Sachsen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Sachsen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Freistaat Sachsen
Swobodny stat Sakska
Flagge Sachsens
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Über dieses Bild
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Landeswappen Sachsens
Näheres zum Wappen
SpracheW-Logo.png Deutsch, Obersorbisch[1]
Landeshauptstadt Dresden
FlächeW-Logo.png 18.415,51 km²
EinwohnerzahlW-Logo.png 4.152.000 (31. Oktober 2010)[2]
BevölkerungsdichteW-Logo.png 227 Einwohner pro km²
ArbeitslosenquoteW-Logo.png 12,3 % (Januar 2011)[3]
GründungW-Logo.png 3. Oktober 1990
SchuldenW-Logo.png 13,58 Mrd. € (31. Dezember 2008)[4]
ISO 3166-2W-Logo.png DE-SN
Kontakt:
Offizielle Webseite: www.sachsen.de
Politik:
MinisterpräsidentW-Logo.png: Stanislaw Tillich (CDU)
Regierende Parteien: CDU und FDP
Sitzverteilung im LandtagW-Logo.png: CDU 58
Die Linke 29
SPD 14
FDP 14
Bündnis 90/Die Grünen 9
NPD 8
(5. Wahlperiode)
Letzte Wahl: 30. August 2009
Nächste Wahl: 2014
Parlamentarische Vertretung:
Stimmen im BundesratW-Logo.png: 4
Landkreise Sachsen.svg

Der Freistaat Sachsen (obersorbisch Swobodny stat Sakska) ist ein Land im Osten der Bundesrepublik Deutschland. Das 1990 neu gegründete Land führt, wie schon von 1919 bis 1933 als Gliedstaat der Weimarer Republik, die Bezeichnung Freistaat, ein älteres Wort für Republik. Benachbarte Länder sind Brandenburg im Norden, Sachsen-Anhalt im Nordwesten, Thüringen im Westen und Bayern im Südwesten. Im Süden grenzt das Land an Tschechien (an die Regionen Liberec, Ústí und Karlovy Vary) und im Osten an Polen (an die Woiwodschaften Lebus und Niederschlesien). Landeshauptstadt ist Dresden.

Geographie

Siehe Naturräume in Sachsen, Landschaften in Sachsen

Sachsen liegt im Osten Mitteldeutschlands und grenzt an die Länder Bayern (Länge der Grenze 41 km), Thüringen (274 km), Sachsen-Anhalt (206 km), Brandenburg (242 km), die Republik Polen (123 km) und die Tschechische Republik (454 km). Der Freistaat Sachsen gehört wie auch Thüringen und Teile Sachsen-Anhalts zur Region Mitteldeutschland.

Nach topografischen Gesichtspunkten ist es am sinnvollsten, Sachsen in Flachland, Hügelland und Mittelgebirge einzuteilen. Zum Flachland gehören vor allem die Leipziger Tieflandsbucht um Leipzig sowie die nördliche Oberlausitz. Beide sind durch jüngere Ablagerungen aus dem eiszeitlichen Pleistozän und den Flussniederungen gekennzeichnet, sowie insbesondere durch deren tertiäre Braunkohlevorkommen im Untergrund. Das Hügelland weiter südlich mit seinen weitflächigen Lößablagerungen (Lößhügelland) und der damit verbundenen hohen Bodenqualität geht auf die Endmoränenbildung zurück.

Die sächsischen Mittelgebirge gliedern sich von West nach Ost durch eher unscharfe Grenzen. Im Südwesten Sachsens erstreckt sich das eigentlich bis nach Bayern, Thüringen und Böhmen reichende Vogtland mit dem Erzgebirgsbecken als Nordgrenze und dem Elstergebirge im Südosten. Nach Osten folgt die Pultscholle des Erzgebirges, welches meist in West- und Osterzgebirge (geteilt durch das Flöhatal), seltener auch zusätzlich in das Mittelerzgebirge untergliedert wird. Die Höhenlagen nehmen dabei von West nach Ost langsam ab, weshalb auch die mit 1215 Metern höchste Erhebung Sachsens, der Fichtelberg, zum West- bzw. Mittelerzgebirge gehört. Südlich der Landesgrenze fällt das Erzgebirge steil zum Egertalgraben ab. Den südlichen Bereich des Erzgebirges entlang der Kammlagen nimmt der Naturpark Erzgebirge/Vogtland ein. Östlich des Erzgebirges durchbricht die Elbe die Mittelgebirgskette und formte durch tiefe Einschürfungen das Elbsandsteingebirge. Am nordöstlichen Rand des Elbtals bildet die Lausitzer Verwerfung die scharfe Grenze zum Lausitzer Bergland, welches schließlich im äußersten Südosten Sachsens in das weit nach Tschechien reichende Lausitzer Gebirge übergeht. Neben diesen Landschaftseinheiten gibt es zahlreiche weitere Unterscheidungen und Nuancen, welche in der Liste der Landschaften in Sachsen verzeichnet sind.

Eine weitere Gliederung Sachsens kann nach hydrologischen Gesichtspunkten erfolgen. Der wichtigste, größte und einzig schiffbare Fluss ist die Elbe. Sie durchzieht den Freistaat von Südosten nach Nordwesten. Wichtige Quellflüsse sind die Mulde, die Weißeritz, die Zschopau, die Weiße Elster und die Spree, deren allgemeine Fließrichtung Norden ist und die ebenfalls zum Fluss-System der Elbe gehören. Im Osten wird der Freistaat von der Lausitzer Neiße begrenzt, die in die Oder mündet.

Geschichte Sachsens

Als Sachsen wird heute ein Gebiet an der oberen Mittelelbe, in der südlichen Lausitz und im Erzgebirge bezeichnet. Historisch ist es aber losgelöst vom Stammesherzogtum Sachsen, dem Siedlungsraum der Sachsen in Norddeutschland. Es wird zur historischen Abgrenzung auch als Obersachsen, im Gegensatz zu Niedersachsen, bezeichnet. Von 1247 bis 1485 deckte sich die Geschichte Sachsens zudem in weiten Teilen mit der Geschichte Thüringens.

