Kasper Niesiecki

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Gedenktafel am Jesuitenkolleg in KrossenW-Logo.png
Leseprobe „Korona Polska ..“ vol 1.

Kasper Niesiecki (* 31. Dezember 1682; † 9. Juli 1744 in KrasnystawW-Logo.png) war ein polnischer-litausischerW-Logo.png JesuitW-Logo.png und Heraldiker.

Leben

Kasper Niesiecki entstammte einer Familie aus GroßpolenW-Logo.png. Er besuchte die Jesuitenschule in KrosnoW-Logo.png. 1699 begann er das NoviziatW-Logo.png der Jesuiten in KrakauW-Logo.png. Von 1701 bis 1704 studierte er Philosophie in LublinW-Logo.png und erlangte den Abschluss als Magister. Danach setzte er seine Studien in Krosno und Lublin und LuzkW-Logo.png fort, bevor er 1707 sein Theologiestudium an der Jagiellonen-UniversitätW-Logo.png in Krakau aufnahm. Im Alter von 28 Jahren erhielt Niesiecki die Weihe zum Priester.

Er lehrte dann Rhetorik und Poetik, zunächst 1712 bis 1713 in BrombergW-Logo.png und im Anschluss von 1713 bis 1714 in KonitzW-Logo.png, schließlich von 1714 bis 1715 Rhetorik und Mathematik in KalischW-Logo.png. In den Jahren 1715 bis 1723 wirkte er als Priester in MasowienW-Logo.png, Krakau, Lublin, Kalisch, Lemberg und Krasnystaw, wo er ab dem Jahr 1724 seinen ständigen Aufenthalt im Kloster hatte. Dort war er zunächst Leiter des Priesterseminars und lehrte die nächsten vier Jahre Moraltheologie. Ab 1727 leitete er die dortige Kirche und hatte seinen Arbeitsschwerpunkt in der Seelsorge. 1740 bis 1741 stand er vorübergehend auch dem Priesterseminar in SandomierzW-Logo.png vor.

Werke

Im Kloster Krasnystaw verfasste Niesiecki sein beachtetes vierbändiges Werk Korona Polska („Krone von Polen“) zum polnischen Adel bzw. dessen Wappen. Der erste Band von Korona Polska wurde 1728 in LwiwW-Logo.png (dt.: Lemberg) veröffentlicht. Ursprünglich wollte Niesiecki sein Werk auf Lateinisch veröffentlichen. Tarłowa Marianna von Potocki/PotockichW-Logo.png (Marianny z Potockich Tarłowej, 1664-1749), Witwe des Palatins von Lublin unterstütze Niesiecki bei der Veröffentlichung jedoch nur unter der Bedingung, dass er sein Werk in polnischer Sprache verfasste.[1]

Da Niesiecki in seinem Werk fragwürdige Quellen nach Möglichkeit nicht zitierte und Adels- und Wappenlegenden, die Realität und Fiktion eilfertig miteinander mischten, weitgehend ignorierte, stieß sein Werk auf die Verurteilung durch die zeitgenössische Szlachta (polnischer Kleinadel). Viele Familien fühlten sich nicht oder nicht richtig präsentiert, andere bedauerten es, dass bei der geringen durschnittlichen Lebenserwartung hinter dem Leben der Großeltern bereits der Mythenteppisch der eigenen Abstammung unentwirrbar gestrickt war und kritische und überprüfbare Belege oftmals fehlten. Niesieckis literarische Tätigkeit ist ein Produkt einer Zeit, die sich nur bedingt die Frage stellte, ob ihre Berichterstattung unabhängig, kritisch und neutral sei. In diesem Sinne räumt Niesiecki in seinem Werk jenen Familien mehr Platz ein, die prominente Geistliche (vor allem der Jesuiten) oder größzügige Kirchenspender als Familienmitglieder vorweisen konnten. Niesiecki fuhr trotz zeitgenössicher Kritik mit seiner Arbeit fort. Beim Drucken der nächsten Bände kam es zu Verzögerungen. Nachdem der vierte Band veröffentlicht wurde, nahmen die Angriffe der „Kleinadligen“ zu. Sie sandten Protestbriefe an seine polnischen und römischen Vorgesetzten und drohten ihm Schläge und Gewalt an. Die Arbeit am fünften Band wurde durch seinen Tod unterbrochen. Angeblich wurde der Band von Stanisław Czapliński fertiggestellt, aber nie veröffentlicht.[1]

