Claes Heinenzoon

Aus Heraldik-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Herold Gelre; Abbildung Seite f.122r in Armorial Gelre

Claes Heinenzoon, auch Heynensoon, Heynen, Heinen, Heinenzn oder ähnlich genannt (* ca. 1345; † 1414 in Brabant) war Herold des Herzogs Wilhelm von Jülich-GeldernW-Logo.png („Wappenkönig von Geldern“) und von Wilhelm II. von BayernW-Logo.png.

Leben

Über sein Leben ist wenig bekannt. Er trat als „Herold Gelre“, „Herold Beyeren“ und als „Wappenkönig von Ruwieren“ auf (die Ausdrücke „Gelre“, „Beyeren“ und „Ruwieren“ stellen territoriale Amtsnamen dar). Im 20. Jahrhundert wurden schlüssige Überlegungen vorgelegt, dass Herold Gelre und Herold Beyeren ein und dieselbe Person sind.[1] Folgende biographische Eckdaten ergeben sich aus seinen Tätigkeiten:

1371-1373 und 1376 Bote
im Dienst von Johann II. von ChâtillonW-Logo.png, Graf von BloisW-Logo.png
1380-1401/1402 Herold
im Dienst von Wilhelm von JülichW-Logo.png, Herzog von GeldernW-Logo.png
1403/1404-1414 Herold
im Dienst von Wilhelm II. von Bayern-StraubingW-Logo.png (auch Wilhelm von Oostervant genannt, als Graf von Hennegau Wilhelm IV. und als Graf von Holland und Zeeland Wilhelm VI., war von 1404 bis zu seinem Tod 1417 der dritte Herzog von Straubing-Holland)
????-1414 Wappenkönig
von Ruwieren (ihm folgte in dieser Funktion Hendrik van Heessel, der †1470 verstarb)

Werk

Claes Heinenzoon gilt als Verfasser einiger der wichtigsten Quellenwerke aus der Blütezeit der Heraldik (darunter unter anderem das Armorial Gelre, das Armorial Bellenville und das Armorial Beyeren). Darüber hinaus sind einige Kopien seiner Handschriften erhalten. Seine Arbeit ist von internationaler Bedeutung. Er scheint einer der ersten Herolde zu sein, der Wappen nicht nur in Form von Gedichten oder ähnlichem „besungen“ hat, sondern zusätzlich und systematisch neben Text Wappenzeichnungen anlegte. In der niederländischen Literaturgeschichte besizt er eine einzigartige Position.

Literatur

  • Beelaerts van Blokland, W. A.: Beyeren quondam Gelre armorum rex de Ruyris. Eene historisch-heraldische studie ('s-Gravenhage). 1933.
  • Anrooij, W.: Heraut Beyeren en heraut Gelre: oude theorieën innieuw perspectief. In: Bijdragen en mededelingen betreffende de geschiedenis der Nederlanden 101. 1986. S. 153-176
  • Anrooij, W.: Spiegel van Ridderschap, Heraut Gelre en zijn ereredes. (Amsterdam). Nederlandse Literatuur en en Cultuur in de Middeleeuwen 1, dissertatie Leiden. 1990. S. 56-67,
  • E. Frhr. v. Berchem, D. L. Galbreath, Otto Hupp: Chronologisches Verzeichnis von Herolden bis 1668. In: Beiträge zur Geschichte der Heraldik. Neustadt a/d Aisch 1972. S. 128/129.

Einzelnachweise

  1. Jeanne Verbij-Schillings: Beeldvorming in Holland. Heraut Beyeren en de historiografie omstreeks 1400. (Prometheus Amsterdam). 1995. Bijlage I. Seite 287