Schon in der Urgeschichte war das heutige Sachsen ein wichtiges Gebiet für diejenigen, die über die Mittelgebirge reisen wollten. Archäologische Spuren weisen eine Besiedlung des Gebiets durch Bandkeramische Kulturen um 5.500 v. Chr. aus dem späteren Böhmen heraus nach. Bevorzugter Siedlungsraum waren die weiten Flussauen von Elbe, Mulde und Spree im Vorland der Gebirge.

Die Albrechtsburg in Meißen

Später zogen aus westlicher Richtung und die Elbe hinauf germanische Stämme in dieses Gebiet ein. Dieses Gebiet stand so bis ins 6. Jahrhundert unter großem Einfluss der Thüringer. Die Thüringer verloren ihre Gebiete an die Franken und Sachsen, während bis ins 10. Jahrhundert von Osten her slawische Völker das spätere Territorium Sachsens besiedelten.

Der Vorläufer des heutigen Sachsens wurde mit dem Burgbau in Meißen als Markgrafschaft Meißen 929 gegründet. Die weitere Geschichte der Markgrafschaft ist von der Ostsiedlung der Deutschen geprägt. Im Gebiet Sachsens wurden bestehende slawische Strukturen, wohl weitestgehend ohne Konflikte und Vertreibung, übernommen und erweitert. Vor allem im Erzgebirge kam es, bedingt durch den Erzbergbau, dagegen zu Gründungen von Städten. Die meisten Ortsnamen in Sachsen stammen von den Slawen. Im Jahr 1089 kam die Markgrafschaft in Besitz der Wettiner.

Ab 1423 wurde die Herrschaft der Wettiner vergrößert: Neben Obersachsen und Thüringen kam Sachsen-Wittenberg hinzu. Es war mit der Kurwürde verbunden. In den folgenden Jahren wurde daher die Bezeichnung Kurfürstentum Sachsen an Stelle der Markgrafschaft Meißen eingeführt. Durch die Leipziger Teilung von 1485 löste sich Sachsen von Thüringen in der weiteren Entwicklung ab. In der Folge wurde Dresden bei Meißen zur Residenzstadt ausgebaut. Nach dem Schmalkaldischen Krieg, den das ernestinische Kursachsen im Schmalkaldischen Bund verlor, ging mit der Herrschaft über Teile Kursachsens 1547 auch die Kurwürde von der ernestiner auf die albertiner Linie der Wettiner über. Die Religionspolitik in beiden Ländern blieb aber lutherisch.

Im Dreißigjährigen Krieg war Sachsen auf Seite des Kaisers involviert und zog gegen Böhmen. Kursachsen besetzte im Auftrag des Kaisers die Lausitzen und erhielt diese zur Deckung der eigenen Kriegskosten zunächst als Pfand. Sachsen verhielt sich darauf neutral, wechselte aber später auf die protestantische Seite, als es seine Neutralität durch Plünderungen in der Lausitz missachtet sah. In der Schlacht bei Breitenfeld (1631) gelang es Sachsen zusammen mit Schweden erstmals, kaiserliche Truppen zu schlagen. 1635 erhielt Sachsen im sog. Sonderfrieden von Prag endgültig die Herrschaft über beide Lausitzen bei gleichzeitiger Neutralitätsverpflichtung sowie Bestandsgarantie für die dortigen konfessionellen Verhältnisse.

Das am 8. Oktober 1656 eröffnete Testament Johann Georg I. sah vor, Teile Kursachsens seinen drei Söhnen August, Christian und Moritz zu vermachen und sie in einer kursächsischen Sekundogenitur als eigenständige Herzogtümer einzurichten. Es entstanden die Herzogtümer Sachsen-Weißenfels, Sachsen-Merseburg und Sachsen-Zeitz. In den folgenden Jahrzehnten ging Sachsen vergleichsweise stark aus dem Krieg hervor und gehörte zu den Fürstentümern, die sich am schnellsten erholen konnten. Sachsen verhielt sich dabei kaisertreu und stellte zum Beispiel 1683 Truppen für die siegreiche Schlacht am Kahlenberg gegen die Türken.

Unter Friedrich August I. (genannt der Starke) versuchte Kursachsen seine Herrschaft und Stellung im Heiligen Römischen Reich auszubauen. Sachsen erlebte fortgesetzt unter Friedrich August II. eine politische und kulturelle Blütezeit. Beide regierten zeitweise Polen als König und Sachsen als Kurfürst in der Personalunion Sachsen-Polen. Beim Großen Nordischen Krieg gegen Schweden beteiligte sich Russland erfolgreich an der Seite von Sachsen-Polen. Territorialgewinne blieben dem Kurfürstentum verwehrt, während das passive Preußen danach gestärkt war.

Im Siebenjährigen Krieg wurde Sachsen zunächst relativ kampflos durch Preußen besetzt. Es kämpfte später in einer Allianz aus Österreich, Russland und Frankreich gegen Preußen und Großbritannien und wurde 1759 wieder von dieser Allianz befreit. 1760 belagerte Preußen Dresden erfolglos, richtete dabei aber erstmals große Schäden in der Hauptstadt an. In der Folge ging Schlesien, welches eine Gebietsverbindung zwischen Sachsen und Polen hätte werden können, endgültig an Preußen. Das Kurfürstentum wurde nach und nach wieder hergestellt.

