Breidbach (Adelsgeschlecht)

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Wappen der Familie von Breitbach zu Bürresheim
Wappen von Emmerich Joseph von Breidbach zu Bürresheim, (1707-1774), Kurfürst und Erzbischof von Mainz und Fürstbischof von Worms

Die Herren von Breidbach (auch Herren von Breitbach, Grafen von Breitbach) werden das erste Mal im 13. Jahrhundert erwähnt. Ein Ritter namens Heinrich von Breidbach, dessen Vater Randolf gerade verstorben war, wird als Ministeriale (Dienstmann) des Grafen Heinrich III. von Sayn in einer Schrift aufgeführt. 1247 starb dieser Heinrich ohne einen männlichen Nachfolger.

Geschichte

Ein Teil seines Nachlasses (darunter die Besitztümer und Güter in Unkel und Rheinbreitbach) ging an seinen Neffen Johann von Sponheim über, der ein Sohn der Schwester Heinrichs, Adelheid, war. Dieser verkaufte am 1. April 1264 die Besitztümer in Rheinbreitbach und Unkel für 900 Mark an den Erzbischof Engelbert vom Erzstift Köln. Seit diesem Zeitpunkt sind die Grafen von Breitbach die Lehensleute des Erzstiftes von Köln.

Das Vermögen und der Besitz der Grafen von Breitbach wuchs in den nächsten Jahrhunderten an und war ein Produkt der klugen Heirats-, Kauf- und Belehnungstaktik. Somit konnten sie auf reiche Einkünfte aus den mainzischen, trierischen und kölnischen Gebieten bauen. Der Höhepunkt ihres Besitzes und somit ihres Ansehens genoss die Familie im 15. Jahrhundert. Dieses große und reiche Erbe ging an Paul I. und danach an seine Söhne Wilhelm und Gerlach über. Gerlach heiratete eine reiche Bonnerin, namens Mase Saneck von Waldeck, die als Mitgift ein enorm großes Vermögen aus dem Erzstift von Mainz mit in die Ehe einbrachte. Mit diesem Vermögen kaufte Ritter Gerlach von Breidbach am 18. Mai 1473 einen Teil der Burg und der Herrlichkeit von Schloss Bürresheim bei Mayen über Kuno von Schöneck. Diese Hälfte des Schlosses Bürresheim war ein Anteil aus dem Lehen des Erzbistums Köln.

Die Burg Bürresheim hatten schon die alten Herren von Bürresheim je zur Hälfte von den Erzstiften Köln und Trier zu Lehen. Vor ihrem Aussterben im 15. Jahrhundert hatten die Herren von Schöneck als auch die Herren von Leudersdorf, die bald darauf von den Herren von Lahnstein beerbt wurden, den größten Teil ihrer Güter erworben. Dabei besaßen die Schönecker sowohl die Trierer wie Kölner, die Lahnsteiner aber anscheinend nur Kölner Lehen. Dies ist wichtig für die später Erbnachfolge und der Kauf weiterer Teile des Bürresheimer Schlosses von der Familie Breidbach im Jahre 1659.

Zwischen 1473 und 1501 erwarb Gerlachs Sohn, Johann III. von Breidbach die Lehen des Trierer Erzstiftes von Schloss Bürresheim. Erst 1659 erlangten die Breidbacher Herren durch Willhelm von Breidbach das ganze Schloss. Im Jahre 1691 wurde die Familie in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Der Höhepunkt der Familiengeschichte war die Wahl Emmerich Josephs zum Erzbischof von Mainz (1763-1774). Dieser Erzbischof krönte Josef II., einen Sohn der Königin Maria Theresia, zum König und Mitregent der Königin. Von diesem Ereignis wird sogar in Goethes "Dichtung und Wahrheit" berichtet.

Nach diesem Höhepunkt der Familiengeschichte der Freiherren von Breidbach zu Bürresheim starb der Hauptstamm der Familie nach Franz Ludwig, welcher am 21. Februar 1796 von französischen Revolutionstruppen in Bamberg erschossen wurde, abrupt aus.

Da kein männlicher Nachfolger vorhanden war, entbrannte nun um die Güter und Lehen ein furchtbarer Streit, der erst mit Napoleons Einmarsch ins Rheinland im Jahre 1803 gewaltsam beendet wurde. Napoleon löste die Erzstifte/Bistümer auf und gab den Fürsten der linken Rheinseite für ihre Verluste während des Kampfes die durch die Säkularisierung (Auflösung der Kircheneigentümer) erworbenen Gebiete. Die ehemaligen Lehen wurden Privateigentum der verschiedenen Grafen. Rheinbreitbach fiel, wie Schloss Bürresheim, an den Grafen von Renesse, dessen Nachfahren heute in Belgien leben. Das Wappen und der Titel wurde dem der Grafen Renesse hinzugefügt.

Wappengeschichte

Es gibt es große Ähnlichkeiten zwischen den Wappen der Breitbacher Grafen und der Burggrafen von Drachenfels. Das Wappen der Drachenfelser zeigt einen silbernen Drachen mit goldenen Fängen auf rotem Grund. Manche Historiker vermuten, dass die Herren von Breitbach aufgrund der Ähnlichkeit der beiden Wappen von den Burggrafen des Drachenfelses in irgendeiner Weise abstammen. Es könnte jedoch ebenfalls sein, dass die Breitbacher Grafen das Wappen erst nach 1264 angenommen haben, nachdem sie an das Erzstift Köln verkauft worden waren.

Quellen

  • Heimatverein Rheinbreitbach (Hrsg.): Rheinbreitbach. Einst und jetzt, Rheinbreitbach 1974


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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Herren_von_Breitbach“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 9. Juli 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.