Wilhelm I. (Bayern)

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Wilhelm I.[1]
Wappen Wilhelms

Wilhelm I. von Bayern (* 12. Mai 1330 in Frankfurt am Main; † 15. April 1389 in Le Quesnoy) war Herzog von Bayern-Straubing, als Wilhelm V. Graf von Holland und Seeland und als Wilhelm III. Graf des Hennegaus.

Er war ein Sohn Kaiser Ludwigs IV. des Bayern und seiner zweiten Ehefrau Margarethe von Holland.

Leben

Von 1347 bis 1349 regierte Wilhelm mit seinen fünf Brüdern in Bayern, nach der ersten Teilung der wittelsbachischen Lande unter den Brüdern im Landsberger Vertrag 1349 erhielt er zusammen mit Stephan II. und Albrecht I. Niederbayern. Seit der nächsten Teilung im Regensburger Vertrag 1353 regierte Wilhelm mit Albrecht I. in Straubing-Holland. Nach langen Auseinandersetzungen mit seiner Mutter Margarethe erwarb er erst 1354 endgültig die Grafschaften Holland und Seeland, mit ihrem Tode 1356 auch Hennegau.

Zusammen mit seiner Mutter wurden Wilhelm bereits 1346 von seinem kaiserlichen Vater die niederländischen Grafschaften zugesprochen. Nach dem Tode Ludwig des Bayerns regierten 1347-1349 seine sechs Söhne die wittelsbachischen Besitzungen jedoch gemeinsam. Als 1349 erst sein Bruder Ludwig VI., später auch sein Halbbruder Stephan II. auf ihren Anspruch verzichteten, war Wilhelm zunächst alleiniger Regent in Holland, Seeland und Hennegau. Margarethe von Holland gab ihren Anspruch zu Gunsten ihres Sohnes Wilhelm ebenfalls auf, Wilhelm verweigerte dann aber den ihr zustehenden Unterhalt.

1350 wollten die holländischen Adligen, dass Margarethe nach Holland zurückkehrte. Als Reaktion wurde am 23. Mai 1350 von Anhängern Wilhelms der Kabeljau-Bund gegründet. Am 5. September desselben Jahres entstand der Haken-Bund. Wenig später gerieten diese beiden Gruppen in Streit und ein Bürgerkrieg begann. Der englische König Eduard III., Margarethes Schwager, kam ihr zu Hilfe und gewann 1351 eine Seeschlacht vor Veere. Einige Wochen später wurden jedoch die Haken und ihre englischen Verbündeten von Wilhelm und den Kabeljauen bei Vlaardingen besiegt. Eduard III. wechselte daraufhin die Seiten und die Kaiserin sah sich 1354 gezwungen zu einer Vereinbarung mit ihrem Sohn Wilhelm zu kommen: Er wurde Graf von Holland und Seeland, sie Gräfin des Hennegaus. Margarethe starb zwei Jahre später.

Wilhelm hatte 1352 die englische Adlige Matilda of Leicester geheiratet, mit der er eine Tochter hatte, die noch im Kindesalter starb. Seit 1357 war er geistig erkrankt, weshalb sein jüngerer Bruder Albrecht für ihn die Regierungsgewalt übernahm. Wilhelm starb erst 1389 in Le Quesnoy, wo er seine letzten Jahre verbracht hatte, und wurde in der Minoritenkirche in Valenciennes beigesetzt.

Literatur

  • Michaela Bleicher: Das Herzogtum Niederbayern-Straubing in den Hussitenkriegen. Kriegsalltag und Kriegsführung im Spiegel der Landschreiberrechnungen. Dissertation, Regensburg 2006, S. 31–32, 39–40 (online).
  • Laetitia Boehm: Das Haus Wittelsbach in den Niederlanden. In: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte. Band 44, 1981, S. 93–130, insbesondere S. 110–113 (online).
  • Alfons Huber, Johannes Prammer (Hrsg.): 650 Jahre Herzogtum Niederbayern-Straubing-Holland. Vortragsreihe des Historischen Vereins für Straubing und Umgebung. Historischer Verein für Straubing und Umgebung, Straubing 2005, ISBN 3-00-014600-8, S. 7–39.
  • Max Kirnberger: Das Herzogtum Straubing-Holland 1353–1429. Stadtverwaltung, Straubing 1967.
  • Dorit-Maria Krenn, Joachim Wild: „fürste in der ferne“. Das Herzogtum Niederbayern-Straubing-Holland 1353–1425. Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg 2003, ISBN 3-927233-86-2, S. 5–9 (Hefte zur bayerischen Geschichte und Kultur, Band 28).
  • Pieter Lodewijk Muller: Wilhelm, Herzog in Baiern, Graf von Hennegau, Holland und Seeland. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 43, Duncker & Humblot, Leipzig 1898, S. 88–90.
  • Hans Patze: Die Wittelsbacher in der mittelalterlichen Politik Europas. In: Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte. Band 44, 1981, S. 33–79, insbesondere S. 68–70 (online).
  • Joachim Wild: Die Herzöge von Straubing und Ingolstadt. Residenzstädte auf Zeit. In: Alois Schmid, Katharina Weigand (Hrsg.): Die Herrscher Bayerns. 25 historische Portraits von Tassilo III. bis Ludwig III. 2. Auflage. C. H. Beck, München 2006, ISBN 3-406-54468-1, S. 118–129, insbesondere S. 119–121.
  • Joachim Wild: Holland. Die Wittelsbacher an der Nordsee (1346–1436). In: Alois Schmid, Katharina Weigand (Hrsg.): Bayern mitten in Europa. Vom Frühmittelalter bis ins 20. Jahrhundert. C. H. Beck, München 2005, ISBN 3-406-52898-8, S. 92–106, insbesondere S. 94–99.

Weblinks

Anmerkungen

  1. Aus Michiel Vosmeer: Principes Hollandiae et Zelandiae, Antwerpen 1578.


Vorgänger Amt Nachfolger
Margarete von Holland Herzog von Straubing-Holland
1347/1353–1389
Albrecht I.



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