Józef Brodowski, 1895: Napoléon Bonaparte überquert die Elbe bei der Schlacht von Dresden

Gemäß der Pillnitzer Deklaration gehörte Sachsen zu den Ländern, die an der Seite Preußens gegen die Französische Revolution kämpften. Nachdem im späteren Verlauf 1806 Napoleon weit nach Deutschland eingedrungen war, stellten sich ihm die sächsischen und preußischen Truppen gemeinsam entgegen, wurden aber in der Schlacht bei Jena und Auerstedt vernichtend geschlagen. Daraufhin wurde mit Preußen auch Sachsen von den Franzosen besetzt. Nach dem baldigen Beitritt zum Rheinbund wurde das Kurfürstentum noch 1806 zum Königreich Sachsen erhoben. Bei den besonders von Preußen getragenen Befreiungskriegen im Jahr 1813 war Sachsen Hauptkriegsschauplatz und kämpfte weiter an der Seite Frankreichs bis zur Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober. Dafür wollte Preußen beim Wiener Kongress Sachsen auflösen und vereinnahmen, was nur durch den Schutz Österreichs und auch die französische Position verhindert wurde. Sachsen blieb danach zwar weiterhin Königreich, musste jedoch im Norden ungefähr die Hälfte seines Gebietes an Preußen abtreten. Die Revolution von 1848 wurde in Sachsen niedergeschlagen, indem preußische Truppen im Auftrag der Reichsexekution die Rückkehr des geflohenen Königs nach Dresden ermöglichten.

Im Deutschen Krieg 1866 stand Sachsen auf der erfolglosen Seite Österreichs. Es wurde in Folge Mitglied des Norddeutschen Bunds und nahm 1870/71 an der Seite Preußens am Deutsch-Französischen Krieg teil. Das Königreich Sachsen wurde darauf ein Gliedstaat des Deutschen Kaiserreichs, der als kleindeutscher Nationalstaat von Preußen geprägt wurde.

Nach dem Ersten Weltkrieg, an dem sich Sachsen noch mit eigenen Truppen beteiligte, wurde Sachsen nach Abdankung des Königs zur Republik innerhalb des als Weimarer Republik bezeichneten Deutschen Reichs (siehe: Geschichte des Freistaates Sachsen). Zwischen 1934 und 1945 sowie zwischen 1952 und 1990 war das Land Sachsen seiner staatlichen Souveränität beraubt und hat de facto nicht existiert. Seit 1990 ist Sachsen ein Land der Bundesrepublik Deutschland.

Politisches System Sachsens

Geschichte des Freistaates Sachsen

Der erste „Freistaat Sachsen“ entstand 1918 nach Abdankung des Königs und Auflösung des Königreichs Sachsen. Im Gleichschaltungsprozess des nationalsozialistischen Deutschlands verlor Sachsen durch das Gesetz über den Neuaufbau des Reichs am 30. Januar 1934 seine staatlichen Hoheitsrechte; das Landesparlament wurde aufgelöst und die Landesregierung der Reichsregierung unterstellt. Im Zuge einer Verordnung kurz danach waren die Deutschen nicht mehr Staatsbürger anhand ihrer Landeszugehörigkeit, Staatsangehörigkeitsfragen gingen also direkt auf das Reich über.

1945 entstand das Land Sachsen als Teil der sowjetisch besetzten Zone im Deutschen Reich, und zwar aus dem Gebiet des vormaligen Freistaates (abzüglich eines Gebietes östlich der Neiße bei Zittau) und aus Teilen der preußischen Provinz Schlesien westlich der Neiße. Es wurde eines von fünf Ländern der am 7. Oktober 1949 gegründeten Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Im Jahr 1952 wurde den Ländern der DDR eine Verwaltungsreform auferlegt, nach der sie Kreise bilden und diese zu Bezirken der DDR zusammenfassen sollten. Das Land Sachsen gab seine exekutiven und legislativen Befugnisse an den Bezirk Leipzig, den Bezirk Dresden und den Bezirk Chemnitz (1952–53, 1990) bzw. Karl-Marx-Stadt (1953–1990) ab.

Das Land Sachsen wurde per Verfassungsgesetz zur Bildung von Ländern in der Deutschen Demokratischen Republik (Ländereinführungsgesetz) vom 22. Juli 1990 neu gegründet. Ursprünglich sollte dieses Gesetz zum 14. Oktober 1990 in Kraft treten. Eine Neufassung des Gesetzes vom 13. September 1990 verlegte das Inkrafttreten auf den 3. Oktober 1990 (Tag der Wiedervereinigung) vor.

Mit dem Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland wurde das Land Sachsen zum Freistaat Sachsen, einem der seitdem 16 Gliedstaaten der Bundesrepublik. Dieser zweite Freistaat, der sich am 26. Mai 1992 seine Verfassung gab, ist eine parlamentarische Republik und der erste demokratische sächsische Staat mit eigener Verfassungsgerichtsbarkeit und drei geteilten Staatsgewalten. Der Freistaat Sachsen ist als deutsches Land originäres Staatsrechtssubjekt und geborenes Völkerrechtssubjekt. Am 9. November 1990 wurde der Freistaat Sachsen erstmals bei einer Sitzung des Bundesrates vertreten und kann seitdem wieder über diese Vertretung der Gliedstaaten an der Bundesgesetzgebung und -verwaltung mitwirken.

Die heutige, teilweise über Volksabstimmungen festgelegte Landesgrenze ist ein Kompromiss zwischen den 1815 bis 1952 bestandenden sächsischen Grenzen und den danach in der DDR gebildeten Bezirksgrenzen. So kam Altenburg wieder zu Thüringen, während vom Leipziger Umland heute mehr zu Sachsen gehört als früher.

Staatsregierung

Sitz der Regierung ist die Sächsische Staatskanzlei
Der Plenarsaal des Sächsischen Landtags in Dresden

Die Sächsische Staatsregierung wird von einem Ministerpräsidenten geführt, der vom Landtag gewählt wird. Sitz der Regierung ist die Sächsische Staatskanzlei in der Dresdner Inneren Neustadt.

