Hermann von Kardorf

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Hermann von Kardorf († 1677 in Kempe, Kr. Steinberg) war ein deutscher Soldat und Hofbeamter.

Kardorf war der Sohn von Joachim von Kardorf und dessen Ehefrau Margarethe von Levetzow. Abgesehen von einer protestantischen Erziehung ist aus Kardorfs Kindheit und Jugend sehr wenig bekannt.

Noch als Jugendlicher trat Kardorf 1622 den Dienst als Page bei Herzog Philipp Julius von Pommern an. Der Krieg war der Karriere förderlich und bereits 1630 wurde Kardorf zum Obristlieutenant befördert.

Anfang September 1642 wurde Kardorf zusammen mit seinem Dienstherrn, dem Herzog Christian Ludwig von Braunschweig und Lüneburg-Celle in die Fruchtbringende Gesellschaft aufgenommen. Fürst Ludwig I. von Anhalt-Köthen vollzog auf seiner großen norddeutschen Reise den Aufnahmeritus. Kardorf wurde der Gesellschaftsname der Schönweiße und das Motto geht andern gleich verliehen. Als Emblem wurde ihm die volle weiße Tausendschön (Anemone nemorosa L.) zugedacht. Im Köthener Gesellschaftsbuch findet sich Kardorfs Eintrag unter der Nr. 387. Hier ist auch das Reimgesetz verzeichnet, welches er anlässlich seiner Aufnahme verfasst hatte:

Die weiße Tausendschön in schöner voller blüht'
Auch andern blumen gleich in schöner weiße gehet:
Schönweiß' ich heiße nun: Ein tugenhaft gemüt
Rein in aufrichtigkeit Schönweis herblühend stehet,
Es kan der nechste wol erkennen seine güt,
Wan mit unreinigkeit es nimmer sich aufblähet:
Doch Gottes gnad' allein' es machet rein, schönweis
Fruchtbringend' ihme giebt den höchsten danck und preis.

Als Hofjunker bei Herzog Christian Ludwig von Braunschweig und Lüneburg-Celle ist er zwischen 12. Juli 1643 und 7. Januar 1644 bezeugt.

In erster Ehe war Kardorf mit Barbara von Datenberg, in zweiter mit Margarathe von Koss verheiratet.