Mainzer Hoftag von 1184

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Der Mainzer Hoftag von 1184 war ein anlässlich des Pfingstfestes von Kaiser Friedrich I. in Mainz ausgerichteter Hoftag. Er stellte durch seine große Besucherzahl und seine kulturellen Vergnügungen einen Höhepunkt ritterlicher Lebensweise sowie der Machtentfaltung der Staufer dar.

Vorbereitungen

Kaiser Friedrich I. schrieb 1183 nach Erfolgen in der Italienpolitik sowie der Unterwerfung Heinrichs des Löwen zu Beginn der 1180er Jahre für das folgende Jahr einen Hoftag nach Mainz aus. Für den Hoftag wurde eigens eine Stadt aus Holzbauten und Zelten errichtet. In ihrer Mitte wurden der Palast des Kaisers und eine Kirche erbaut. Da die Ankündigung des Hoftags bereits ein Jahr im Voraus erfolgt war, konnten neben den Besuchern aus den Reichsgebieten nördlich der Alpen auch Franzosen, Spanier, Engländer, Italiener und Besucher vom Balkan anreisen.

Festveranstaltungen

Denkmal für die Schwertleite von Barbarossas Söhnen Heinrich und Friedrich, 1984 anlässlich des 800. Jahrestages des Mainzer Hoftages auf der Maaraue errichtet

Der Mainzer Hoftag begann am 20. Mai 1184. An diesem Pfingstsonntag wurde unter Beteiligung der bekrönten Kaiser und Kaiserin in der hölzernen Kirche das Hochamt gefeiert. Schwertträger des Kaisers war der Graf von Hennegau, dem der Kaiser aufgrund seiner strategischen Bedeutung am Niederrhein eine Gunstbezeigung erweisen wollte. Im Anschluss daran fand ein großes Festessen statt, während dessen die Großen des Reiches die Hofämter des Schenken, Truchsesses, Kämmerers und Marschalls versahen.

Am Pfingstmontag, dem 21. Mai, empfingen die zwei Söhne Friedrichs, Heinrich und Friedrich durch ihn persönlich die Schwertleite. Es folgte eine Reitveranstaltung, genannt gyrum, bei der die Ritter ihre Fähigkeiten beim Schwingen von Schilden, Bannern und Lanzen zeigten. Unter den angeblich 20.000 Teilnehmenden befanden sich auch der Kaiser und seine Söhne. Am nächsten Tag wurden die Reitveranstaltungen fortgesetzt. In der folgenden Woche sollten in Ingelheim Kampfspiele stattfinden. Ein Unwetter ließ jedoch mehrere Zelte und die Holzkirche einstürzen und bewirkte auch Todesfälle unter den Feiernden. Dies wurde als göttliches Zeichen gedeutet und das Fest daraufhin nicht fortgesetzt.

Politische Aktionen

Während des Hoftages verhandelte der Kaiser mit Heinrich dem Löwen über ein antifranzösisches Bündnis mit England, was jedoch erfolglos blieb. Auch kam es zwischen dem Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg, der sich durch die niederrheinische Territorialpolitik des Kaisers düpiert fühlte, und dem Abt von Fulda zu einem Rangstreit, den Philipp als von Friedrich geplante Intrige gegen ihn deutete. Der Pfalzgraf, der Graf von Nassau und der Herzog von Brabant unterstützten Philipp, woraufhin der Kaisersohn Heinrich den Streit schlichtete.

Rezeption

Sowohl in Chronik wie in Dichtung wurde die Pracht des Mainzer Hoftages gerühmt. So verglich Heinrich von Veldeke den Hoftag mit der Heirat zwischen Aeneas und Lavinia. Der Chronist Arnold von Lübeck stellte einen Zusammenhang mit dem Gastmahl des Königs Ahasver her. Auch der Lyriker Guiot de Provins berichtete über den Mainzer Hoftag.

Literatur

  • Peter Csendes: Heinrich VI. Primus Verlag, Darmstadt 1993, ISBN 3-89678-023-9, S. 46–51.


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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Mainzer_Hoftag_von_1184“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 21. Juni 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.