen. Bei der Beschreibung ist die Lage und Richtung der Klingen zu melden.

„(..) Senseneisen (Tafel XXX. Figur [47.]-49.) kommen in Wappen vielfach vor; von den Pflugeisen sind Senseneisen durch den Ansatz am unteren Eisenende, wodurch sie im Stiel befestigt sind, leicht zu unterscheiden. (..) Die Rose mit den drei Senseneisen im Dreipass (Figur 49.) ist das polnische Stammwappen Rola).“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Sense als Nebenfigur

Manchmal ist die Sense eine Nebenfigur oder ein Attribut einer anderen gemeinen Figur (beispielsweise eines Bauern, der eine Sense schultert oder bei Sensenmann-Darstellungen o. ä.).

Wappenbilderordnung

Die gemeine Figur Sense wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) im Abschnitt Landwirtschaftliches Gerät, Jagd- und Fischgerät unter der Nr. 9511 aufgenommen.

Symbolik

Epitaph: Wappen und Sensenmann

Außerhalb der Heraldik versinnbildlicht die Sense einerseits Landwirtschaft, andererseits gilt sie als Symbol für den Tod („Sensenmann“) oder die Zeit:

Sense, wie die Sichel Symbol der alles zerstörenden Zeit (Chronos) und des Todes; seit der Renaissance besonderes Attribut der als Gerippe (Sensenmann, Skelett) dargestellten Personifikationen von Zeit und Tod.“

Udo Becker (2001)[2]

Verbreitung

Die gemeine Figur Sense ist in vielen Kommunalwappen anzutreffen.

Siehe auch

Weblinks

Commons: Sense in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: Sensenblätter in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (Maximilian Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889. S. 143. Tafel 30.
  2. Udo Becker: Lexikon der Symbole. Komet MA-Service und Verlagsgesellschaft mbH, Frechen 2001, ISBN 3-89836-206-X, S. 270.