Moritz von Hertingshausen

Aus Heraldik-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Moritz von Hertingshausen (* um 1610 in Kassel; † vor 1680 ebenda) war ein Beamter und Erbküchenmeister.

Leben

Hertingshausen ist der Sohn des landgräflichen Hofmarschalls Friedrich Balthasar von Hertingshausen und dessen Ehefrau Margarethe Elisabeth Quade von Landskron.

In wie weit sich die Ermordung seines Vaters 1615 auf seine Erziehung auswirkte, ist nach dem derzeitigen Stand der Forschung reine Spekulation. Mit ungefähr 15 Jahren immatrikulierte sich Hertingshausen an der Hochschule in Marburg. Anschließend an sein Studium machte er Karriere am Hof. Dort wurde der Hofmann bald zum hessisch-darmstädischen Geheimen Rat ernannt. Einige Jahre später erfolgte die Beförderung zum Obermarschall und Oberhauptmann in Darmstadt.

Als solcher heiratete er Anna Amalia, eine Tochter des Cuno Quirin Schütz von Holzhausen. Mit ihr hatte er einen Sohn, Ludwig Wilhelm.

1639 wurde Hertingshausen zusammen mit seinem Dienstherrn, dem Landgrafen Johann von Hessen-Braubach, durch Fürst Ludwig I. von Anhalt-Köthen in die Fruchtbringende Gesellschaft aufgenommen. Dieser verlieh Hertingshausen den Gesellschaftsnamen der Abkühlende und das Motto allerhand Hitze. Als Emblem wurde ihm Gewöhnliche Vogelmiere oder Hühnerdarm (Stellaria media) zugedacht. Im Köthener Gesellschaftsbuch findet sich Hertingshausens Eintrag unter der Nr. 332. Dort ist auch das Reimgesetz verzeichnet, mit welchem er sich für seine Aufnahme bedankt:

Der Hünerdarm Vnß ab die hitze trefflich kühlet,
Darauf der kranck' in sich viel sterck' im hertzen fühlet.
Abkühlend'ich darumb genennet worden bin,
Vnd man abkühlen soll deß Zorens hitz im sinn:
Alß man erhitzet ist, die eüßre kühle schadet
Vnd man mit kranckheit sich deß leibes leicht beladet,
Vnß aber wärmet recht deß Heiligen Geistes hitz',
Jn dem wir finden nur die beste frucht vnd witz.

Am 16. August 1675 weilte Hertingshausen in geheimer diplomatischer Mission am Mainzer Hof.

Sein Amt als hessischer Erbküchenmeister ging 1680 an seinen Sohn Ludwig Wilhelm von Hertingshausen über.

Mit ungefähr 70 Jahren starb Moritz von Hertingshausen kurz vor 1680. Mit seinem Sohn Ludwig Wilhelm starb 1689 das Geschlecht im Mannesstamme aus.