Christiane Eberhardine von Brandenburg-Bayreuth

Aus Heraldik-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Christiane Eberhardine von Brandenburg-Bayreuth

Christiane Eberhardine von Brandenburg-Bayreuth (* 19./29. Dezember 1671 in Bayreuth; † 4. September 1727 in Pretzsch (Elbe)) war Kurfürstin von Sachsen und ab 1697 Titularkönigin von Polen.

Die einzige Tochter des Markgrafen Christian Ernst von Bayreuth und der Sophie Luise, Tochter des Herzogs Eberhard von Württemberg, heiratete im Alter von 21 Jahren am 10./20. Januar 1693 den zukünftigen Kurfürsten Friedrich August I. von Sachsen in Bayreuth. Nach kurzem zeigte sich, dass diese Ehe nur von politischem Interesse war.

Ihr Sohn Friedrich August (II.) wurde gut drei Jahre später, am 7./17. Oktober 1696 in Dresden geboren.

Christiane Eberhardine blieb ihrem protestantischen Glauben treu, als ihr Gemahl zu Gunsten der polnischen Krone zum katholischen Glauben konvertierte und schlug damit die Königswürde in Polen aus. Von den Protestanten erhielt sie den Ehrennamen „Die Betsäule Sachsens“. Christiane Eberhardine zog sich abwechselnd auf das Schloss Pretzsch an der Elbe oder Schloss Hartenfels in Torgau zurück und ließ sich nur noch zu gelegentlichen Anlässen und Festlichkeiten am Dresdner Hof blicken. In ihrem freiwilligen Exil entfaltete sie nach dem Vorbild des kurfürstlichen Hofes ein beachtliches kulturelles Leben. Dabei lag ihr besonders das Schicksal von Waisenkindern am Herzen. Doch auch wirtschaftlich betätigte sie sich: 1697 übernahm sie die von Constantin Fremel gegründete Glashütte in Pretzsch.

Vereinsamt starb Christiane Eberhardine von Brandenburg-Bayreuth im Alter von 55 Jahren und wurde am 6. September in der Stadtkirche beigesetzt. Weder ihr Ehemann noch ihr Sohn erschienen zu ihrer Beisetzung.

Zur Trauerfeier schrieb Bach die so genannte Trauerode („Laß, Fürstin, laß noch einen Strahl“, BWV 198) auf einen Text von Johann Christoph Gottsched, die am 15. Oktober 1727 in der Paulinerkirche aufgeführt wurde.

Literatur

  • Stichart, Franz Otto: Galerie der sächsischen Fürstinnen; biogr. Skizzen sämtlicher Ahnfrauen des kgl. Hauses Sachsen, Leipzig 1857
  • Blanckmeister, Franz: Kurfürstin Christiane Eberhardine von Sachsen: eine ev. Bekennerin, Barmen 1892
  • Meyer, Johannes: Frauengestalten und Frauenwalten im Hause Wettin, Bautzen 1912
  • Haake, Paul: Christiane Eberhardine und August der Starke: eine Ehetragödie, Dresden 1930
  • Lauckner, Martin: Eine alte Unterschrift von zarter Hand, in: Sächs. Heimat, Hamburg, Jg. 1981
  • Czok, Karl: August der Starke und Kursachsen, Leipzig 1987. Aufgeklärter Absolutismus und kirchlich-religiöse Toleranzpolitik bei August dem Starken, In: Sachsen und die Wettiner. Chancen und Realitäten (Sondernummer der Dresdner Hefte); Dresden 1990
  • Fellmann, Walter: Prinzessinnen. Glanz, Einsamkeit und Skandale am sächsischen Hof, Leipzig 1996
  • Kühnel, Klaus: Königin ohne Krone. In: KK: August der Starke und das schwache Geschlecht, Dreikastanienverlag, Wittenberg 2005. ISBN 3-933028-92-2.


Vorgänger Amt Nachfolger
Maria Kazimiera Sobieska Königin von Polen
1697–1727
Katharina Opalińska


Vorgänger Amt Nachfolger
Eleonore von Sachsen-Eisenach Kurfürstin von Sachsen
1694–1727
Maria Josepha von Österreich



Muster-Wappenschild-Info.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Christiane_Eberhardine_von_Brandenburg-Bayreuth“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 26. Juni 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.