Wappenscheibe

Aus Heraldik-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappenscheibe im Rathaus in Ravensburg (Haupteingang)

Eine Wappenscheibe (auch Wappenfensterscheibe, Wappenglasscheibe o. ä.) ist ein Flachglas mit einem oder mehreren Wappenabbildungen oder anderen heraldischen Symbolen, das z. B. als Fensterglas, aber auch als Produkt für Spiegel- und Glastüren et cetera Verwendung findet.

Die Wirkung entsteht durch das durchscheinende Licht. Die Wappenscheiben-GlasmalereiW-Logo.png hat einen besonderen Stellenwert in der Heraldik, denn keine andere Malart kann eine so hohe Farbleuchtkraft und so große Helligkeitsunterschiede zeigen wie ein durchsichtiges Glasbild. Kontrastumfang und Farbbrillanz sind noch stärker als beim Diapositiv im Vergleich zum Papierfoto.

Wappenscheiben wurden ursprünglich in den Fenstern von Schlössern, Klöstern, Kirchen und Rathäusern eingebaut, fanden aber bald auch in anderen öffentlichen, privaten oder gewerblichen Gebäuden (z. B. in Gasthäusern) Verwendung.

Geschichte

Wappenscheiben wurden als Spende oder auch als Erinnerung an eine Persönlichkeiten angefertigt. Sie waren häufig mit dem Wappen des Spenders versehen und wurden wie eine Art "Spenderliste" verstanden.

„Die Sitte der Fenster- und Wappenschenkung war vorrangig auf die Schweiz beschränkt. Diese Sitte begann im 15. und erhielt sich bis in das 17. Jahrhundert. Die hier entstandenen Wappenscheiben sind eine Hauptursache dafür, daß die Glasmalerei in der Schweiz eine Höhe der Technik erreichte, wie sie wohl kaum anderswo anzutreffen war. (..) Die große Beliebtheit dieser Kunsterzeugnisse beweist die Tatsache, daß im Jahre 1516 in Zürich zehn, 1568 sogar 21, in Schaffhausen um 1610 zwölf Glasmaler tätig waren.“

Gert Oswald: Lexikon der Heraldik (1984)[1]

Galerie

Restauration

Zum täglichen Handwerk eines Glasmalers gehört auch die Restauration von alten Wappenscheiben. Die nachstehende Bilderstrecke zeigt die Restauration der Wappenscheibe „Hans Frantz Nägeli“, die aus dem Jahre 1761 stammt.

OtfCxZ.jpeg

Webseiten

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Oswald, Gert: Lexikon der Heraldik. Mannheim, Wien, Zürich. 1984. S. 433