Dering Roll

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Dering Roll
Beispiel
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Originalausgabe
Originaltitel Dering Roll
Genre Lokale Wappenrolle
Autor unbekannt
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr Zwischen 1270 und 1280
Technik Auf VellumW-Logo.png gemalt
Abmessungen (H x B) 264,5 cm x 20,5 cm
Standort British LibraryW-Logo.png, London
Inventarnummer Add Roll 77720

Die Dering Roll (auch Dering Wappenrolle, Dering's Roll oder Add Roll genannt; Kürzel: „A“ oder „DER“) ist eine der ältesten englischen Wappen­zusammen­stellungen beziehungsweise eine regionale Wappenrolle. Das Original scheint in Dover zwischen 1270 und 1280 entstanden zu sein, elf Auszüge beziehungsweise Versionen/Kopien stammen aus dem 15./16. Jahrhundert.

Die Anfertigung der Wappenrolle gab Stephen de PencesterW-Logo en.png (†­1303) während seiner Zeit als Constable von Dover CastleW-Logo.png (1267–1299) in Auftrag, um die Ritter aufzulisten, die in Dover ihre Feudaldienste verrichteten.[1][2]

Inhalt

Die Dering Roll enthält 324 Wappenschilde (das sind etwa ein Viertel der englischen BaronageW-Logo.png der Ära von Eduard I.W-Logo.png[3]), die in 54 Reihen angeordnet sind, mit sechs Schildern auf jeder Linie. Über jedem Schild steht der Name des Wappenführenden, außer in sechs Fällen, in denen er weggelassen oder entfernt wurde. Die Wappenschilde 1 bis 84 sind hauptsächlich im Zusammenhang mit Kent zu verorten (78 landbesitzende Barone und 15 Sheriffs aus/von Kent), die Schilde 85 bis 288 hauptsächlich mit Sussex und die Schilde 289 bis 324 mit Nordfrankreich und Niederlande. Die Rolle beginnt mit den Wappen von Richard of ChilhamW-Logo.png (ca. *­1190 †­1246) und William de Say, zwei unehelichen Kindern von König Johann OhnelandW-Logo.png (1167-1216).[4]

Namensgebung und Besitzer

Die Dering Roll ist nach Sir Edward DeringW-Logo en.png (1598–1644) benannt, der sie während des 17. Jahrhunderts als Leutnant von Dover CastleW-Logo.png erwarb.[4] Nach 1638 manipulierte er die Wappenrolle und löschte das Wappen von Nicholas de CroillW-Logo.png und fügte sein eigenes Wappen mit einem fiktiven Vorfahren namens Richard fitz Dering ein, um eine nicht vorhandene Abstammung als beweisbare Tatsache vorzutäuschen.[3]

Im 20. Jahrhunderts wurde die Wappenrolle von Sir Anthony WagnerW-Logo en.png erworben[5] und am 4. Dezember 2007 bei einer Auktion bei Sotheby's für die Summe von 192.000­£ an eine Privatperson verkauft, die später eine Ausfuhrlizenz beantragte[2]. Das Department for Culture, Media and SportW-Logo en.png (DCMS) verlangte daraufhin einen vorübergehenden Exportstopp für das „außerordentliche ikonische Objekt“. Nachdem das Reviewing Committee on the Export of Works of ArtW-Logo en.png (dt.: „Überprüfungsausschuss für die Ausfuhr von Kunstwerken“) die ausreichende Bedeutung des Werks bestätigt hatte[2], führte die British Library Verhandlungen, um die Wappenrolle käuflich zu erwerben.[6] Die Bibliothek veranschlagte 194.184­£, um die Rolle zu erwerben; der Leiter der mittelalterlichen und frühen Handschriftensammlung, Claire Breay, sagte vor dem Kauf, dass „die Übernahme der Dering-Rolle eine äußerst seltene Chance bietet, eine Handschrift von enormer lokaler und nationaler Bedeutung (der Bibliothek -- Anm. der Redaktion) hinzuzufügen.[4][7] Die Bibliothek wurde bei der Finanzierung des Kaufs durch eine Anzahl von einzelnen Wohltätern sowie von Wohltätigkeitsorganisationen und Stiftungen wie dem Art FundW-Logo en.png (40.000­£), dem National Heritage Memorial FundW-Logo.png (100.000­£), den Friends of the British LibraryW-Logo en.png (10.000­£) und den Friends of the National LibrariesW-Logo.png (10.000­£) unterstützt.[2] Die Wappenrolle ist Stand heute (2017) auf einer Bildschirmanzeige in der „Sir John Ritblat Gallery“ im der British Library zu sehen und steht Forschern im Handschriftenlesesaal zur Verfügung.[2]

Neuere Illustrationen der Dering Roll

Illustriert von R. S. Nourse basierend auf einer Liste der Wappenbeschreibungen in: Brault: Rolls of arms. Edward I (1272-1307), 1997.[8]

Kopien und Versionen

Zeit Inventar-Nr. Standort
15. Jhr. Add.38537 British Library, London -
1563 Ashmole 1120 Bodley, Oxford 170r - 171v
1580 Ms.158 Queen's College, Oxford 434 - 454
16. Jhr. Muniment 15 Roll 20 College of Arms, London -
16. Jhr. Vincent 184 College of Arms, London 10 - 18
1579 Vincent 164 College of Arms, London 135r - 145v
1590 Lansdowne 260 British Library, London 216 - 220
16. Jhr. Harl.6589 British Library, London 52v - 53r
1607 Harl.6137 British Library, London 89v - 97v
1630 Gybbon's Ordinary College of Arms, London 71 - 87
1640 Ms.664/iii roll 12 Society of Antiquaries, London 1r - 2v

Weblinks

 Commons: Dering Roll of Arms – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

Einzelnachweise

  1. John Harrison: Riding to rescue vital record of English medieval knights (englisch). In: Museums, Libraries & Archives, 20 February 2008. Archiviert vom Original am 24. Dezember 2012. Abgerufen am 12. April 2017. 
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Stephanie Harris: British Library wins unique key to medieval English heraldry (englisch). In: Antiques Trade Gazette, 15 September 2008. Abgerufen am 12. April 2011. 
  3. 3,0 3,1 The Dering Roll by Medieval (englisch). Artfund. Abgerufen am 12. April 2017.
  4. 4,0 4,1 4,2 British Library Acquires Dering Roll - A Who's Who Of Medieval Arms (englisch). In: Culture 24, 2 September 2008. Abgerufen am 12. April 2017. 
  5. Noël Denhold-Young: History and heraldry, 1254 to 1310 (englisch). Oxford: Clarendon Press 1965, S. 64
  6. April 2008 Newsletter (No. 16) (englisch). College of Arms. Abgerufen am 12. April 2017.
  7. Im Original: „(..) the acquisition of the Dering Roll provides an extremely rare chance to add a manuscript of enormous local and national significance.“
  8. Brault; bearbeitet von Gerard J.: Rolls of arms : Edward I (1272-1307) (englisch). Woodbridge: Boydell Press for the Society of Antiquaries of London. 1997, ISBN 085115669X


Muster-Kolbenkreuz.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Dering_Roll“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 11. April 2017 (Permanentlink: [1]). Er steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.