Künstler

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Dieser Artikel behandelt Künstler als kreativ tätige Menschen. Zu dem Familiennamen Künstler und zugehörigen Namensträgern siehe Künstler (Familienname).

Als Künstler werden heute meist die in der Bildenden Kunst, der Angewandten Kunst, der Darstellenden Kunst sowie der Literatur und der Musik kreativ tätigen Menschen bezeichnet, die Kunstwerke schaffen.

Definition

Die Abgrenzung künstlerischer Tätigkeit zu Handwerk und Kunsthandwerk ist fließend. Dabei kann der Grad der Originalität einer künstlerischen Idee, eines Entwurfs, einer Ausführung oder einer Darstellung entscheidend sein. Ebenso ist die Grenze zur „nutzbringenden“ Technik nicht immer eindeutig feststellbar.

Das Künstlersozialversicherungsgesetz in Deutschland bestimmt: „Künstler im Sinne dieses Gesetzes ist, wer Musik, darstellende oder bildende Kunst schafft, ausübt oder lehrt. Publizist im Sinne dieses Gesetzes ist, wer als Schriftsteller, Journalist oder in anderer Weise publizistisch tätig ist oder Publizistik lehrt” (§ 2 Gesetz über die Sozialversicherung der selbständigen Künstler und Publizisten bzw. Künstlersozialversicherungsgesetz, häufig abgekürzt als KSVG)[1]. Das Gesetz orientiert sich an typischen Berufsbildern: Ein Grafik-Designer oder Musiker gilt als Künstler, ein Möbeltischler als Handwerker.[2]

Die deutsche Künstlersozialkasse nennt vier Berufssparten, die ihre Leistungen erhalten: Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Musik und Wort. Visuelle Kommunikation und Design werden zur bildenden Kunst gezählt. Schriftsteller mit oder ohne Kunstanspruch sind im Bereich Wort publizistisch Tätige.

Auftraggeber für künstlerische Arbeit sind neben Privatleuten oft staatliche Stellen, Kirchen, Firmen oder Mäzene, zum Teil über Förderpreise und Stipendien. Auftraggeber, die Kunstfreiheit nicht achten, fordern oft, dass Künstler religiöse oder politische Vorgaben erfüllen und ikonologische und modische Eingriffe hinnehmen sollen.

Künstlerin

„Künstlerin” ist im alltäglichen Sprachgebrauch, unterstützt durch Forderungen der feministischen Linguistik, eine selbstverständliche Berufsbezeichnung und wird in Deutschland in staatlich bestimmten Zusammenhängen gleichgestellt zu „Künstler” verwendet.[3] In diesem Fall ist geschlechtergerechte Sprache zu Alltagskultur geworden. Damit soll der Anteil der Leistungen von Frauen in der Kunst sichtbarer, ihre verdrängte Geschichte in der Kunst bewusster, und die beruflich teils andere Situation von Künstlerinnen leichter darstellbar werden. Dagegen sind Formulierungen wie „weiblicher Künstler“ die Ausnahme.

Ausbildung

Oft wird der Grad einer Befähigung Künstler zu sein, stereotypisch anhand einer Ausbildung bemessen; so wird „reine Kunst“ eher in einem Studium an Hochschulen bzw. Kunsthochschulen gelehrt, während kommerzielle, pragmatische Kunstaspekte eher an Fachhochschulen vermittelt werden. Weiter gefasst spielt eine Ausbildung zum Künstler jedoch keine Rolle; es finden sich zahlreiche Autodidakten in der Kunstszene, die Wert darauf legen keine Ausbildung zu besitzen. Wer als Künstler angesehen wird, hängt entscheidend vom vorherrschenden oder individuellen Kunstbegriff ab.

