Carl von Clausewitz

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Carl von Clausewitz (1780–1831) nach einem Gemälde von Karl Wilhelm Wach

Carl Philipp Gottlieb von Clausewitz (* 1. Juli 1780 als Carl Philipp Gottlieb Claußwitz in Burg bei Magdeburg; † 16. November 1831 in Breslau) war ein preußischer General, Heeresreformer und Militärtheoretiker.

Clausewitz wurde durch sein unvollendetes Hauptwerk Vom Kriege, das sich mit der Theorie des Krieges beschäftigt, bekannt. Seine Theorien über Strategie, Taktik und Philosophie hatten großen Einfluss auf die Entwicklung des Kriegswesens in allen westlichen Ländern. Seine Theorien werden bis heute an Militärakademien gelehrt und finden auch im Bereich der Unternehmensführung sowie im Marketing Anwendung.

Wappen

 
Wappen des preußischen Zweigs,
Blason: In Rot ein pfahlweise gestellter silberner Stulphandschuh. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken zwischen offenem silbernen Flug ein Stern.
 
Wappen des schlesischen Zweigs,
Blason: In Rot eine abgeschnittene aufgerichtet schwarze Bärentatze. Auf dem gekr. Helm, zwischen offenem Fluge, ein gelber Stern. Decken: rot-silber (sic!)
 
Wappen des schlesischen Zweigs,
Blason: In Rot eine n. (alias schwarze) Bärentaze. Auf dem Helm ein gelber Stern zwischen schwarzem Flug. Decken: Schwarz, Silber und Rot, Silber.


Leben

Herkunft

Clausewitz wurde als Sohn des Steuereinnehmers Friedrich Gabriel Clausewitz am 1. Juli 1780 in Burg (bei Magdeburg) geboren. Nach seinen eigenen Angaben stammte seine Familie aus einem oberschlesischen Adelsgeschlecht. Wahrscheinlich hatte sich sein Urgroßvater den Namen „von Clausewitz” erst in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges zugelegt. Danach war der Großvater Benedict Gottlob Clausewitz als bürgerlicher Theologielehrer an der Universität Halle beschäftigt. Da aber Clausewitz und zwei seiner Brüder problemlos als Adelige in die preußische Armee aufgenommen wurden, ist davon auszugehen, dass man die adelige Herkunft der Familie anerkannte, auch wenn sie sich nicht nachweisen ließ.

Bis zu seinem 12. Lebensjahr erhielt Clausewitz nur eine sehr eingeschränkte Ausbildung an einer lokalen Lateinschule. Durch gute Beziehungen des Vaters, der selber als Offizier im Siebenjährigen Krieg gedient hatte, zum preußischen Offizierskorps konnte der Sohn im Frühsommer 1792 als „von Clausewitz” in das Infanterie-Regiment Nr. 34 eintreten, wo er Fähnrich wurde. Zu diesem Zweck fälschte die Familie sein Geburtsdatum auf den 1. Juni, um ihn älter scheinen zu lassen.

Erste Dienstjahre

Ehefrau Marie von Clausewitz (1779–1836) nach einer Lithographie der Zeit

Im Jahre 1793 zog das Regiment in den Ersten Koalitionskrieg, wo Clausewitz bei der Belagerung von Mainz erste Kriegserfahrungen sammelte. Danach folgte der lange Feldzug am Rhein, bis der Friede von Basel den Krieg für Preußen beendete. Das Regiment wurde zurück in seine Garnison Neuruppin verlegt. In den Jahren 1796 bis 1801 fand Clausewitz dort Zeit, sich seinen Studien zu widmen. Er las die zeitgenössische Literatur über die Französische Revolution, das Kriegswesen und die Politik, besuchte aber auch Vorträge über Logik und Ethik.

Dank bester Empfehlungsschreiben gehörte er im Oktober 1801 zum ersten Jahrgang der von Gerhard von Scharnhorst neu gegründeten Kriegsschule in Berlin. Hier wurde er maßgeblich durch das Denken Scharnhorsts beeinflusst, der bereits die Zusammenhänge von Politik und Kriegführung begriffen hatte. Auch mit den Schriften Immanuel Kants wurde er an der Akademie vertraut. Als Mitglied der Militärischen Gesellschaft, eines Diskussionsforums für höhere preußische Offiziere, kam er mit den drängendsten Fragen des damaligen Militärs in Berührung, und ein unveröffentlichtes Manuskript (heute bekannt als Strategie von 1804) bezeugt, dass er schon in jener Zeit an die Verfassung militärischer Schriften dachte. Im Jahre 1804 graduierte Clausewitz als Bester seiner Klasse und fand danach als Adjutant des Prinzen August von Preußen Verwendung. Somit hatte er Zugang zum Hof und zur höheren Gesellschaft, wo er auch seine spätere Frau Marie von Brühl kennenlernte. Im Jahr darauf erschien in der Zeitschrift Neue Bellona anonym ein von ihm verfasster Artikel, der gegen das Werk des Militärschriftstellers Dietrich Adam Heinrich von Bülow gerichtet war und als erste Veröffentlichung von Clausewitz gilt.

