Adam Berg

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Adam Berg, genannt Montanus (* 1540 in Nürnberg(?); † 1610 in München) war ein deutscher Buchdrucker und Verleger.[1]

Leben

Adam Berg kam 1564 nach München, wo er die bestehende Druckerei Schobser übernahm. Deren früherer Besitzer Hans SchobserW-Logo.png hatte 1519 lutherische Schriften publiziert und mit der Wittenberger ReformationW-Logo.png sympathisiert, womit er sich im Konflikt mit den bayerischen Herzögen befand[2]. Der katholische Berg wurde Hofdrucker der Herzöge Albrecht V.W-Logo.png und Wilhelm V.W-Logo.png und gilt als der bedeutendste Drucker der GegenreformationW-Logo.png in Süddeutschland. Er hat fast 500 Titel[3] verlegt, darunter beispielsweise die Werke von Orlando di LassoW-Logo.png.

Bei seiner Tätigkeit wurde er unterstützt von seiner Frau Anna, die nach seinem Tod 1610 die Geschäfte verantwortlich weiterführte. Nach ihrer Heirat mit Melchior SegenW-Logo.png 1629 wurde dieser Geschäftsinhaber. Anna Berg starb 1634.[4] Einer seiner Setzer und Korrektoren war Georg WidmanstetterW-Logo.png, der 1585 von Erzherzog Karl II.W-Logo.png als Hofbuchdrucker nach Graz abgeworben wurde.[5][6]

Wappenbuch

Über die Arbeit als Drucker und Verleger hinaus hat er an einigen Werken inhaltlich oder als Urheber mitgewirkt, zum Beispiel am Wappenbuch des Heiligen Roemischen Reichs und allgemainer Christenheit in Europa, in welchem er die Verfasserschaft von Martin Schrot fingierte.[7]

Sonstiges

Adam Berg verwendete auch die Namen Adamus Berg, Adam Montanus und Johannes Montanus. Nach ihm ist die Adam-Berg-Straße im Münchner Stadtteil RamersdorfW-Logo.png benannt.

Siehe auch

Literatur

  • Dieter Albrecht: Maximilian I. von Bayern 1573-1651. R. Oldenbourg, München 1998, ISBN 3-486-56334-3, S. 304 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Josef BenzingW-Logo.pngBerg, Adam. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 2, Duncker & Humblot, Berlin 1955, S. 72 f. (Digitalisat).
  • Anton Schmid: Ottaviano dei Petrucci da Fossombrone, der erste Erfinder des Musiknotendruckes mit beweglichen Metalltypen und seine Nachfolger im sechzehnten Jahrhunderte. Wien 1845, S. 200–205, 216, 284 (Volltext in der Google-Buchsuche).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Erich Keyser, Heinz Stoob: Bayerisches Städtebuch. Teil 2, 1974, ISBN 3-17-210181-9, S. 399 (Auszug in der Google Buchsuche).
  2. Markus Springer: München evangelisch? In: evangelisch 2008. Evang.-Luth. Dekanat München, Juni 2008, S. 1, abgerufen am 12. Mai 2010 (PDF-Datei; 127 kByte).
  3. Wolfgang Harms, Dieter Breuer: Adam Berg der Ältere 1564-1610. In: Münchner Drucke 1564-1651. historicum.net, abgerufen am 12. Mai 2010 (PDF-Datei; 17,3 MByte).
  4. Josef Benzing: Berg, Adam. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 2, Duncker & Humblot, Berlin 1955, S. 72 f. (Digitalisat).
  5. Karlpeter Elis: Steirische Druckgeschichte. Druckmuseum Graz, 1982, abgerufen am 12. Mai 2010.
  6. Christian Pinter: Grazer Mustermann. In: extra Lexikon. Wiener Zeitung, 4. September 1999, abgerufen am 12. Mai 2010.
  7. Constanze Huhn: Quellenautopsie - Martin Schrot, Wappenbuch 1576. In: Datenbank: Europäische Geschichte. Archiviert vom Original am 1. Oktober 2007, abgerufen am 12. Mai 2010 (umfasst eine Kurzbiographie von Adam Berg).


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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Adam_Berg“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 9. Juli 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.