Künstlerische Berufe (Auswahl)

Bildende Kunst

BildhauerMalerMedienkünstlerGrafikerKonzeptkünstler

Visuelle Kommunikation

ComiczeichnerGrafikerIllustratorGrafikdesigner

Darstellende Kunst

DramaturgOpernsängerRegisseurSchauspielerTänzerFilmemacher

Angewandte Kunst

ArchitektFotografKeramikerMaskenbildnerKostümbildnerBühnen-/Szenenbildner

Kleinkunst

ArtistZauberkünstlerPuppenspieler

Literatur

SchriftstellerRomancierEssayist

Musik

MusikerSängerKomponistDirigent

Zeitgenössische Künstler

In der Zeitgenössischen Kunst sind Künstler, die im internationalen Kunstbetrieb wahrgenommen werden, nicht auf traditionelle Kunstsparten zu reduzieren. Ihre Rolle verändert sich durch interdisziplinäre Herangehensweisen, durch Bezüge zu geisteswissenschaftlichen oder naturwissenschaftlichen Erkenntnissen, durch neue Kunstformen in neuen Medien, siehe Digitale Kunst, und durch die ständigen Veränderungen auf dem Kunstmarkt und im Kunstbetrieb. Literatur, Film, Musik, Theater und Bildende Kunst gehen in Neuen Medien ineinander über und die Grenzen zwischen „reiner Kunst“, L’art pour l’art, engagierter Kunst und Kunstkommerz sind durchlässig.

Welche Werke und Künstler am Kunstmarkt begehrt sind, hängt von vielen Faktoren ab. Nicht immer sind allein künstlerische und kunsthistorische Qualitäten ausschlaggebend. Die mediale Darstellung des Künstlers und seiner Kunst können die Wertschätzung stark beeinflussen. Deshalb arbeiten Künstler oft im Verbund mit professionellen Vermittlern, wie Kunsthändlern, Galeristen und Kulturmanagern. Der Name eines Künstlers kann in solchen Vermarktungszusammenhängen zur Handelsmarke werden und seine mediale Präsenz zu Kapital. Die Orientierung an bekannten Künstlernamen und ihre ständige Erwähnung (engl.: namedropping) gehört daher zu den Eigenheiten des Kunstbetriebs, ähnlich dem Starkult in der Musik. Dagegen steht das Ideal, sich als Betrachter unvoreingenommen auf Kunstwerke einzulassen und von ihrer Qualität ausgehend eine Künstlerin oder einen Künstler zu entdecken.

Siehe auch

Literatur

  • Kris, Ernst/ Kurz, Otto: Die Legende vom Künstler, Frankfurt am Main 1995 (jüngste Aufl.)
  • Künstler – Kritisches Lexikon der Gegenwartskunst
  • Lindemann, Adam: Collecting Contemporary, Taschen Verlag, Köln 2006, ISBN 978-3-8228-4938-5
  • Steen Kittl/Christian Saehrendt: Was will Kunst?, Campus Verlag Frankfurt 2009 ISBN 978-3-593-38646-1
  • Christian Reder: Forschende Denkweisen. Essays zu künstlerischem Arbeiten (mit Texten zu Kurt Kocherscheidt, Brigitte Kowanz, Maria Lassnig, Bruno Gironcoli, Dieter Roth, Walter Pichler u. a.), Edition Transfer bei Springer Wien-New York 2004, ISBN 3-211-20523-3
  • Schmid, Karlheinz: Traum−Karriere Künstler  −  Auf dem Weg zum Superstar, Lindinger+Schmid Verlag, 144 S., Regensburg 2007, ISBN 978-3-929970-69-2
  • Zimmermann, Olaf/ Schulz, Gabriele: Traumberuf Künstler, Bildung und Wissen Verlag, Nürnberg 2002, ISBN 978-3-8214-7618-6
  • Anne Marie Freybourg (Hg.): Die Inszenierung des Künstlers, JOVIS Verlag Berlin 2008, ISBN 978-3-86859-031-9

Einzelnachweise

  1. Gesetz über die Sozialversicherung der selbständigen Künstler und Publizisten. In: Juris. Bundesministerium für Justiz, S. §2, abgerufen am 7. August 2009.
  2. Siehe „Das Wichtigste zur Künstlersozialversicherung in Kürze” auch als „Das_Wichtigste_zur_KSV.pdf”, Infoblatt der Künstlersozialkasse
  3. Renommiertester Kunstpreis für Bildende Künstlerinnen über 40. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, abgerufen am 5.August 2009 (Anwendungsbeispiel).

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Künstler – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Künstler – Zitate

Quellenhinweis

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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Künstler“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 03. Mai 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.