Armorial (Wappenbuch)

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Mit dem Ausdruck Armorial (auch Armoriāl geschrieben; Plural: armoniaux; neulat.: Armoriale; dt.: „Wappenbuch“[1]) werden bevorzugt Wappenbücher des französischsprachigen Kulturraums bezeichnet (zum Beispiel das „Armorial Wijnbergen“ (Wijnbergen, d’ Assignies, General), das Amorial de l’ordre du Croissant, das Armorial d’ Assignies oder das Armorial général de France).

Der französische Ausdruck armorial ist in der deutschsprachigen Literatur gewöhnlich in der Bedeutung → „Wappenbuch“ gebräuchlich, teilweise wird er auch in dem Sinn → „Wappenrolle“ verwendet.

Bekannte Armoniaux

Mit dem Titelbegriff „Armorial“ bekannt gewordene Wappenbücher sind unter anderem (Auswahl):

Zeitraum Name Kurzbeschreibung
1265-1288 Armorial Wijnbergen Diese in französischer Sprache abgefasste Sammlung entstand zwischen 1265 und 1288 und enthält 1302 farbige Wappen. Über den Wappenschilden sind die Namen der Wappenträger vermerkt.

„Die Sammlung zeigt unter anderem auch die Wappen von Familien der Marche d'Artois. Der Urheber des Werkes bemühte sich, innerhalb der „Marches“ auf Verwandschaft beruhende Wappengruppen zu zeigen, die aber zum großen Teil nur auf zufälligen Ähnlichkeiten beruhen.“

Gert Oswald: Lexikon der Heraldik (1984)[2]
Das Original ist im Besitz der Koninklijk Nederlandsch Genootschap voor Geslacht- en Wapenkunde (KNGGW) in Den Haag.
16. Jhr. Amorial de l’ordre du Croissant

„Wappenbuch der Mitglieder des von René I.W-Logo.png von AnjouW-Logo.png (1435.1442, gest. 1480) im Jahre 1448 erneuerten Ordens vom HalbmondW-Logo.png (auch „Orden der Argonauten“ genannt -- Anmerkung der Redaktion).“

Gert Oswald: Lexikon der Heraldik (1984)[2]
Es befindet sich in der NationalbibliothekW-Logo.png in Paris.
um 1500 Armorial d’ Assignies Das Wappenbuch entstand um 1500 und zeigt

„(..) die Wappen und Schlachtrufe von 31 Rittern aus FlandernW-Logo.png, Hennegau, Artois und CambresisW-Logo.png (..) Veröffenlicht wurde es durch Arthur DinauxW-Logo.png im Archives historiques et littéraires du Nord de la France et du Midi de la Belgique, 1842.“

Gert Oswald: Lexikon der Heraldik (1984)[2]
ab 1615
(Text-Sammlung von 1903)
Armorial général de France Dieses staatliches Wappenbuch des bourbonischen Frankreich wurde – aufbauend auf Vorarbeiten seit 1615 – aufgrund eines Ediktes von König Ludwig XIV. ab 1696 vom königlichen Genealogen Charles-René d'Hozier angelegt. Da alle Wappenträger verpflichtet waren, sich eintragen zu lassen, enthält es alle wappenführenden französischen Familien und 125.807 Wappen. Die 35 Bände des Manuskripts sind nach den 25 historischen Provinzen Frankreichs gegliedert.[3]
ab 1861
(mehrere Erweiterungen, Reprints etc: 1884, 1887, 1967, 1972)
Armorial général Neueres und allgemeines Wappenbuch von Johannes Baptista Rietstap. Die Erstausgabe von 1861 enthält etwa 50.000 Wappen, die zweite Ausgabe, 1884 und 1887 in zwei Bänden in GoudaW-Logo.png erschienen, bietet 110.000 Wappen.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Meyers Großes Konversationslexikon: Armorial. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. Leipzig und Wien 1905-1909.
  2. 2,0 2,1 2,2 Gert Oswald: Lexikon der Heraldik. Bibliographisches Institut, Mannheim, Wien, Zürich 1984, ISBN 3-411-02149-7, S. 43 f. (Digitalisat [abgerufen am 29. Februar 2020]).
  3. L’Armorial général de 1696. Une source méconnue de l’histoire sociale et institutionnelle de la France d’Ancien Régime. Société française d’héraldique et de sigillographie (S.F.H.S.), Paris 1998 (= Revue française d’héraldique et de sigillographie, Bd. 67/68).
Muster-Wappenschild-Info.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Armorial_(Wappenbuch)“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 14. April 2017 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.