Breuberg (Adelsgeschlecht)

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(Reiz von) Breuberg war ein im Odenwald und der Wetterau begütertes Adelsgeschlecht, das von den Herren (Reiz) von Lützelbach aus Höchst im Odenwald abstammte und im Jahre 1323 ausstarb.

Burg Breuberg, Kupferstich nach dem Original von Merian


Geschichte

Grabplatte des Gerlach von Breuberg (ca. 1245–1306)

Um das Jahr 1050 löste sich die Zent Höchst im Odenwald von der Mark Umstadt, welche bereits ca. 755 von der Reichsabtei Fulda errichtet worden war, und die Fuldaer Äbte setzten dort die edelfreien Herren Reiz von Lützelbach als Vögte ein. Conradus, Reis de Lucelenbach, war der Vater des ersten Breubergers Conrad I. Reiz und wird urkundlich 1118 (v.F. Gudenus, Cod. dipl. Moguntinus I, 1743, 294) das erste Mal erwähnt.

Conrad I. und seine Nachkommen erbauten um 1180 die gleichnamige Burg Breuberg und benannten sich fortan nach ihr. Durch die Heirat seines Sohnes Eberhard I. Reiz von Breuberg mit Mechtild (Elisabeth?), einer der fünf Erbtöchter des Landvogts Gerlach II. von Büdingen, im Jahre 1239 verlagerten sich Macht, Besitz und Interessen auch in die Wetterau, wo die Breuberger Konrad II. (Erbauer der Burg Frankenstein), Arrois, Gerlach und Eberhard III. nacheinander das Amt des Landvogtes der Wetterau inne hatten. Sie fanden im Kloster Konradsdorf bei Ortenberg ihre letzte Ruhestädte.

Unter Gerlach (1245–1306) und dessen Sohn Eberhard III. erreichte das Geschlecht seine Blütezeit, mit der größten territorialen Ausdehnung, Macht und Besitz. Unter König Rudolf von Habsburg konnte der Besitz der Breuberger, zusätzlich zum ursprünglichen Büdinger Besitz, 1282 um das Gericht Selbold und die Münze Gelnhausen, und 1297 um die Reichsstadt Mosbach am Neckar, die Münze Schwäbisch Hall sowie Köppern, Bergen und Oberrad als Reichslehen erweitert werden. Höhepunkt dieser Machterweiterung war 1282 der Erwerb der Frankfurter Burg Saalhof als Reichslehen (Pfandlehen) von König Rudolf I. Kaiser Ludwig der Bayer bestätigte Eberhard III. von Breuberg im Jahre 1317 die Belehnung mit der Ortschaft Gründau und dem Saalhof mit den dazugehörigen Fischerei- und Schifffahrtsrechten.

Grabplatte der Agnes von Breuberg, verh. Gräfin von Erbach(† 1304)


Mit Eberhard III., der auch bis etwa 1322 als Wetterauer Reichslandvogt eine wichtige Rolle in der Reichspolitik spielte, starb das Geschlecht im Jahre 1323 im Mannesstamm aus. Eberhards Töchter und Erbinnen waren Elisabeth, seit 1321 verheiratet mit Graf Rudolf IV. von Wertheim (1306–1355), und Luckarde (Lukardis, Lutgard) (* vor 1317; † nach 1365), seit 1328 verheiratet mit Gottfried V. von Eppstein († 1339).[1]

Als bis heute existierende Nachkommen des Geschlechts gelten die Reichsfreiherren von und zu Frankenstein.





