Deutsches Adelsarchiv

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Das Deutsche Adelsarchiv wurde 1961 als eingetragener Verein gegründet und hat seinen Sitz in Marburg an der Lahn. 1994 wurde der Verein in eine Stiftung umgewandelt, deren Geschäftsführung in Sankt Augustin ist. Es stellt eine Sammlung sowie eine Dokumentationsstelle zum Thema Adel aus der Sicht der Angehörigen des historischen Adels dar. Zu den Aufgaben des Deutschen Adelsarchivs zählen die Herausgabe des Genealogischen Handbuches des Adels mit dem Deutschen Adelslexikon, das Sammeln von Unterlagen zur Geschichte des Adels, regionaler Adelsvereinigungen sowie der Familien des historischen Adels. Auch die Beantwortung von Anfragen zu Geschichte und Genealogie des deutschen Adels sowie zu aktuellen Themen ist eine wichtige Aufgabe des Archivs. Das Herzstück der Stiftung ist eine Bibliothek mit rund 20.000 Büchern zu adelshistorischen Themen mit den Spezialgebieten Genealogie, Heraldik, Militaria und Familiengeschichten deutscher Adelsgeschlechter. Das Jahresbudget von 250.000 Euro wird zur Hälfte durch Spenden von Adeligen aufgebracht und durch Gebühren von Benutzern und Adelsfamilien, die Einträge in die Handbücher wünschen.

Geschichte

Die Institution geht auf die private Initiative des Oberregierungsrates Hans Friedrich von Ehrenkrook und des Rechtsanwalts Jürgen von Flotow zurück. Beide begannen nach Ende des Zweiten Weltkriegs mit der Veröffentlichung von Flüchtlingslisten mit Suchanzeigen, die von 1948 bis 1961 unter dem Namen Deutsches Adelsarchiv erschienen. Als dieser Titel als Name für das neue Marburger Archiv gewählt wurde, gab die Vereinigung der Deutschen Adelsverbände, die dieses Heft inzwischen übernommen hatte, als Nachfolgepublikation das bis heute erscheinende Deutsche Adelsblatt heraus, dessen Titel man von den Erben des Schlieffen-Verlages übernommen hatte.

In der Nachkriegszeit war es für die Angehörigen des historischen Adels vor allem wichtig, Hochstapler zu entlarven, die sich als Adelige ausgaben. Bis 1996 war Walter von Hueck Archivdirektor, seither leitet der Sozial- und Wirtschaftshistoriker Christoph Franke das Archiv. 2005 beging das Adelsarchiv – mit Bezug auf die noch privaten Anfänge in 1945 – seinen 60. Geburtstag mit einem Festakt.

Weblinks

Quellenhinweis

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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Deutsches_Adelsarchiv“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 17. Mai 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.