Die CDU ist in Sachsen seit der Wiedervereinigung die mit Abstand stärkste Partei und stellt seitdem den Ministerpräsidenten. Kurt Biedenkopf regierte von 1990 bis April 2002 in einer CDU-Alleinregierung. Auf ihn folgte Georg Milbradt, der nach der Wahl 2004 eine Große Koalition mit der SPD einging. Nach Milbradts Rücktritt im Mai 2008 übernahm Stanislaw Tillich das Amt des Ministerpräsidenten und setzte die CDU-SPD-Koalition bis zur Landtagswahl 2009 fort. Seit September 2009 regiert Tillich in einer schwarz-gelben Koalition zusammen mit der FDP.

Zusammensetzung der amtierenden Staatsregierung (siehe auch Kabinett Tillich II):

Legislative

Die Legislative des Freistaates Sachsen ist der Sächsische Landtag. Er besteht in der 5. Wahlperiode (2009–2014) aus 132 Abgeordneten (normal 120). Diese teilen sich wie folgt auf: CDU 58 Sitze, Die Linke 29 Sitze, SPD 14 Sitze, FDP 14 Sitze, Bündnis 90/Die Grünen 9 Sitze und NPD 8 Sitze. Landtagspräsident ist Matthias Rößler (CDU), es gibt drei Vizepräsidenten: Andrea Dombois, Horst Wehner und Andreas Schmalfuß. Der Vorsitzende der CDU-Fraktion ist Steffen Flath, der Fraktion der Linken André Hahn, der SPD-Fraktion Martin Dulig, der FDP-Fraktion Holger Zastrow, der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Antje Hermenau und der NPD-Fraktion Holger Apfel.

Justiz

Verfassungsgerichtshof und Landgericht Leipzig
Das Oberlandesgericht Dresden

Der Verfassungsgerichtshof des Freistaates Sachsen befindet sich in Leipzig. Dieses ist neben der Landesregierung und dem Landtag ein oberstes und im Sinne der Gewaltenteilung unabhängiges Staatsorgan.

Die sonstigen Gerichte in Sachsen sind dem Sächsischen Staatsministerium der Justiz nachgeordnete Behörden.[5] Die Rechtsprechung ist dabei unabhängig und nur dem Gesetz unterworfen.[6]

Das Oberlandesgericht Dresden ist das höchste Gericht der sächsischen Ordentlichen Gerichtsbarkeit. Ihm sind sechs Landgerichte in Bautzen, Chemnitz, Dresden, Görlitz, Leipzig und Zwickau nachgeordnet.

Weiterhin gibt es in Sachsen Gerichte der Fachgerichtsbarkeit. Der Sitz des Sächsischen Oberverwaltungsgerichtes ist Bautzen. In Chemnitz befinden sich das sächsische Landessozial- und Landesarbeitsgericht. Das Sächsische Finanzgericht befindet sich in Leipzig.

Die Generalstaatsanwaltschaft hat ihren Sitz in Dresden. Dieser nachgeordnete Staatsanwaltschaften gibt es an den Standorten der Landgerichte. Der Freistaat Sachsen führt zehn Justizvollzugsanstalten. Das Landesjustizprüfungsamt beim Sächsischen Staatsministerium der Justiz ist das sächsische Prüfungsamt für die juristischen Staatsexamen.

In Sachsen befinden sich Einrichtungen der bundesstaatlichen Justiz, die dem Bundesministerium der Justiz nachgeordnet sind. In Leipzig befindet sich das Bundesverwaltungsgericht und der 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofes mit einem Teil der Behörde des Generalbundesanwalts.

Verwaltungsgliederung

Direktionsbezirke

Sachsen ist in die drei Direktionsbezirke Chemnitz (1), Dresden (2) und Leipzig (3) untergliedert.
Die Direktionsbezirke enthalten insgesamt 10 Landkreise und drei kreisfreie Städte. Die in Klammern stehende Bezifferung ist auf nebenstehender Karte ersichtlich.

Die zehn sächsischen Landkreise:

Landkreise Sachsen.svg

Die drei kreisfreien Städte Sachsens:

Kreisreform

Der Großteil der bis zum 31. Juli 2008 bestehenden Landkreise wurde 1994 und 1996 in einer Kreisreform gebildet. Im Rahmen der Verwaltungsreform der Landesbehörden erfolgte zum 1. August 2008 erneut eine Kreisreform, bei der aus 22 Landkreisen zehn und aus sieben kreisfreien Städten drei wurden.

Einwohnerzahlen und Ausdehnung der neuen Kreise
Neuer Landkreis Alte Landkreise Einwohnerzahl am 31. Dezember 2006 Einwohnerzahl
Prognose 2020
Fläche in km²
LK Bautzen LK Bautzen, LK Kamenz, Hoyerswerda 338.056 282.800 2.391
Erzgebirgskreis LK Stollberg, LK Annaberg, LK Aue-Schwarzenberg, Mittlerer Erzgebirgskreis 387.918 326.500 1.828
LK Leipzig LK Leipziger Land, Muldentalkreis 277.113 233.500 1.646
LK Meißen LK Riesa-Großenhain, LK Meißen 261.695 219.400 1.452
LK Mittelsachsen LK Freiberg, LK Mittweida, LK Döbeln 344.457 297.500 2.111
LK Görlitz Niederschlesischer Oberlausitzkreis, LK Löbau-Zittau, Görlitz 292.843 241.400 2.106
LK Nordsachsen LK Delitzsch, LK Torgau-Oschatz 216.904 184.100 2.020
LK Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Weißeritzkreis, LK Sächsische Schweiz 259.725 217.200 1.654
Vogtlandkreis Vogtlandkreis, Plauen 256.998 224.100 1.412
LK Zwickau LK Chemnitzer Land, LK Zwickauer Land, Zwickau 356.992 299.000 949

Städte und Gemeinden

Sachsen besteht aus insgesamt 485 politisch selbständigen Städten und Gemeinden (Stand: 1. Januar 2010). Diese verteilen sich wie folgt: 178 Städte, darunter 3 kreisfreie Städte und 50 Große Kreisstädte, und 307 nichtstädtische Gemeinden. Die kreisangehörigen Gemeinden haben sich teilweise zur Erledigung ihrer Verwaltungsgeschäfte zu Verwaltungsgemeinschaften zusammengeschlossen: 223 Gemeinden sind in 90 Verwaltungsgemeinschaften und 27 Gemeinden in 8 Verwaltungsverbänden eingebunden.

