Joseph Victor von Scheffel

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Joseph Victor von Scheffel, geadelt 1876 (* 16. Februar 1826 in Karlsruhe; † 9. April 1886 ebenda) war ein im 19. Jahrhundert viel gelesener deutscher Schriftsteller und Dichter, Autor von Erzählungen und Versepen sowie mehrerer bekannter Liedertexte. Er war indirekter Begründer des Begriffes Biedermeier.

Biographie

Die folgende Kurzbiographie stammt von Ludwig A. Clericus:

„Am 16. Februar 1826 wurde Victor Scheffel zu Karlsruhe geboren. Nachdem er sich auf den Hochschulen von Heidelberg und Berlin für die juristische Carriere vorbereitet, trat er in den Grossherzoglich badischen Staatsdienst, und zwar in Säckingen, jener Stadt, deren Namen durch seine erste grössere Dichtung, „der Trompeter von Säckingen", der ganzen Gegenwart geläufig und werth geworden ist, verliess seine Stellung wieder, um sich in Heidelberg zur academischen Laufbahn als Professor der Rechte weiter auszubilden, gab indessen, als auf einer Reise durch Italien es ihm klar wurde, dass er berufen sei, allein der, bisher nur nebenbei getriebenen, Dichtkunst zu leben, das Fachstudium ganz auf und wurde — statt eines Juristen, wie es deren tausende giebt — einer der mit Recht gefeiertsten Dichter des deutschen Volke. — Bei Gelegenheit seines 60jährigen Geburtstages zu Anfang des laufenden Jahres, der Victor Scheffel reiche Ehrenbezeugungen von allen Seiten eintrug, wurde ihm auch vom Grossherzog von Baden der Adelstand verliehen. Das kürzlich ausgefertigte Diplom stellte auch sein neues Wappen fest, dessen Abbildung wir vorstehend unsern Lesern bringen.“

Ludwig A. Clericus: Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie. IV. Jahrgang.[1]

Wappen

Coat of arms familiy de Victor von Scheffel.png

„Die Taube mit dem Oelzweig ist das schon seit längerer Zeit von der bürgerlichen Familie Scheffel geführte Wappenbild, für die Wahl dieses wegen seiner Richtung nach abwärts in heraldischer Beziehung nicht gerade sehr empfehlenswerthen Bildes ist daher die betreffende badische Behörde nicht verantwortlich zu machen. Der wachsende, gekrönte Pegasus der Helmzier würde sich als weiteres heraldisches Symbol für einen Dichter von selbst erklären und begründen, nach einer Zeitungsnotiz aber soll er als usancemässig allen Rittern der Klasse für Kunst und Wissenschaft des Ordens vom Zähringer Löwen, zu denen auch Victor von Scheffel zählt, als Helmzier gebühren.“

Ludwig A. Clericus: Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie. IV. Jahrgang.[2]

Werke

  • Der Trompeter von Säckingen (1853)
  • Ekkehard (1855)
  • Frankenlied (1859)
  • Hugideo. Eine alte Geschichte.
  • Juniperus. Geschichte eines Kreuzfahrers.
  • Am Anfang (oder: Der Rennsteig) (1863)
  • Reisebilder, postum herausgegeben von Johannes Proelß
  • Episteln
  • Der Heini von Steier (1883).
  • Waldeinsamkeit
  • Bergpsalmen
  • Frau Aventiure. Lieder aus Heinrich von Ofterdingens Zeit.
  • Gaudeamus. Lieder aus dem Engeren und Weiteren. Beispiel: Der Aggstein
  • Das Lied „Altheidelberg, Du feine“ s.o..
  • Werke 4 Bände, Nachdruck der Ausgabe von 1919 (Herausgeber Friedrich Panzer), Hildesheim, Olms 2004 ISBN 3-487-12067-4

Literatur

  • Anton Breitner (Hrsg.): Scheffel-Gedenkbuch. Aus Anlaß der Gründung des Scheffel-Bundes in Österreich. Wien, Pest & Leipzig: A. Hartleben's Verlag 1890.
  • Achim Fenner; Ursula Wolf (Hrsg.): Scheffel, Herr der Mettnau. Erinnerungsschrift zum 100. Todestag von Joseph Victor von Scheffel 9. April 1986. Mit Beiträgen von Bruno Epple; Achim Fenner. Im Auftrag des Fördervereins Heimatmuseum und Stadtgeschichte Radolfzell e. V., Radolfzell: Förderverein Heimatmuseum und Stadtgeschichte, 1986, 48 S.
  • Manfred Fuhrmann: Scheffels Erzählwerk: Bildungsbeflissenheit, Deutschtümelei, 1981. In: derselbe: Europas fremd gewordene Fundamente. Aktuelles zu Themen aus der Antike. Zürich: Artemis u. Winkler 1995. ISBN 3-7608-1122-1
  • Reiner Haehling von Lanzenauer: Dichterjurist Scheffel. Karlsruhe: Verl. d. Ges. für Kulturhistor. Dokumentation e.V. 1988. (= Schriftenreihe des Rechtshistorischen Museums Karlsruhe; 6) ISBN 3-922596-20-7
  • Günther Mahal: Joseph Viktor von Scheffel. Versuch einer Revision. Karlsruhe: Müller 1986. ISBN 3-7880-9731-0
  • Joseph Victor von Scheffel (1826-1886). Ein deutscher Poet - gefeiert und geschmäht, hrsg. v. Walter Berschin u. Werner Wunderlich. Ostfildern: Thorbecke 2003. ISBN 3-7995-0128-2
  • Joseph Victor von Scheffel. Bibliographie 1945 bis 2001, zsgst. v. Stefan Schank. Karlsruhe: Scheffelbund 2001.
  • Rolf Selbmann: Dichterberuf im bürgerlichen Zeitalter. Joseph Viktor von Scheffel und seine Literatur. Heidelberg: Winter 1982. (= Beiträge zur neueren Literaturgeschichte; F. 3, 58) ISBN 3-533-03200-0
  • Ludwig Wolf: Der Anteil der Natur am Menschenleben bei Freytag und Scheffel. Amsterdam: Swets u. Zeitlinger 1968. (= Gießener Beiträge zur Deutschen Philologie; 9)
  • Joseph Victor von Scheffel; Klaus Oettinger und Helmut Weidhase [Hrsg.]: Warum küssen sich die Menschen? Trink-Poesie u. Kater-Philosophie d. Meisters Josephus vom Dürren Aste; Trompetenstücklein, Vagantenepisteln, Polizei-Poesie u. Gaudeamus-Blödeleien (1986), ISBN 3-922305-19-9
  • Heinz Linnerz: Das Trinklied in der deutschen Dichtung von Johann Hermann Schein bis Viktor von Scheffel. Dissertation [masch.], Köln 1952.
  • Der Dichter Scheffel, der Mineraloge Kobell und der Industrielle Zugmayer und Scheffels petrefaktisch Lied, in: Jos. Victor v. Scheffel, Karlsruhe 1986, S. 25 - 43. (von Udo Kindermann)
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band VII, Band 125 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 2001, ISSN 0435-2408
  • J. Braun: Scheffel, Joseph Victor v. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 30, Duncker & Humblot, Leipzig 1890, S. 777–791.

Weblinks


Einzelnachweise

  1. Clericus, Ludwig A.: Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie. IV. Jahrgang.
  2. Clericus, Ludwig A.: Vierteljahrsschrift für Heraldik, Sphragistik und Genealogie. IV. Jahrgang.