Royal Society

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Royal Society
Royal Society Logo.jpg
Zweck: Wissenschaft und Forschung
Vorsitz: Martin Rees
Gründungsdatum: 15. Juli 1662
Sitz: London
Webseite: www.royalsoc.ac.uk

Die Royal Society (Königliche Gesellschaft) ist eine britische Gelehrtengesellschaft zur Wissenschaftspflege. Sie dient als nationale Akademie der Wissenschaften des Vereinigten Königreiches für die Naturwissenschaften.

Allgemeines

Gebäude der Royal Society in London
Gebäude der Royal Society in Edinburgh

Als „Royal Society“ – ohne weitere Zusätze – werden die Royal Society in London (gegründet 1660) und die eng verbundene Royal Society in Edinburgh (seit 1783) bezeichnet. Gemeinsam mit der 1782 begründeten Royal Academy of Science zu Dublin ist ihr Ziel die Förderung wissenschaftlicher Forschung.

Alle drei Gesellschaften widmen sich fast ausschließlich der Mathematik und den Naturwissenschaften. Daneben gibt es verschiedene andere Royal Societies, die andere Wissenschaftszweige fördern, sowie gemeinnützig tätige Königliche Gesellschaften.

Großbritannien und Irland haben weniger akademisch konstituierte Gesellschaften für die Förderung allgemeiner Wissenschaft, sondern eher Vereine, deren Zielsetzung es ist, besondere Zweige des menschlichen Wissens zu pflegen. Dies wird nicht zuletzt an der Vielzahl der Königlichen Gesellschaften deutlich.

Die Royal Society verleiht verschiedene Auszeichnungen für wissenschaftliche Arbeiten, insbesondere die Hughes-Medaille. Weitere sind die Copley Medal, die Royal Medal und die Sylvester Medal.

Der Gesellschaft werden auch Verbindungen zur damals sehr stark aufkommenden Freimaurerei in Großbritannien nachgesagt.

Großbritannien

Royal Society London

Die Royal Society wurde am 28. November 1660 im Gresham College in London - Holborn als Verein zur Förderung Naturwissenschaftlicher Experimente gegründet. Zu den 12 Gründungsmitgliedern zählte u. a. Sir Christopher Wren und William Petty. Mehrere berühmte Wissenschaftler waren entweder Gründungsmitglieder oder an ihrer Entstehungsgeschichte beteiligt. Zu den frühen Mitgliedern zählen Robert Boyle, John Evelyn, Robert Hooke, Samuel Pepys, John Wallis, John Wilkins, Thomas Willis, Christopher Wren und der Sekretär Henry Oldenburg.

Original fellow war auch Theodor Haak.

Motto der Royal Society ist „Nullius in Verba“, das sich mit „nach niemandes Worten“ übersetzen lässt (gemeint ist wohl „auf niemandes Worte schwören“ - Nullius in verba iurare). Es steht für den erklärten Willen der Gesellschaft, eine nur experimentell bewiesene Wissenschaft zu begründen, die sich nicht damit begnügt, Autoritäten zu zitieren. Obwohl es heute selbstverständlich scheint, war dies zum Gründungszeitpunkt ein deutlicher Bruch mit der bis dahin vorherrschenden Wissenschaftsphilosophie.

1661 wird sie erstmal unter Karl II. als Royal Society bezeichnet. Seit 1665 wird das Journal Philosophical Transactions herausgegeben. Von 1703 bis 1727 stand Sir Isaac Newton der Royal Society vor. Unter seiner Präsidentschaft wurde ein eigenes Gebäude in London am Strand erworben. 1780 werden der Gesellschaft Räumlichkeiten im Somerset House (London/Strand) zur Verfügung gestellt. Obgleich die Mitglieder der Gesellschaft von Anfang an gewählt wurden, wurden erst seit 1847 die wissenschaftlichen Verdienste des potentiellen Mitglieds wichtigstes Aufnahmekriterium. 1857 wurde die Royal Society im Burlington House London / Piccadilly untergebracht. Heute nutzt sie das ehemalige Gebäude der deutschen Botschaft in London, No.8 & No.9 Carlton House Terrace, als ihren Sitz. Die Royal Society hat sich zu einer bedeutenden Akademie hochrangiger Wissenschaftler entwickelt. Eine (unvollständige) Liste der Mitglieder findet sich unter: „Mitglieder der Royal Society“.