Die größten Städte sind Dresden und Leipzig, gefolgt von Chemnitz. Die viertgrößte Stadt, Zwickau, ist seit Ende 2003 keine Großstadt mehr, da die Einwohnerzahl zurückgegangen ist. Seit der Wiedervereinigung im Jahre 1990 ist die Einwohnerzahl im Freistaat Sachsen durch Abwanderung und Sterbeüberschuss aufgrund geringer Geburtenraten um 600.000 Einwohner zurückgegangen. Leipzig als bis 2010 größte und die Landeshauptstadt Dresden als bis 2010 zweitgrößte sächsische Stadt sowie deren jeweils unmittelbar angrenzenden Nachbarstädte Markkleeberg bzw. Radebeul weisen nach großen Bevölkerungsverlusten nach der Wiedervereinigung in den letzten Jahren durch leichte Geburtenüberschüsse und positiven Wanderungssaldo ein Bevölkerungswachstum auf. Dabei gehört die sächsische Landeshauptstadt in den letzten Jahren sogar zu den Städten mit dem durchschnittlich höchsten Bevölkerungswachstum der Bundesrepublik. Auch durch den höheren Geburtenüberschuss hat Dresden seit dem ersten Halbjahr 2010 mehr Einwohner als Leipzig.

Stadt Kreis Einwohnerzahl am
31. Dezember 2000
Gebietsstand 2010
Einwohnerzahl am
31. Dezember 2009
Gebietsstand 2010
Veränderung
in Prozent
Leipzig kreisfrei 493.208 518.862 +5,20
Dresden kreisfrei 477.807 517.052 +8,21
Chemnitz kreisfrei 259.246 243.089 −6,23
Zwickau Zwickau 103.008 94.340 −8,41
Plauen Vogtlandkreis 71.543 66.412 −7,17
Görlitz Görlitz 61.599 55.957 −9,16
Freiberg Mittelsachsen 45.428 41.701 −8,20
Bautzen / Budyšin Bautzen 43.353 40.740 −6,03
Freital Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 40.129 39.200 −2,32
Pirna Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 42.108 39.030 −7,31
Hoyerswerda / Wojerecy Bautzen 50.203 38.218 −23,87
Riesa Meißen 39.367 34.324 −12,81
Radebeul Meißen 32.246 33.466 +3,78
Zittau1 Görlitz 32.775 28.638 –12,62
Meißen Meißen 29.398 27.693 −5,80
Delitzsch2 Nordsachsen 29.287 26.532 –9,41
Limbach-Oberfrohna Zwickau 27.552 25.610 −7,05
Glauchau Zwickau 27.285 24.684 −9,53
Markkleeberg Leipzig 23.157 24.254 +4,74
Werdau Zwickau 26.077 22.877 −12,27
Annaberg-Buchholz Erzgebirgskreis 24.495 22.079 −9,86
Coswig Meißen 24.035 21.600 –10,13
Crimmitschau Zwickau 23.305 21.164 –9,19
Borna3 Leipzig 24.219 20.920 –13,62
Reichenbach im Vogtland Vogtlandkreis 23.469 20.449 –12,87
Döbeln Mittelsachsen 23.128 20.337 –12,07
Auerbach/Vogtl.4 Vogtlandkreis 22.629 20.220 –10,65

1 Eingemeindung von Hirschfelde (mit Dittelsdorf und Schlegel) am 1. Januar 2007
2 Eingemeindung von Döbernitz am 1. März 2004
3 Eingemeindung von Wyhratal am 1. Januar 2004
4 Eingemeindung von Rebesgrün am 1. Januar 2003


Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung

Die Bevölkerungszahl Sachsens ist seit einigen Jahrzehnten rückläufig. Der ländliche Raum, viele Mittelzentren und auch oberzentrale Orte verlieren Bevölkerung durch Abwanderung. Einzig die Einwohnerzahlen der Städte Dresden und Leipzig konnten Zuwächse in den vergangenen Jahren verzeichnen. Dresden erlebte seit dem Jahr 2000 eine Zunahme von mehr als 29.000 Einwohnern, Leipzig im selben Zeitraum eine Zunahme von mehr als 17.000 Einwohnern (jeweils ohne Änderung des Gebietsstandes). Beiden Städten wird ein weiteres Wachstum bis 2020 prognostiziert.

Die Bevölkerungsentwicklung in Sachsen seit 1905:

Jahr Einwohner
1905 4.508.601
1946 5.558.566
1950 5.682.802
1964 5.463.571
1970 5.419.187
1981 5.152.857
1990 4.775.914
1995 4.566.603
2000 4.425.581
Jahr Einwohner
2001 4.384.192
2002 4.349.059
2003 4.321.437
2004 4.296.284
2005 4.273.754
2006 4.249.774
2007 4.220.200
2008 4.192.801
2009 4.168.732

Die durchschnittliche Kinderzahl in Sachsen lag 2008 bei 1,451 je Frau und liegt damit deutschlandweit an erster Stelle unter den Bundesländern. Spitzenreiter ist der Erzgebirgskreis mit 1,537, während Leipzig mit 1,371 das Schlusslicht in Sachsen bildet. Weiterhin erwähnenswert ist, dass Dresden mit 1,479 an der Spitze der deutschen Großstädte über 500.000 Einwohner steht.

