Armorial Gorrevod

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Armorial Gorrevod
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Originalausgabe
Originaltitel Armorial Gorrevod
Genre Wappenbuch, Armorial
Autor unbekannt
Originalsprache Text: MittelniederländischW-Logo.png;
Blason: FranzösischW-Logo.png;
einige spätere Korrekturen
der Legenden: Flämischlink=wikipedia:de:Belgisches_Niederl%C3%A4ndisch#Dialekte
Erscheinungsjahr Je nach Datierung[1]:
ca. 1425 (Raneke BH)
ca. 1448 (Wasserzeichen)
ca. 1456-1459 (Clemmensen)
ca. 1450-1460 (Boos DB)
Technik Malerei und Zeichnungen
Abmessungen (H x B) 25,5 cm x 15,5 cm
Standort Königliche Bibliothek BelgiensW-Logo.png,
Brüssel
Inventarnummer ms.II 6563, Kodex 148

Die Handschrift Armorial Gorrevod (auch Wappenbuch Gorrevod genannt; Kürzel: „GD“ oder „GOR“; ndl.: Wapenboek van GorrevodWp Insigne Nederlandicum.png; frz: armorial de gorrevod) ist ein aus mehrere Teilen und verschiedenen Quellen zusammengesetztes, aus dem französisch-niederländisch-flämischen Kulturraum stammendes „Wappen­buch“ (Armorial) des 15. Jahrhunderts.

Geschichte/Herkunft

Der oder die Urheber des Armorial Gorrevod sind nicht bekannt. Das Werk war Teil der Kunstsammlung Fonds Houwaert des brüsseler Stadtsekretärs Joannes Baptist Houwart (1626-1688), dem Enkel des flämischen Dichters und Diplomaten Johan Baptista HouwaertWp Insigne Nederlandicum.png (1533-1599).[2] Das OEuvre erhielt seine Namen von Paul Adam, der es nach einem Wappen der Isabelle de Bourgogne († 13.08.1650) taufte, das Folio 2 vom Band schmückt; sie war ein direkter Nachkomme von Baudouin de Bourgogne, einem unehelichen Kind von Philippe le Bon. Das Wappen steht ursprünglich im Zusammenhang mit ihrem Mann Charles-Emmanuel de GorrevodWp France moderne.png (* 13.12.1569; † 4.11.1625), Ritter vom Goldenen Vlies und dessen Familie.[3] Später ging das Werk über in die Hände von Jacques de Grez/Grave († 1752), Wappenkönig von Brabant. Im Jahre 1932 wurde diese Handschrift von der Königlichen Bibliothek Belgiens erworben.[4]

Eine Abschrift/Kopie des Werks mit abweichenden Teilen (Goethehals 695, „Kopie eines Armorials für Anton von BurgundW-Logo.png 1384-1415“), die von Henry Butkens auf 1649 datiert wird, befand sich in den Händen von Félix Victor GoethalsW-Logo.png (1798/99-1872), Gelehrter und Genealoge und ist heute ebenfalls im Bestand der der Königlichen Bibliothek Belgiens.

Inhalt

In dem Armorial erscheinen 1460 gezeichnete beziehungsweise gemalte Wappen und Blasons, inklusive 163 bürgerlicher Wappen und 900 Crests.[1] Das Werk ist zu einem Band zusammengebunden, besteht aber aus mehrere Teilen, die aus verschiedenen Quellen stammen. Teilweise sind Folio/Wappen ausgetauscht. Es hat einen ähnlichen Inhalt wie das Armorial Le Breton und zeigt Wappen europäischer Souveräne, vor allem aus dem französischen Kulturraum des 15. Jahrhunderts (Herzöge, Herren, Fürsten und Grafen, zwölf Peers etc.). Hauptsächlich stehen die Wappen im Zusammenhang mit dem Herzogtum Brabant und Nachbargebieten.

Galerie

Zirka 120 neuere Digitalisate der Wappen aus dem Armorial Gorrevod wurden durch den Wikimedia-Commons-Autor Arch erstellt (siehe auch den weiter unten stehenden Wikimedia-Commons-Weblink):

Weblinks

 Commons: Neugezeichnete Wappen des Armorial Gorrevod – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur / Quellen

  • Armorial de Gorrevod. Belgian Art Links and Tools. 1999. Koninklijk Instituut voor het Kunstpatrimonium. Abgerufen: 27. Juli 2017.
  • Torsten Hiltmann: Spätmittelalterliche Heroldskompendien. Referenzen adeliger Wissenskultur in Zeiten gesellschaftlichen Wandels (Frankreich und Burgund, 15. Jahrhundert). In: Deutsches Historisches Institut Paris (Hrsg.): Pariser Historische Studien. Band 92. Oldenbourg Verlag, München 2011, ISBN 978-3-486-59142-2, S. 360 (513 S.).

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Clemmensen, Steen: Armorial Gorrevod (GOR). In: Ordinary of medieval Armorials vs. 2.0 (PDF). Armorials - listed by Sigla. Internet: www.armoria.dk. Abgerufen: 27. Juli 2017. Farum, Dänemark. 2017.
  2. Het Fonds Houwaert. Internet: www.michel-halin.be. Abgerufen: 27. Juli 2017. Hrsg.: F. Bassevelde. 1971. S. 193.
  3. Christiane van den Bergen-Pantens: L’armorial dit de Gorrevod: deux compilations, deux méthodes. In: Université de Lille (Hrsg.): Revue du Nord. 366–367, Nr. 3, 2006, ISSN 0035-2624, S. 805–824, doi:10.3917/rdn.366.0805 (französisch, cairn.info [abgerufen am 17. Juli 2017]).
  4. Wapenboek van Gorrevod. (2015, september 24). Wikipedia, de vrije encyclopedie. Opgehaald 07:54, september 24, 2015 van //nl.wikipedia.org/w/index.php?title=Wapenboek_van_Gorrevod&oldid=44957280.