Vergebene Auszeichnungen

Die Royal Society vergibt zehn verschiedene Medaillen, sechs „prizes“ und neun „prize lectureships“ in je nach Auszeichnung jährlichem, zweijährlichem oder dreijährlichem Rhythmus.

Die Empfänger der Medaillen und „prize lectureships“ werden vom Physical Sciences Awards Committee und vom Biological Sciences Awards Committee bestimmt. Diese Komitees bestehen aus Mitgliedern („Fellows“) der Royal Society.

Hier eine Übersicht über die vergebenen Medaillen:

Englische Bezeichnung Deutsche Bezeichnung Eingerichtet Turnus (aktuell) Bereich
Buchanan Medal Buchanan-Medaille 1897 zweijährlich in geraden Jahren Medizin
Copley Medal Copley-Medaille 1731 jährlich alle Wissenschaften
Darwin Medal Darwin-Medaille 1890 zweijährlich in geraden Jahren Biologie
Davy Medal Davy-Medaille 1877 jährlich Chemie
Gabor Medal Gabor-Medaille 1989 zweijährlich in ungeraden Jahren Genetik und Molekularbiologie
Hughes Medal Hughes-Medaille 1902 jährlich Physik
King Charles II Medal 1997 unregelmäßig für Staatsoberhäupter, die Forschung fördern
Leverhulme Medal Leverhulme-Medaille 1960 dreijährlich Chemie und Chemieingenieurwesen
Royal Medal Royal Medal 1826 drei Medaillen jährlich 2× Naturwissenschaften, 1× Angewandte Wissenschaften
Rumford Medal Rumford-Medaille 1800 zweijährlich in geraden Jahren Thermische und optische Materialeigenschaften
Sylvester Medal Sylvester-Medaille 1901 zweijährlich Mathematik

Veröffentlichungen

Titelblatt der Erstausgabe vom 6. März 1665 von Philosophical Transactions

Präsidenten der Royal Society

Hauptartikel: Präsidenten der Royal Society

Hier eine Auflistung einiger wichtiger Präsidenten der Royal Society:

Mitglieder der Royal Society

siehe Kategorie:Mitglied der Royal Society

Weitere Königliche Gesellschaften in Großbritannien

Im 19. und 20. Jahrhundert wurden weitere Königliche Gesellschaften zur Förderung einzelner Wissenschaften gegründet.

Aus der Chemical Society (gegründet 1841), der Society for Analytical Chemistry (gegründet 1874), dem Royal Institute of Chemistry (gegründet 1877) und der Faraday Society (gegründet 1903) entstand 1980 die Royal Society of Chemistry.

Aus der 1733 gegründeten Medical Society of London entstand 1805 die Medical and Chirurgical Society of London, die wiederum Vorläufer der Royal Society of Medicine ist. Außerdem gibt es eine Royal Society of Tropical Medicine & Hygiene, eine Royal Society for the Promotion of Health.

1904 entstand, ebenfalls aus Vorläufervereinigungen, die Royal Society for the Protection of Birds. Daneben gibt es eine Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals, eine Royal Society for the Prevention of Accidents sowie Royal Society for Nature Conservation.

Die Royal Societies nehmen auch oft Funktionen von Berufsverbänden wahr z. B. die Royal Society of British Organists.

Von Georg IV. wurde 1820 die Royal Society of Literature gegründet.

Übriger Commonwealth

Nach dem englischen Vorbild wurde 1882 die Royal Society of Canada mit Sitz in Ottawa ins Leben gerufen.

In Neuseeland existiert die Royal Society of New Zealand als Dachorganisation von über 60 wissenschaftlichen und technologischen Gesellschaften.

Weblinks

Quellenhinweis

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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Royal_Society“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 10. August 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.

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