Sprachen

Im Freistaat Sachsen werden hauptsächlich ostmitteldeutsche Dialekte gesprochen. Es handelt sich um das Meißnische und das Osterländische, die zur Thüringisch-Obersächsischen Dialektgruppe gehören, sowie das Lausitzische. Die ersten beiden sowie die Dialekte des angrenzenden Thüringens und im Süden Sachsen-Anhalts werden umgangssprachlich auch als „Sächsisch“ bezeichnet (siehe Obersachsen). Kennzeichen all dieser Dialekte ist die Lenisierung der stimmlosen Konsonanten, die außerhalb des mitteldeutschen Sprachgebiets als fremdartig und manchmal auch als komisch empfunden werden. So wird das Wort „Koffer“ scheinbar als „Goffer“ ausgesprochen. Allerdings bildete die Schriftsprache am kursächsischen Hof in Meißen für Martin Luther die Grundlage des Neuhochdeutschen.

In der Lausitz werden auch mehrere Dialekte des Obersorbischen sowie Übergangsdialekte zwischen dem Ober- und Niedersorbischen gesprochen. Beide sorbischen Sprachen zählen zur westslawischen Sprachgruppe; im Freistaat Sachsen sprechen schätzungsweise 15.000 bis 20.000 Sorben ihre Sprache.

Weiter leben in den Mittelgebirgen Südsachsens insgesamt etwa 700.000 Sprecher des Vogtländischen und des Erzgebirgischen. Beides sind eigenständige Dialekte mit Verwandtschaft zum Ostfränkischen und Nordbairischen.

Vermutlich bereits mit Herausbildung des Neuhochdeutschen bildete sich, ausgehend von den größeren Städten und begünstigt durch eine relativ hohe Bevölkerungsdichte und Dichte der Infrastruktur im mitteldeutschen Raum eine Regional- bzw. Umgangssprache heraus, die landläufig als „Sächsisch“ bezeichnet wird. Dieses Sächsisch wird in einem unscharf abgegrenzten Raum gesprochen, der auch Teile Sachsen-Anhalts, Thüringens und Brandenburgs umfasst.[7]

Religionen

Der überwiegende Teil der sächsischen Bevölkerung ist konfessionslos. In den meisten Gemeinden ist die evangelische Religionsgemeinschaft in der Überzahl und betreibt die Ortskirche. Auch die römisch-katholische Kirche ist in den meisten größeren Orten vertreten, während die alt-katholische Kirche nur in einigen wenigen Orten vertreten ist.[8] Es gibt darüber hinaus zahlreiche Freikirchen und andere christliche Gemeinschaften, eine jüdische und muslimische Minderheit sowie Gemeinden und Gruppen, die anderen Konfessionen bzw. Religionen zugehörig sind.

Die evangelischen Ortsgemeinden gehören zu einem Großteil zur Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Die restlichen Ortsgemeinden gehören zur früheren Evangelischen Kirche der schlesischen Oberlausitz (heute Teil der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz) sowie zur Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen.

Mitglieder (31. Dez. 2009)[9] Bevölkerungsanteil
römisch-katholisch 148.976 3,6 %
evangelisch 855.430 20,5 %
andere Konfessionen
und Konfessionslose
3.164.326 75,9 %

Wirtschaft

Mit Ende des Zweiten Weltkrieges wurden seit 1946 im Auftrag der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland viele Industriezweige zu Volkseigenen Betrieben (VEB) umstrukturiert und bis zum Gesetz zur Privatisierung und Reorganisation des volkseigenen Vermögens (Treuhandgesetz) vom 17. Juni 1990 gab es eine eigene Wirtschaftsentwicklung Sachsens innerhalb der DDR.[10]

Nach der Deutschen Wiedervereinigung hat die sächsische Wirtschaft einen starken Strukturwandel erlebt. Viele der meist stark rückständigen Industriebetriebe wurden geschlossen. Braunkohletagebaue und -kraftwerke wurden stillgelegt oder durch neue ersetzt. Zahlreiche ehemalige Tagebaurestlöcher befinden sich zurzeit in der Rekultivierung.

Heute steht Sachsen vor Thüringen auf einem Spitzenplatz der ostdeutschen Wirtschaft, wenngleich das Problem der hohen Arbeitslosigkeit nicht gelöst ist. Im April 2010 waren etwa 272.000 Menschen in Sachsen arbeitslos, das entspricht einer Arbeitslosenquote von 12,6%.[11]

Sachsen hat mit Wachstumsraten einzelner Industriebereiche zwischen acht und zehn Prozent die höchsten in Deutschland und kann in Teilen bei wichtigen Wohlstandsindikatoren zu den westlichen Bundesländern bereits aufschließen. So liegt das verfügbare Einkommen der Altersgruppe von 20–35 über dem Bundesdurchschnitt, jedoch wird das Gesamtergebnis von den niedrigen Einkommen der Gruppen ab 40 kompensiert. Insgesamt ist der Strukturwandel noch nicht abgeschlossen. Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Sachsen einen Index von 85,9 (EU-27:100) (2004).[12]

2009 betrug die Wirtschaftsleistung im Bundesland Sachsen gemessen am BIP rund 92,9 Milliarden Euro.[13]

Ballungsräume und Infrastruktur

Karte der Flughäfen und Landeplätze in Sachsen

Vor allem die Ballungsräume Leipzig-Halle und Chemnitz-Zwickau sind Antrieb der sächsischen Wirtschaft. Das Ballungsgebiet Dresden ist gemessen am Bruttoinlandsprodukt der wirtschaftlich stärkste Raum Sachsens. Dresden spielt dabei durch die Ansiedlung von Globalfoundries und Infineon sowie vieler Zulieferbetriebe eine wichtige Rolle in der Mikrotechnologie. Diese drei Räume bilden die Ecken der Metropolregion Sachsendreieck.

Außerdem gibt es in der südlichen Lausitz, dem Vogtland und dem Erzgebirge auch verdichtete ländliche Räume, die dünnbesiedelten Gebieten in Nordsachsen gegenüberstehen.

