Karl VII. (Frankreich)

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Karl VII. (Porträt von Jean Fouquet)
Eigenhändige Unterschrift Karls VII auf einem Brief vom 30. Oktober 1454, Paris, Archives Nationales
Karl VII. bei einem lit de justice vor dem Pariser Parlement
Karl VII. reicht Jesus den Kelch

Karl VII. der Siegreiche, frz. Charles VII, le Victorieux (der Siegreiche), le Bien Servi (der Wohlbediente); (* 22. Februar 1403 in Paris; † 22. Juli 1461 in Mehun-sur-Yèvre) war von 1422 bis 1461 König von Frankreich. Er beendete erfolgreich den Hundertjährigen Krieg und stellte Frankreichs Position als dominierende Großmacht in Europa wieder her. Außerdem begründete er die Epoche der Loire-Könige.

Leben

Karl VII. war der fünfte Sohn von Karl VI. von Frankreich und dessen Gemahlin Isabeau von Bayern. Zwei seiner vier älteren Brüder hießen ebenfalls Karl, starben aber vor seiner Geburt. Der zweite auf Karl getaufte Sohn war der erste Dauphin.

Er wurde nach dem Tod seiner älteren Brüder 1417 Dauphin und Regent, aber 1418 von den Bourguignons (der Partei der Herzöge von Burgund) aus Paris vertrieben und nahm in Bourges seine Residenz (siehe Bürgerkrieg der Armagnacs und Bourguignons). Dort stützte er sich besonders auf die Anhänger des Hauses Orléans und Armagnac. Als er jedoch auf Anstiften Du Châtels den Burgunderherzog Johann Ohnefurcht auf der Yonne-Brücke zu Montereau am 10. September 1419 hatte ermorden lassen, ging das Haus Burgund durch den Vertrag von Troyes eine Allianz mit England ein. Diese konnten ganz Nordfrankreich unter ihre Kontrolle bringen, auf deren Seite auch Karls eigene Mutter Isabeau trat. Sein englischer Gegenspieler, König Heinrich V., entthronte Karl durch das Pariser Parlement, trotz Widerspruchs zur Lex Salica (1421) und nach Heinrichs und Karls VI. Tod (1422) wurde dem erst einjährigen Sohn des englischen Königs der Erbanspruch auf den französischen Thron übertragen. Der Anspruch des kindlichen Heinrich VI. wurde jedoch weiterhin weder vom französischen Adel noch von der Kirche anerkannt.

Karl VII. galt als klug und tapfer (deswegen auch sein Beiname der Siegreiche), ritterlich und impulsiv, zuweilen aber auch als dünkelhaft und zaudernd. Dank seiner fähigen Berater wie Kanzler Guillaume Juvénal des Ursins, Bertrand und Ludwig von Jouvenel, Jacques Cœur, der Finanzier, und Agnès Sorel traf er dennoch erfolgreiche Entscheidungen (Beiname der „Wohlbediente“ im Sinne von „wohlberaten“).

1423 bei Cravant (Yonne) und 1424 in der Schlacht von Verneuil (Eure) vollständig geschlagen, wurde das Heer des „Dauphins“ Karl durch die verbündeten Engländer und Burgunder hinter die Loire getrieben, so dass man Karl spottweise den „König von Bourges“ nannte. Ohne Rücksicht auf die politische Lage verbrachte Karl zu Chinon seine Zeit mit üppigen Festen und zahlreichen Mätressen. Nur Orléans wurde von Dunois gehalten, und endlich verschaffte Jeanne d'Arc Karl den Sieg und ermöglichte 1429 die Krönung in Reims. Trotz des glücklichen Aufschwungs seiner Sache versank aber Karl sogleich wieder in Tatenlosigkeit. Ein Versuch gegen Paris endete mit dem Rückzug nach Chinon. Indes versöhnte sich 1435 Burgund mit Karl durch den für ihn sehr opfervollen Vertrag von Arras, während die Engländer durch den Tod Bedfords einen unersetzlichen Verlust erlitten. Ab diesem Zeitpunkt wurden die Engländer unaufhaltsam zurück gedrängt, da Karl, durch seine Geliebte Agnès Sorel veranlasst, mehr Tätigkeit und Eifer entwickelte. Im April 1436 wurden die Engländer aus Paris und bis Oktober 1453, mit Ausnahme von Calais (bis 1558 englisch), gänzlich aus Frankreich vertrieben.

Inzwischen begründete Karl durch die Pragmatische Sanktion von Bourges im Jahr 1438 die Freiheit der gallikanischen Kirche. Vor allem ordnete er die Finanzen und die Rechtspflege und sorgte nach dem Ende des Hundertjährigen Krieges für den inneren Frieden.

Nach dem Ende des Hundertjährigen Krieges waren die Söldner ohne Verdienst und durchzogen als Räuberbanden das Land. Karl versuchte, diesem Unwesen Einhalt zu gebieten, indem er Teile dieser Söldner für ein stehendes Heer verpflichtete und andere in Konflikten im Heiligen Römischen Reich einsetzte. Armagnaken genannt, verbreiteten sie Furcht und Schrecken.

Außerdem beschnitt er durch Verordnungen die Vorrechte des Adels gegenüber den unteren Klassen, was einen offenen Aufstand, die so genannte Praguerie, hervorrief, dem sich auch der Dauphin Louis anschloss. Die wiederholten Empörungsversuche desselben und die Furcht vor einem Giftanschlag beherrschten die letzten Lebensjahre des Königs. Karl starb 1461 zu Mehun-sur-Yèvre in Berry.

Nachfahren

Im April 1422 vermählte er sich mit Maria von Anjou. Sie hatten folgende Kinder:

  • Ludwig XI. (* 3. Juli 1423; † 30. August 1483), nachmaliger König von Frankreich
  • Radegunde (* 1425; † 19. März 1445) – Siegmund von Habsburg-Tirol, dem Münzreichen versprochen, aber vor der Eheschließung verstorben
  • Johann (*/† 1426)
  • Katharina (* 1428; † 13. Juli 1446) ∞ Herzog Karl der Kühne von Burgund
  • Jakob (* 1432; † 2. März 1438)
  • Yolande (* 23. September 1434; † 28. August 1478) ∞ Herzog Amadeus IX. von Savoyen
  • Johanna (* 1435/1440; † 4. Mai 1482) ∞ Herzog Jean II. de Bourbon
  • Philipp (* 4. Februar 1436; † 2. Juli 1436)
  • Marguerite (* Mai 1437; † 24. Juli 1438)
  • Johanna (* 7. September 1438; † 26. Dezember 1446)
  • Marie (* 7. September 1438; † 14. Februar 1439)
  • Marie (*/† 1441)
  • Magdalena (* 1. Dezember 1443; † 24. Januar 1495) ∞ Gaston von Foix (1444–1470), Mutter von König Franz von Navarra und Königin Katharina von Navarra
  • Karl (* 28. Dezember 1446; † 12. Mai 1472), nachmalig Duc de Berry

Mit seiner langjährigen Geliebten Agnès Sorel hatte er 4 Kinder

Weblinks

 Commons: Charles VII de France – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien


Vorgänger Amt Nachfolger
Karl VI. König von Frankreich
Blason France moderne.svg

1422–1461
Ludwig XI.

Quellenhinweis

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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Karl_VII._(Frankreich)“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 21. Juni 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.