Wagenkipf (Heraldik)

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In Rot ein goldener Wagenkipf (Wappen von Kipfenberg)[1]
Wagenkipf

Wagenkipf oder Wageneppel (auch Wagenspreet oder nur Kipf bzw. Eppel u. a.; frz.: barre de gouvernail; engl.: carriage support) ist in der Heraldik eine gemeine Figur, die sowohl in Familienwappen als auch in der kommunalen Heraldik nur selten geführt wird.

Darstellung

Für den Waggenkipf existieren in der Heraldik unterschiedliche grafische Formen. Zumeist erscheint das Motiv als waagrechtes Holz, durch dessen Mitte abwärts ein grosser breitkopfiger Nagel oder ein Rundholz geht und an dessen Enden zwei senkrechte Holzfortsätze oder Holzstützen sitzen. Einerseits mutet das Motiv wie eine Gabel mit zwei nach außen gezogenen Zinken an, andererseits wirkt es wie ein starkes Halteholz, an dessen Enden nach oben zeigend zwei RungenW-Logo.png bzw. senkrechte Stützen eingesteckt sind (wobei die Stützen in manchen Darstellungen durch das waagrechte Holz hindurch gehen, in anderen nicht).

Abgrenzung

Wie viele Wagenbauteile (insbesondere bei den bäuerlichen Leiter- und Ackerwagen) haben die unterschiedlichen Bauformen in den diversen Dialekten und Mundarten verschiedene Namen, die sich in ihrer Anwendung überschneiden. In neuerer Zeit werden diese von genormten Handelsnamen überlagert. Sprachlich zeigen die Bedeutungen der realen Bauteile (Wagenkipf, Wageneppel, Wagenspreet und so weiter) starke Schwankungen. Das Grimmsche Wörterbuch und andere Quellen kennen darüber hinaus die Gleichsetzung von Wagenkipf und Wagenrunge.

wagenkipfe, f. österreichischer ausdruck für wagenrunge ...“

Jacob Grimm und Wilhelm Grimm[2]

Auch in der heraldischen Terminologie überschneiden sich diese und weitere Bedeutungen. Beispielsweise wird dort teilweise ein Wagenkipf mit einem Wagenspri(e)t verwechselt. In der Wappendarstellung und in Wappenbilderordnungen versucht man, die Wagenbauteile optisch voneinander abzugrenzen, was teilweise zu Widersprüchen mit vorhandenen Blasonierungen führt.

Siebmacher

Wagenkipf (Tafel XXIX, Figur 92), (auch Wagen-Eppel) und in etwas anderer Form auch Figur 93 ist dasjenige Stück des Wagen-Oberbaues, welches auf der Vorderachse sitzt und die Drehung der Deichsel ermöglicht.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[3]

Galerie

Wappenbilderordnung

Einzelnachweise

  1. „Wappengeschichte: Der Wagenkipf, die so genannte Runge, ergibt ein für Kipfenberg redendes Bild. Das Wappen geht zurück auf die Familie Kropf, die den Wagenkipf im Schild führten. Die Kropf werden mit ihrem Stammsitz in Emetzheim bei Weißenburg 1187 erstmals genannt. Sie gehörten zu den Hirschberger Ministerialen und saßen im 13. Jahrhundert auf der Burg über Kipfenberg. Eine Linie der Kropf nannte sich seit 1277 nach Kipfenberg und führte den für den Namen redenden "Kipf" im Wappen. Konrad Kropf verkaufte Kipfenberg 1301 an das Hochstift Eichstätt; der Ort wurde Mittelpunkt eines Amtes. Das Wappen der Kropf wurde um 1400 als Marktsiegel übernommen (Abdrucke seit 1415) und blieb bis heute unverändert.“
    Quelle: Internetseite Bayers Gemeinden Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Aufgerufen am 04.01.2011.
  2. Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. Bd. 27. Sp. 456 bis 458.
  3. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie ( M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.
  4. Blason: „In Rot ein silberner Wagenkipf, darüber eine goldene Mitra.“ Bedeutung: Die goldene Mitra lehnt sich an das im 8. Jahrhundert existierende Staffelseebistum an, der Wagenkipf erinnert an das Wappen der Familie derer von Tabertshofer, deren Stammsitz einem zur Gemeinde Uffing gehörenden Weiler vermutet wird.
  5. Blason: „Über grünem Dreiberg in Rot ein goldener Sparren, dem ein silberner Wagenkipf aufgelegt ist.“ Bedeutung: Das Wappen lehnt sich an das Wappen der Familie Tabershofer (Dreiberg und Wagenkipf) an. Die Tabershofer sind von 1470 bis 1640 als Besitzer von Untereglfing belegt. Der Sparren erinnert an das Wappen der Familie Abenberger aus Obereglfing.
  6. Wappenbeschreibung: „In Schwarz über goldenem Dreiberg ein goldener Wagenkipf, zwischen dessen Rungen ein goldener Ring.“