Schloss Langenselbold

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Das Schloss Langenselbold wurde von den Grafen von Isenburg-Birstein in Langenselbold in den Jahren 1722 bis 1752 (mit Unterbrechungen) errichtet.

Schloss Langenselbold

Bauplatz war das Gelände des 1543 aufgelösten Prämonstratenser-Chorherrenstifts Selbold.[1] Architekt war der Baumeister der Grafschaft Hanau, Christian Ludwig Hermann, der zu diesem Projekt und für das parallele Bauvorhaben der Evangelischen Pfarrkirche Langenselbold für Graf Wolfgang Ernst von Isenburg-Birstein arbeitete.

Die Anlage besteht aus sechs einzelnen Gebäuden, die sich zum Teil paarweise um die vier Seiten eines 95x127m großen Innenhofes gruppieren. Hier wurde ursprünglich ein Barock-Garten angelegt, dessen zentraler Brunnen später in das Schloss Birstein versetzt wurde. An der östlichen und westlichen Langseite des Hofes stehen Scheunen und Remisen, an der südlichen Schmalseite ein Gebäude, das ehemals Gesindewohnungen enthielt und heute als Gaststätte genutzt wird. All diese Gebäude sind einstöckig. Die Nordseite der Anlage bilden zwei zweigeschossige Bauten mit Mansarddächern. Das westliche, von 1722, ist das älteste der Anlage und diente als Fruchtspeicher. Das östliche, von 1749, ist das jüngste des Ensembles und war das herrschaftliche Wohngebäude. Im Innern befinden sich mehrere Räume mit Rokoko-Ausstattung, Seidentapeten und Gemälden aus der Erbauungszeit, darunter auch ein Portrait des Kurfürst-Erzbischofs Clemens August von Köln von George Desmarées und eines des Landgrafen Wilhelm VIII. von Hessen-Kassel von Johann Heinrich Tischbein dem Jüngeren. Ein weiterer Teil der Ausstattung stammt aus dem Kreis um Johann August Nahl.

1940 kaufte die Stadt Langenselbold den Fruchtspeicher und baute ihn nach dem Zweiten Weltkrieg zum Rathaus um, 1976 kaufte sie den Rest der Anlage. Dabei blieb ein lebenslanges Wohnrecht für einige Mitglieder der fürstlichen Familie bestehen. Dazu zählte auch die Kunsthistorikerin Prinzessin Margarete von Isenburg. Im ehemaligen herrschaftlichen Wohngebäude befinden sich heute die städtische Bücherei, Versammlungsräume und ein Festsaal.

50.17429.0376Koordinaten: 50° 10′ 27,1″ N, 9° 2′ 15,4″ O

Literatur

  • Friedrich Bleibaum: Zwei Isenburgische Barockschlösser. In: Isenburg/Ysenburg 963-1963, S. 125ff.
  • Georg Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler – Hessen II. Regierungsbezirk Darmstadt. (Bearb.: Folkhard Cremer u. Tobias Michael Wolf), 3. Aufl., München 2008, S. 540.
  • Inge Wolf: Christian Ludwig Hermann. Baudirektor am Hanauer Hof. In: Hanauer Geschichtsblätter 30 (1988), S. 445-555 (463ff).

Einzelnachweise

  1. Vgl. dazu: Christof Krauskopf: Langenselbold, Main-Kinzig-Kreis - Klosterberg. Archäologische Untersuchungen 1982 im Bereich des ehemaligen Stiftes Selbold. Hrsg.: Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Wiesbaden 1983, ISBN 3-89822-037-0 (Archäologische Denkmäler in Hessen 37).
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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Schloss_Langenselbold“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 11. August 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.