Wilhelm Wessel (Buchdrucker)

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Wilhelm Wessel (ca. * 1564; ca. † 1626) war in Bremen und Kassel ein deutscher Buchdrucker und Buchverleger, der sich auch als Herausgeber heraldischer Werke betätigte.

Leben und Werk

Wessel stammt vermutlich aus Bremen und gilt als der erste Buchdrucker von Kassel.[1]

„Von 1598 bis 1622 hat Wessel mehrere hunderte von Druckschriften hergestellt; außer Schulbüchern druckte er namentlich für das Collegium Mauritianum und ihm vom Landgrafen Moritz, seinem Gönner, aufgetragene gelehrte Schriften und Deduktionen. Wessel, der übrigens auch ein geschickter Formschneider war, starb 1626 an der Pest. Die Druckerei übernahm sein Sohn Johannes Wessel, der spätere Vogt in Hauneck, dann Rentschreiber in Ziegenhain und 1668 Baumeister in Kassel.“

Rudolf Schmidt (1908)[1]

Aus der Druckerei Wessel stammen zum Beispiel:

Erste Seite der Fama FraternitatisW-Logo.png aus dem Jahre 1614 (gedruckt von Wilhelm Wessel)
  • Ungarische Chronica : darinnen ordentliche, eigentliche vnd kurtze Beschreibung des Ober vnnd Nider-Ungarn, sampt seinen Landtafeln vnd vieler furnehmer Festungen vnd Stedte Abriss, wie auch der Trachten vnd Könige contrafacturen, so biss dahero niemals in Druck aussgangen ; item von den rühmlichen Thaten ihrer Ankunfft, so wol zwischen dem Türcken, als anderen ihren zugetragen vnd verlauffen ; auss alten vnd newen Schrifften, auch der Erfahrung selbs zusammen gezogen vnnd beschrieben. Kassel. 1600
  • Beschreibung vnd Abriß dero Ritterspiel/ so der Durchleuchtige/ ... Herr Moritz/ Landgraff zu Hessen/ etc. auff die Fürstliche Kindtauffen Frewlein Elisabethen/ vnd dann auch Herrn Moritzen des andern/ Landgrafen zu Hessen/ etc. am Fürstlichen Hoff zu Cassel angeordnet/ vnd halten lassen. Kassel. 1601
  • Conciliator philosophicus : hoc est Rodolphi Goclenii in antiqua illustrique Marpurgensi Academia philosophiae antecessoris primarii [Enantiophanōn] liber scriptus in usum primis lycei sacris initiatorum, praesetim disputantium (opponentium & respondentium.) Conciliator hîc apparentes antilogiae seu in speciem pugnantia philosophorum effata. Kassel. 1609
  • „Fama Fraternitatis Rosae Crucis“ (kurz Fama FraternitatisW-Logo.png beziehungsweise „Die Bruderschaft des Ordens der Rosenkreuzer“). Das ist, Gerücht der Brüderschafft des Hochlöblichen Ordens R. C. An alle Gelehrte vnd Heupter Europæ : Beneben deroselben Lateinischen Confession, Welche vorhin in Druck noch nie ausgangen, nuhnmehr aber auff vielfältiges nachfragen, zusampt deren beygefügten Teutschen Version (..) in Druck gegeben vnd communiciret (..). Kassel. 1615
  • Hessische Chronica Kassel. 1617
  • Hessisches Wappenbuch: Darinnen auch die Fürsten zu Hessen, so in 593 Jahren von Ludovico I. Barbato biß auff unsere jetzt löbliche Regierende Fürsten und Herrn L. Moritzen I. L. Ludwig IV. das löbliche Fürstenthumb Hessen regieret, beschrieben und abgebildet seind. Sampt angehörigen Graff: und Herrschaften, Angewandten, Lehn Graven, Adelicher Ritterschaft, in und ausgesessenen Lehnmannen, auch aller Stadte Wapen. In solche Form geschnitten und publiciret durch Wilhelm Wessel, J. F. G. bestalten Buchtrucker und Formschneider zu Cassel (Kassel) im Jahr 1621 (auch 1623 und 1620 unter dem Titel Hessisches Stammbuch)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Rudolf Schmidt: Wilhelm Wessel. In: Deutsche Buchhändler. Deutsche Buchdrucker. Band 6. Berlin/Eberswalde 1908, S. 1040-1042.