Wilhelm von Rath

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Wilhelm von Rath, auch: Raht (* um 1585 Kleinwülknitz, jetzt Köthen (Anhalt); † ermordet 27. April 1641 in Wieskau bei Köthen) war ein Offizier in anhaltischen Diensten.

Leben

Rath stammt aus altem anhaltischen Landadel. Seine Eltern waren Hans von Rath und dessen Ehefrau Anna Voigt. Er genoss eine lutherische Erziehung und war ab dem Sommersemester 1601 an der Universität Leipzig immatrikuliert. Doch er brach bald sein Studium ab und schlug eine Laufbahn beim Militär ein. Den Höhepunkt seiner Karriere erreichte Rath mit seiner Ernennung zum Kriegskommissar unter Fürst Ludwig I. von Anhalt-Köthen. Als solcher heiratete er Dorothea von Hackeborn. Sein Sohn war Balthasar Wilhelm von Rath, seine Enkelin Gisela Agnes von Rath, die spätere Regentin des Fürstentums Anhalt-Köthen.

Während des Dreißigjährigen Krieges diente er bis zu seinem Lebensende unter Fürst Ludwig, der ihn am 10. Januar 1627 zum Befehlshaber der berittenen Landpatrouille ernannte, die von der anhaltischen Ritterschaft gestellt werden musste.

Im selben Jahr noch wurde Rath von seinem Dienstherrn in die Fruchtbringende Gesellschaft aufgenommen. Fürst Ludwig verlieh ihm den Gesellschaftsnamen der Abkratzende und das Motto das Rauhe. Als Emblem wurde ihm die Kartendistel <Dipsacus sativus (L.) Honck.> zugedacht. Im Köthener Gesellschaftsbuch findet sich Raths Eintrag unter der Nr. 141. Das ebenfalls hier vermerkte Reimgesetz ist allerdings eher ein Wappenspruch:

Wan das rauhe ist dahin
So die iugent mit sich bringet:
Endert sich der gantze sinn,
Und dan nach dem himmel ringet.

In der Schlacht bei Breitenfeld (1631) erwies er sich mit seiner Kavallerie siegreich gegen die kaiserlichen Truppen. Am 27. April 1641 wurde Kornett Wilhelm von Rath von einer marodierenden Bande bei Wieskau ermordet.