Die Autobahn 4 durchzieht Sachsen auf einer West-Ost-Achse. Die wichtigsten Streckenabschnitte entstanden schon in den 1930er Jahren. Sie wurden nach 1990 auf einen modernen Stand gebracht. Zugleich erfolgte mit dem Ausbau von Bautzen bis zur Grenzstadt Görlitz ein Lückenschluss im europäischen Autobahnnetz. Wichtiges Autobahnbauprojekt ist die Verbindung der A 72 zwischen Chemnitz und Leipzig. Bereits fertig gestellt sind die A 17 zwischen Dresden und Prag und die A 38 als Südumfahrung Leipzigs.

Sachsen besaß in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts das dichteste Eisenbahnnetz Europas. Zur Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert war kaum ein Ort in Sachsen mehr als 15 km von einem Bahnhof oder Haltepunkt entfernt. Eine wichtige Rolle spielten dabei die Schmalspurbahnen im Tiefland um Mügeln und im Erzgebirge. Noch heute sind in Sachsen sieben Schmalspurbahnen hauptsächlich für touristische Zwecke unterwegs. Eine große Zahl von Strecken wurde allerdings stillgelegt.

Gegenwärtig werden die Strecken Leipzig–Dresden (über Riesa), Dresden–Chemnitz und Leipzig/Halle–Erfurt für den Schnellverkehr ausgebaut. Als weiteres Großprojekt gilt der Bau eines City-Tunnels in Leipzig. Dieser soll den bislang größten Kopfbahnhof Europas entlasten.

Sachsen ist, trotz des dichten Eisenbahnnetzes und der größten Bevölkerungszahl, das Land mit den wenigsten Fernbahnhöfen der Neuen Bundesländer (sechs Bahnhöfe im Vergleich zu sieben in Thüringen, acht in Brandenburg, neun in Sachsen-Anhalt und 13 in Mecklenburg-Vorpommern). Vier dieser Bahnhöfe liegen in oder bei Dresden und Leipzig. Der Ballungsraum Chemnitz-Zwickau gehört zu den Großstadtregionen mit den schlechtesten Bahnanbindungen in Deutschland.[14]

Im internationalen Verkehr sind die Verbindungen in die Tschechische Republik von Bedeutung, während der Großteil des Verkehrs in Richtung Polen eher über Brandenburg als über Sachsen verläuft.

Tourismus

Insbesondere das Erzgebirge, das Vogtland (sächsischer Teil), die Sächsische Schweiz und das Zittauer Gebirge sind als sächsische Landschaften vom Tourismus geprägt, als Städte sind vor allem Dresden und Leipzig zu nennen. Neben Erholungs- und Sportmöglichkeiten begründet sich die Tourismuswirtschaft in Sachsen in der Architektur und den kulturellen Möglichkeiten in Städten wie Dresden, Leipzig, Meißen (Porzellan) oder Görlitz, aber auch in der Bergbautradition (Silberstraße zwischen Zwickau und Dresden) und in regionalen Produkten wie der Erzgebirgischen Volkskunst oder dem Lausitzer Osterschmuck. Die Anzahl der Übernachtungen im Freistaat belief sich 2005 auf 14,9 Millionen, 2006 auf 15,9 Millionen (+6,7%).[15]

Nicht zuletzt auf Grund vieler kultureller und historischer Sehenswürdigkeiten führt Sachsen Ende 2007 das Ranking der inländischen Kultururlaubsziele an und verweist Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen auf die Plätze.[16]

Laut einer Ipsos-Studie vom Oktober 2007 entschieden sich seit 2004 neun Prozent der potentiellen Sachsen-Urlauber aufgrund der jüngsten Ereignisse bezüglich rechtsextremer Gewalt, fremdenfeindlicher Übergriffe und Wahlerfolge rechtsextremer Parteien gegen einen Besuch in Sachsen.[17]

Feiertage

Neben den bundesweit gültigen Feiertagen Neujahr, Karfreitag, Ostern, Tag der Arbeit, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Tag der Deutschen Einheit und Weihnachten sind in Sachsen das Reformationsfest[18] und der Buß- und Bettag gesetzliche Feiertage. In bestimmten Gemeinden und Gemeindeteilen des Landkreises Bautzen (sorbisches Siedlungsgebiet) ist Fronleichnam ein gesetzlicher Feiertag.[19]