Im neunzehnten Jahrhundert wurde Niesieckis Werk über den Adel mit vielen Änderungen von verschiedenen Editoren umgestaltet beziehungsweise erweitert. Der Verleger Jan Nepomucen BobrowiczW-Logo.png gab von 1839 bis 1845 in Leipzig unter dem Titel Herbarz Polski („polnisches Wappenbuch“) ein Sammelwerk mit den Bandnummern 4 bis 10 heraus. In den Bänden fügt man nahezu zu jedem Familienbeitrag Niesieckis Ergänzungen hinzu, in vielen Fällen unkritisch. Eine gekürzte, weniger weniger wertvolle Version veröffentlichte Hipolit Stupnicki in drei Bänden zwischen 1855 und 1862 (ebenfalls unter dem Titel Herbarz Polski). Eine dritte, erweiterte Version gab Kazimierz Łodzia Czarniecki in den Jahren 1872 bis 1882 heraus (nur der erste Band und die erste Ausgabe des zweiten Bandes wurden veröffentlicht).[1]

Schriften

  • 1728: Herby y Familie Rycerskie Tak w Koronie Jako y Wielkim Xięstwie Litewskim.. Societatis Jesu. (Google)
  • Korona Polska przy złotey wolnosci starożytnemi Rycerstwa Polskiego y Wielkiego Xięstwa Litewskiego kleynotami naywyższymi Honorami Heroicznym, Męstwem y odwagą, Wytworną Nauką a naypierwey Cnotą, nauką Pobożnością, y Swiątobliwością ozdobiona Potomnym zaś wiekom na zaszczyt y nieśmiertelną sławę Pamiętnych w tey Oyczyźnie Synow podana Przez X. Kaspra Niesieckego. Societatis Jesu, Lemberg 1728-1743.

Weitere Ausgaben (durch andere Editoren herausgegeben erweitert, ergänzt, verkürzt)

  • Jan Nepomucen BobrowiczW-Logo.png (Hrsg.): Digitalisate Herbarz Polski ... vol. 4-10. Herausgegeben durch , Leipzig, 1839–1845.
  • Hipolit Stupnicki: Herbarz Polski: i imionospis zasłużonych w Polsce ludzi wszystkich stanów i czasów. Band 1 bis 3. Lviv, 1855-1862. (Band 1: Google; Band 2: Google)
  • Kazimierz Łodzia Czarniecki: Herbarz polski: podług Niesieckiego, treściwie ułożony i wypisami z późniejszych autorów, z różnych akt grodzkich i ziemskich, z ksiąg i akt kościelnych oraz z dokumentów familijnych powiększony i wydany. Zwei Bände. (Band 2, Gniezno. 1881-1882.)

Literatur

  • Iwona M. Dacka-Górzyńska: „Korona polska“ Kaspra Niesieckiego. Pomnik staropolskiego piśmiennictwa heraldycznego. Wydawnictwo DiG, Warszawa 2004, ISBN 83-7181-332-5.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Włodzimierz Dworzaczek Jacek Maj: Arme-jezuita. Kasper Niesiecki. In: Forum Akademickie. Nr. 04. Jahrgang, 2016 (forumakademickie.pl).

Weblinks

Commons: Kasper Niesiecki – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Kasper_Niesiecki“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 06. März 2018 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.