Otto Plattner

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Otto Plattner-Lüdin (1886–1951) Kunstmaler, Graphiker, Heraldiker. Frida Plattner-Lüdin (1882–1973), Stephanie Plattner (1914–2009) Grab auf dem Friedhof Liestal. Standort: Feld LP
Grabstein auf dem Friedhof LiestalW-Logo.png

Otto Plattner (* 29. Juni 1886 in LiestalW-Logo.png; † 20. Oktober 1951 in Stein am RheinW-Logo.png) war ein schweizer Maler, Graphiker und Heraldiker.

Leben

Otto Plattner kam am 29. Juni 1886 in Liestal (Kanton Basel-Landschaft) als Sohn des Kaufmanns Wilhelm Plattner und der Marie Plattner geb. Strübin zur Welt. Er absolvierte Kurse an der Allgemeinen Gewerbeschule in Basel und später eine Lehre als Dekorationsmaler an der École des Beaux-Arts in Genf. Seine Studien führten ihn nach Paris und München; eine Tunisreise inspirierte ihn. 1912 ehelichte Otto Plattner Frida Lüdin, die Tochter des Buchhändlers Friedrich August Lüdin. 1913 nahm er in Liestal seinen Wohnsitz, blieb aber Basel weiter verbunden. Im Herbst 1915 war er in der Gemeinschaftsausstellung der Basler Künstler-Gesellschaft vertreten.

Jährlich beschenkte Plattner seine Freunde und Geschäftspartner zum Jahreswechsel mit Neujahrskarten. Im Zweiten Weltkrieg und in der unmittelbaren NachkriegszeitW-Logo.png propagierten sie Durchhaltewillen und Zuversicht, aber auch Wehrhaftigkeit und eidgenössischen PatriotismusW-Logo.png, den er auch mit seiner Signatur (Nachnamenskürzel und Schweizer Fahne) dokumentierte. Am 20. Oktober 1951 verstarb Otto Plattner in Stein am Rhein und wurde auf dem Friedhof von Liestal beigesetzt. Der Nachlass wird dank einer Schenkung der Tochter des Künstlers, Stefy Plattner, zum überwiegenden Teil im Dichter- und Stadtmuseum LiestalW-Logo.png aufbewahrt.

Werk

Obertor-Liestal; neu ausgemalt 1912/13 und 1949/50 durch Otto Plattner

Die Motive für seine Bilder entnahm Plattner vor allem der Lokalgeschichte. Die historisierenden WandmalereienW-Logo.png in Liestal am Oberen Tor (1912/13 und 1949/50) und im Lichthof des Rathauses (1939/40) sowie in LaufenW-Logo.png am Baslertor (1949)[1] stammen von ihm, ebenso mehrere Fassadendekors in Basel wie am Haus zum Strytgärtli (1932), mit dessen damaligem Besitzer Hans Waeffler er befreundet war.[2] Für die Burg ReichensteinW-Logo.png bei Arlesheim gestaltete er das DeckenfriesW-Logo.png im Turmzimmer mit der Darstellung eines ritterlichen HeerzugsW-Logo.png[3]

Auf der Staffelei malte er Porträts, GenrebilderW-Logo.png sowie Landschaften vor allem aus dem JuraW-Logo.png. Glasmalereien gehören zu Plattners Œuvre. Populär wurde der Künstler durch Buchillustrationen und Zeichnungen sowie durch seine GebrauchsgrafikW-Logo.png. Politische Propaganda- und Werbeplakate, Prospekte und Festkarten, Urkunden (wie der Aufnahme-Brief der Drei Ehrengesellschaften KleinbaselsW-Logo.png), Bühnenbilder für Festzüge, FasnachtslaternenW-Logo.png, Geschirr, Medaillen, Ansichtskarten und Briefmarken gehen auf Plattners Entwürfe zurück. 1920 entstand ein Moderner TotentanzW-Logo.png als Mappe mit vierzehn Blättern.[4]

Seine Zeichenkunst stellte Otto Plattner in den Dienst der politischen Rechten und agitierte beispielsweise 1926 gegen Zulagen für Arbeitslose, gegen Kommunalen Wohnungsbau und gegen die Einführung einer Arbeitslosenversicherung.[5] Im Auftrag der Gemeinde Liestal zeichnete er zur Einweihung des Schwimmbads 1934 ein Plakat, „das mit seiner kühnen Diagonal-Komposition zu einer Ikone schweizerischer Plakatkunst geworden ist“.[6]

Heraldisches Wirken

1947: Wappen des Schweizer Kantons Basel-Landschaft; Entwurf: Otto Plattner
Oben: Wappenartiges Zeichen der „Zunft zum Safran“

Auf dem von Plattner 1947 geschaffenen Kantonswappen von BasellandW-Logo.png ersetzte er die ursprünglich gotischenW-Logo.png Verzierungen des Bischofsstabes (Krabben) durch Kugeln. Er gestaltete ausserdem paraheraldische Wappen und Fahnen für die Liestaler BanntagsrottenW-Logo.png, für die Basler SafranzunftW-Logo.png und für lokale Vereine.

Illustrierte Bücher (Auswahl)

  • Karl Weber: Liestal, ein altes Schweizerstädtchen in Wort und Bild. Lüdin, Liestal 1914.
  • Lithographie zu Emmanuel Stickelberger (Hrsg.): E Wienachtsmajeli vo dr Liechtete im Rhyfelderhof. o. O. (Basel) 1919.
  • (mit Theodor BarthW-Logo.png:) Emmanuel Stickelberger: Der Stein der Weisen. Eine Kaufmannsgeschichte aus dem alten Basel. Friedrich Reinhardt, Basel 1919.
  • Niklaus BoltW-Logo.png: Der Feuerwehrmann und sein Kind. J. F. Steinkopf, Stuttgart 1927.
  • Niklaus Bolt: Christophs Flucht. J. F. Steinkopf, Stuttgart 1930.
  • Edi Strübin: Banntag Liestal. Die Geschichte. 60 Jahre Banntagserinnerungen. 4. Banntagsrotte, Liestal 1955.
  • Helene Bossert: Blüemli am Wäg. Gedichte in Baselbieter Mundart. Selbstverlag, Sissach o. J. (ca. 1973).

Literatur

Einzelnachweise

  1. Vgl. die Abbildung auf der Webseite altbasel.ch (Web-Ressource).
  2. Vgl. die Webseite des Basler Ruder-Clubs, der heute in dem Haus beheimatet ist (Web-Ressource).
  3. Vgl. die Abbildungen auf der Webseite Der Wanderer von Arlesheim.
  4. Heute in der Sammlung Im Obersteg im Kunstmuseum BaselW-Logo.png (Web-Ressource).
  5. Vgl. die in der Datenbank des Museums für Gestaltung ZürichW-Logo.png abrufbaren Beispiele: (Web-Ressource).
  6. Bildunterschrift in: Drucksachen. Schreiben, setzen, drucken, lesen und archivieren im Baselbiet. Baselbieter Heimatbuch 24 (2003), S. 276.

Weblinks

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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Otto_Plattner“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 22. Januar 2018 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.