Literatur

  • Karlheinz Blaschke: Bevölkerungsgeschichte von Sachsen bis zur Industriellen Revolution. Böhlau Verlag, Weimar 1967.
  • Karlheinz Blaschke: Geschichte Sachsens im Mittelalter. C.H. Beck, München 1990, ISBN 3-406-31722-7.
  • Reiner Groß: Geschichte Sachsens. Edition Leipzig, Berlin 2001. (4., erw. und aktualisierte Aufl., Edition Leipzig, Leipzig 2012, ISBN 978-3-361-00674-4)
  • Wolfgang Ismayr, Klemens H. Schrenk: Freistaat Sachsen. In: Uwe Andersen, Wichard Woyke: Handwörterbuch des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland. 6. Auflage, VS-Verlag, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-531-15727-6, S. 394–399.
  • Rainer Karlsch, Michael Schäfer: Wirtschaftsgeschichte Sachsens im Industriezeitalter. Edition Leipzig, Dresden/Leipzig 2006, ISBN 3-361-00598-1.
  • Hartmut Kowalke (Hrsg.): Sachsen (= Reihe Perthes Länderprofile). Klett-Perthes-Verlag, Gotha/Stuttgart 2000, ISBN 3-623-00672-6 (23 Übersichten und 115 Tabellen; im Anhang ein farbiger Bildteil mit Kommentaren).
  • Karl Mannsfeld, Olaf Bastian: Sächsische Landschaften. Zwischen Dübener Heide und Zittauer Gebirge. Edition Leipzig, Leipzig 2012, ISBN 978-3-361-00678-2.
  • Joachim Menzhausen: Kulturgeschichte Sachsens. Erg. und aktualis. Neuaufl., Edition Leipzig, Leipzig 2007, ISBN 978-3-361-00628-7; (als Sonderausg. für die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung) erg. und aktualisierte Neuaufl., Sächsische Landeszentrale für politische Bildung, Dresden/Leipzig 2008.
  • Carl Friedrich Mosch: Sachsen historisch-topographisch-statistisch und mit naturhistorischen Bemerkungen. Dresden/Leipzig 1816. 2 Bände (Digitalisat)
  • Friedrich Ludwig Müller, Angela Pfotenhauer, Elmar Lixenfeld, Florian Monheim: Barock in Sachsen (= Monumente-Edition). Monumente-Publikation der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2000, ISBN 3-935208-01-4.
  • Norman Pohl, Mathias Deutsch: Umweltgeschichte Sachsens. Edition Leipzig, Leipzig 2013, ISBN 978-3-361-00686-7.
  • Steffen Raßloff: Kleine Geschichte Sachsens. Rhino, Ilmenau 2018, ISBN 978-3-95560-062-4.
  • Steffen Raßloff: Mitteldeutsche Geschichte. Sachsen – Sachsen-Anhalt – Thüringen, Edition Leipzig, Leipzig 2016, ISBN 978-3-361-00717-8.
  • Michael Richter: Die Bildung des Freistaates Sachsen. Friedliche Revolution, Föderalisierung, deutsche Einheit 1989/90 (= Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung. Band 24). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, ISBN 3-525-36900-X.
  • Sächsische Landeszentrale für politische Bildung/Landesverein Sächsischer Heimatschutz e. V. (Hrsg.): Sachsen. Heimatgeschichte, Volkskunde, Denkmalpflege, Dorfgestaltung, Natur und Landschaft. Dresden 2007, OCLCW-Logo.png 254068271.
  • Albert Schiffner: Handbuch der Geographie, Statistik und Topographie des Königreichs Sachsen. 2 Bände, Leipzig 1839/40.
  • Ulrich Walz, Frank Ueberfuhr, Peter Schauer, Esther Halke: Historische Kulturlandschaften Sachsens. In: Schriftenreihe des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. ISSN 1867-2868, Heft 33/2012, Dresden 2012 (Kurzfassung in Deutsch; Volltext: (PDF); 2 MB; Anlagenband: (PDF); 6,1 MB).
  • Frank-Lothar Kroll (Hrsg.): Die Herrscher Sachsens, Markgrafen, Kurfürsten, Könige. 1089–1918, C.H. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-54773-7; u. a. Friedrich der Weise S. 56–65, Johann Georg III, S. 160–167, August der Starke S. 173–191.
  • Prinz Ernst Heinrich von Sachsen: Mein Lebensweg vom Königsschloss zum Bauernhof. Paul List Verlag, München 1968, S. 115–152, Sohn von Friedrich August III., berichtet in Erinnerungen über seinen Vater und über seine Erfahrungen während der Wilhelminischen Ära, Erster Weltkrieg, Novemberrevolution, Weimarer Republik, Drittes Reich, Zweiter Weltkrieg, Irland.

Medien

  • Staatsarchiv Leipzig (Hg.): Land, Leute und Maschinen, Sachsen im Film 1912–1940, DVD, Bearbeitet von Stefan Gööck, Musik von Hubertus Schmidt, Veröffentlichungen des Sächsischen Staatsarchivs, Reihe D: Digitale Veröffentlichungen, Bd. 2, Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale), 2008, ISBN 978-3-89812-528-4.

Siehe auch

Weblinks

Wikinews Wikinews: Themenportal Sachsen – in den Nachrichten
 Commons: Sachsen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Sachsen – Quellen und Volltexte
Wiktionary Wiktionary: Sachsen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Sachsen – Zitate

Belege

  1. nach der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen
  2. Statistische Ämter des Bundes und der Länder
  3. Schnellübersichten. Arbeitslosenquoten im Januar 2011 - Länder und Kreise. In: arbeitsagentur.de. Bundesagentur für Arbeit, abgerufen am 1. Februar 2011.
  4. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Schuldenstand der öffentlichen Haushalte und deren öffentlichen Fonds, Einrichtungen und Unternehmen am 31. Dezember 2008 nach Art der Schulden
  5. Sächsisches Staatsministerium der Justiz: Organigramm nachgeordneter Behörden
  6. Verfassung des Freistaates Sachsen Art. 77, Abs. 2
  7. Gunter Bergmann, Kleines sächsisches Wörterbuch, Verlag C.H. Beck, München, 1986, ISBN 3-406-31407-4
  8. Deutschlandfunk, Sendung „Tag für Tag“: Altkatholiken in Sachsen (14. April 2009)
  9. Statistisches Landesamt Sachsen (abgerufen am 14. Dezember 2010)
  10. Wirtschaft in Sachsen 1946–1990 im Staatsarchiv Chemnitz.
  11. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Zahlenspiegel Arbeitsmarkt (am 10. Juni 2010)
  12. Eurostat News Release 63/2006: Regional GDP per inhabitant in the EU 25[1]
  13. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Eckdaten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen für Sachsen (am 10. Juni 2010)
  14. Technische Universität Chemnitz: Wie die Deutsche Bahn eine ganze Region im Stich läßt.
  15. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Übernachtungen in Beherbergungsstätten des Freistaates Sachsen nach dem Herkunftsland der Gäste ab 1992 (Auswahl)
  16. Pressemitteilung: Sachsen will deutsche Spitze bei Kulturreisen bleiben
  17. Spiegel Online: Rechtsextremismus vertreibt Touristen (11. November 2007)
  18. Änderung des Gesetzes über Sonn- und Feiertage im Freistaat Sachsen
  19. Gesetz über Sonn- und Feiertage im Freistaat Sachsen (SächsSFG) § 1

51.02757613.359375Koordinaten: 51° 2′ N, 13° 22′ O

Quellenhinweis

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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Sachsen“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 22. Februar 2011 (Permanentlink: [2]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.