Theodor Höpingk

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1641/1667 : Theodor Höpingk
(Kupferstich von Peter Troschel)
Leseprobe

Theodor Höpingk (* 1. Januar 1591 in Soest; † 7. März 1641 in Friedberg, Hessen) war Heraldiker, Hochschullehrer, Historiker und Jurist.

Leben

Höpingk, Sohn des Martin Höpingk, promovierte am 6. September 1621 zum Dr. jur. utr. (Doktor beider Rechte) an der Philipps-Universität MarburgW-Logo.png und wurde am 20. Juni 1627 ordentlicher Professor der Geschichte und Beredsamkeit. 1632 war er Rektor der Universität Marburg, 1633 Dekan der Philosophischen Fakultät. 1635 ging er aus Marburg weg nach Frankfurt am Main, später wurde er SyndikusW-Logo.png in Friedberg, Hessen.[1][2]

Werke

Für Gatterer war Höpingk (neben Cyriacus Spangenberg und Georg Philipp Harsdörffer) einer der ersten deutschsprachigen heraldischen Autoren:

„(..) In Deutschland selbst, weiß ich vor dem Ende des 16. und dem Anfange des 17. Jahrhunderts niemand, der von der Heraldik geschrieben. Cyriak Spangenberg, ein Prediger (geb. 1528, starb 1604 ..), Theodor Höpingk, von Soest gebürtig, beeder Rechten Doctor und Syndicus zu Friedberg (starb 1641 im funfzigsten Jahre seines Alters) in seinem Werke de Iure insignium (Norimb. 1642. f.) und Georg Philipp Harsdörfer (..) haben alle drey, jeder in seiner Art, gleichgroßen Antheil an der Ehre, die ersten heraldischen Schriftsteller unter den Deutschen gewesen zu sein. Indessen bleibt doch der berühmte Gottesgelehrte, Phil. Jac. Spener (..) der wahre Vater unsere Wissenschaft.“

Johann Christoph Gatterer (1773)[3]

Gert Oswald würdigt Höpingks heraldische Arbeit mit folgenden Worten:

„(..) Er ware der erste deutsche Autor, der ohne wahrnehmbaren Einfluß von ausländischen Quellen eine sachliche Bestimmung des Begriffs »Wappen« aufzustellen versuchte. Sein im Februar 1639 vollendetes, aber erst 1642 erschienenes wappenrechtliches Werk »De Insignium Sive Armorum Prisco Et Novo Jure Tractatus Juridico-Historico-Philologicus ...«, Nürnberg 1642, zeigt ein straffes wissenschaftliches System, aber auch die für diese Zeit typischen Schwächen in den Geschichtsquellen. Die Fülle des Materials macht es nicht nur für die Geschichte der Heraldik interessant, sondern auch für andere Gebiete wertvoll.“

Gert Oswald: Lexikon der Heraldik (1984)[2]
  • De Insignium Sive Armorum Prisco Et Novo Jure Tractatus Juridico-Historico-Philologicus. Nürnberg 1642. (Das Werk war bereits 1639 vollendet und erschien posthum).[2]
  • De Notis naturalibus, genitivis et gentilitiis meditatio historica ... Harum Appellationes Varias, Originem, Causas, Genera, Prout Nunc Gentibus, nunc singularibus Imperatorum, Regum, Principum & Heroum personis, imo & integris Familiis ... exhibens / Auctore Theodoro Höpingk ... Adjectis Singulorum Paragraphorum ... ad calcem Indice. Marburg. 1635.

Literatur

  • Friedrich Wilhelm Strieder: Grundlage zu einer hessischen Gelehrten- und Schriftsteller-Geschichte, Bd. 6, S. 59
  • Gundlach, Catalogus professorum academiae Marburgensis 1, Von 1527 bis 1910, 1927, Nr. 561

Einzelnachweise

  1. „Höpingk, Theodor“. In: Professorenkatalog der Philipps-Universität Marburg. (Stand: 11.11.2016, abgerufen: 10. August 2017)
  2. 2,0 2,1 2,2 Gert Oswald: Lexikon der Heraldik. Bibliographisches Institut, Mannheim, Wien, Zürich 1984, ISBN 3-411-02149-7, S. 206 (Digitalisat [abgerufen am 29. Februar 2020]).
  3. Johann Christoph Gatterer: Johann Christoph Gatterers (..) Abriß der Heraldik. Göttingen und Gotha 1773. S. 10