Teilnahme an den Napoleonischen Kriegen

Im Jahre 1806 zog Clausewitz als Stabskapitän und Adjutant in den Vierten Koalitionskrieg. Nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt am 14. Oktober 1806 wurde er zusammen mit dem Prinzen gefangen genommen und verbrachte ein Jahr in französischer Kriegsgefangenschaft. Hier analysierte er in seinen Historischen Briefen über die großen Kriegsereignisse im October 1806 die Niederlage der preußischen Armee. Nach seiner Rückkehr holte ihn Scharnhorst 1809 in seinen persönlichen Stab. Von da an arbeitete er als einer der wichtigsten Reformer an der Reorganisation des Heeres.

Im Jahre 1810 wurde er zum Major befördert und diente als Scharnhorsts Bürochef sowie als Lehrer für Generalstabsdienst und Taktik. Darüber hinaus unterrichtete er als Hauslehrer auch die preußischen Prinzen (darunter auch den Kronprinzen und späteren Deutschen Kaiser Wilhelm I.)

Da er sich 1812 moralisch nicht in der Lage fühlte, Napoleon I. in seinem Krieg gegen Russland zu unterstützen, verließ er die Armee und trat in russische Dienste. Seinem Freund Gneisenau hinterließ er eine patriotische Denkschrift, welche erst in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts entdeckt und unter dem Titel Bekenntnisschrift von 1812 veröffentlicht wurde. Er nahm an allen wichtigen Schlachten teil und übernahm bei der Konvention von Tauroggen eine wichtige Vermittlerrolle. Der preußische König Friedrich Wilhelm III. weigerte sich anschließend, den Fahnenflüchtigen wieder in preußische Dienste zu übernehmen. So machte Clausewitz die Befreiungskriege als Stabschef eines russischen Korps mit, bis es ihm im April 1814 erlaubt wurde, als Oberst nach Preußen zurückzukehren.

Im Jahre 1815 nahm er noch einmal als Stabschef eines preußischen Korps an dem Feldzug gegen Napoleon teil, der in der Schlacht bei Waterloo gipfelte.

Dienst während der Restaurationszeit

In den folgenden drei Jahren diente Clausewitz als Stabschef bei August Neidhardt von Gneisenau in Koblenz. Da alle liberalen Reformer während der Restauration unerwünscht waren, versetzte man sie auf wenig einflussreiche Posten. Clausewitz wurde 1818 zum Direktor der Allgemeinen Kriegsschule in Berlin berufen, ohne aber die Erlaubnis zu bekommen, dort auch lehren zu dürfen. Im September erfolgte auch seine Beförderung zum Generalmajor. Mit 38 Jahren war er der jüngste General der preußischen Armee. Dieser Posten befriedigte ihn nicht, aber alle Versetzungsanträge wurden abgelehnt, obwohl er ab 1821 wenigstens in den Generalstab aufgenommen wurde.

Um 1823/1824 entstand mit Nachrichten über Preußen in seiner größten Katastrophe ein weiteres Werk, das sich erneut mit den Geschehnissen des Jahres 1806 beschäftigte. Allgemein ließ ihm der Posten an der Kriegsschule viel Zeit zu eigenen Arbeiten. Sein Hauptwerk Vom Kriege entstand in jener Zeit. Im Jahre 1827 wurden Clausewitz und seine Brüder offiziell vom preußischen König geadelt. Dies war nichts anderes als eine Bestätigung des Familienadels, den die Familie bisher nicht eindeutig hatte nachweisen können.

Erst 1830 wurde er versetzt, zuerst zur Artillerie-Inspektion nach Breslau. Aber schon im Juli des Jahres kam es zum Polnischen Insurrektionskrieg und Clausewitz wurde zum Stabschef des preußischen Observationskorps unter Gneisenau berufen. Die russischen Truppen brachten die Cholera nach Polen, die sich bald über ganz Europa ausbreitete. Auch Gneisenau starb daran, und Clausewitz übernahm die Befehlsgewalt über die preußischen Truppen. Doch auch er erkrankte an der Cholera, kehrte im Herbst 1831 nach Breslau zurück und starb wenige Tage darauf am 16. November 1831 im Alter von 51 Jahren. Zunächst wurde er in Breslau bestattet. Seine sterblichen Überreste wurden zusammen mit denen seiner Frau im Jahre 1972 auf den Ostfriedhof der Stadt Burg umgebettet, an dem auch ein Denkmal für ihn steht.

Zwischen 1832 und 1837 gab seine Witwe Marie von Clausewitz auf eigene Kosten die hinterlassenen Schriften des Generals heraus.

Weblinks

 Commons: Carl von Clausewitz – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Carl von Clausewitz – Quellen und Volltexte


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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Carl_von_Clausewitz“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 28. Oktober 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.