Bekannte Mitglieder des Geschlechts

  • Conrad I. Reiz von Breuberg, erster Namensträger und vermutlicher Erbauer der Burg Breuberg
  • Konrad II. Reiz von Breuberg († 1292), als Konrad I. von Frankenstein erster Namensträger und wahrscheinlicher Erbauer der Burg Frankenstein
  • Gerlach von Breuberg (* um 1245 † 1306), Landvogt in der Wetterau und Landfriedenshauptmann und Stellvertreter des Königs in Thüringen
  • Eberhard III. von Breuberg († 1323), Landvogt in der Wetterau


Stammtafel

Conradus Reis de Lucelenbach

  1. Wiknand von Lützelbach († 1160)
    1. Albrecht von Lützelbach († 1180)
    2. Konrad Reiz von Lützelbach (1178-1209)
      1. Konrad I. Reiz von Breuberg († 1242); oo Agnes von Jagesberg-Ebersberg († 1279)
        1. Eberhard I. Reiz von Breuberg († 1286); oo Elisabeth von Büdingen († 1274)
          1. Gerlach von Breuberg (* um 1245; † 1306), Landvogt der Wetterau und Reichsvikar von Thüringen, oo Lukardis von ?
            1. Eberhard III. von Breuberg († 1323); oo Mechthild Gräfin von Waldeck (um 1287-nach 1340)
              1. Gerlach
              2. Lukarde (Lutgard); oo 1328 Gottfried V. von Eppstein
            2. Elisabeth († 1358); oo 1321 Graf Rudolf IV. von Wertheim (1305-1354)
          2. Agnes (*?; † 10. Juli 1302) oo 1323 Eberhard V, Schenk von Erbach zu Erbach (* vor 1277, † vor 1303) Burg Kleinsteinbach
          3. Arrois von Breuberg; oo Gisela von Falkenstein († 1314)
            1. Kunigunde/Kuntzinna († 1358); oo Konrad V. von Trimberg
            2. Mechthild (1317-1329), Nonne
          4. Eberhard II. von Breuberg, Kanoniker in Mainz,
        2. Sigebodo von Breuberg (*vor 1246), Domkapitular zu Würzburg
        3. Konrad II. Reiz von Breuberg (gleichzeitig Konrad I. von Frankenstein) († 1264); oo Elisabeth von Weiterstadt

Wappen


Einzelnachweise

  1. Störmer, Wilhelm, Stadt und Amt Homburg/Main im politischen Kalkül der Wittelsbacher, der Luxemburger und der Wertheimer, in: Homburg am Main. 1200 Jahre Hohenburg. 880 Jahr Kallmuth-Weinbau. 550 Jahre Stadt Homburg, Hrsg. Markt Triefenstein (Würzburg 1981), Seite 37


Literatur

  • Friedrich Wilhelm Schirrmacher: Breuberg, Gerlach von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 3, Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 320.
  • Wolfgang Bläsing: Gerlach von Breuberg. Eine Studie zum Verhältnis von Königtum und Edelfreiheit nach dem Interregnum
  • Breuberg-Bund e.V. Historische Vereinigung zur Erforschung des Odenwaldes und seiner Randlandschaften: Beiträge zur Erforschung des Odenwaldes und seiner Randlandschaften
  • Elisabeth Kleberger: Territorialgeschichte des hinteren Odenwaldes, (Grafschaft Erbach, Herrschaft Breuberg, Herrschaft Fränkisch-Crumbach). Marburg 1987, ISBN 3-7708-0867-3
  • Archiv für Hessische Geschichte und Altertumskunde. Darmstadt 1837
  • Genealogisches Handbuch des Adels. Band 27; Freiherrliche Häuser A IV, CA Starke Verlag.
  • Genealogisches Handbuch des Adels. Band 61; 1975, Adelslexikon
  • Genealogisches Handbuch des in Bayern immatrikulierten Adels. Verlag Degener.
  • Hellmuth Gensicke: Untersuchungen zur Genealogie und Besitzgeschichte der Herren von Eschollbrücken, Weiterstadt, Lützelbach, Breuberg und Frankenstein.
  • Wolfgang Weißgerber: Die Herren von Frankenstein und ihre Frauen. Landschaften, Personen, Geschichten. Schlapp, Darmstadt-Eberstadt 2002, ISBN 3-87704-050-0.

Weblinks


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