Dharmachakra

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Muster: Dharma-Rad
(die Speichen auf der Felge zu Handgriffen ausgezogen; die Nabe mit einem „inneren Rad“ bzw. GankyilW-Logo en.png belegt)

Das Dharmachakra (auch Lebensrad, Dharma-Rad oder ähnlich genannt; Sanskrit, m., धर्मचक्र, dharmacakraW-Logo.png, das »Rad des Gesetzes«W-Logo.png, von ChakraW-Logo.png = Rad und DharmaW-Logo.png = Gesetz) ist in der neueren Heraldik eine gemeine Figur, die dem gleichnamigen buddhistisch-tradiertenW-Logo.png Symbol der von BuddhaW-Logo.png verkündeten Lehre nachempfunden ist;[1][2] in der Früh- und Blütezeit des Wappenwesens ist diese Figur nicht gebräuchlich.

Darstellung

Die Figur Dharmachakra wird in ihrer Grundform als einfaches Wagenrad dargestellt, welches aus der Nabe, den Felgen und acht Speichen besteht, die den „Edlen Achtfachen Pfad“W-Logo.png zur Befreiung symbolisieren. Die einfache Grundform wird je nach Blason oder künstlerischer Freiheit ornamental ausgeschmückt oder mit weiteren Merkmalen bereichert (beispielsweise werden die Speichen auf der Felge zu Handgriffen ausgezogen oder die Nabe mit einem „inneren Rad“, tibetisch: GankyilW-Logo en.png belegt, welches in der abendländischen Heraldik einem Dreischneuß aus drei Fischblasen ähnelt). Alle für das Gesamtwappen wesentlichen Besonderheiten sollten gemeldet werden.

Dharmachakra im Wappen Sri Lankas

HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Wappen Sri Lankas

Nach der Umwandlung Sri Lankas in eine Republik am 22. Mai 1972 wurde das Dharmachakra zum Beispiel in das offizielle Staatswappen Sri Lankas aufgenommen.

Dharmachakra im Wappen Tibets

Illustration des „tibetanischen Rads“, wie es im Emblem Tibets erscheint
HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Wappen Tibets

Auch im Siegel der tibetischen Exilregierung findet sich ein Dharmachakra (manchmal als „tibetanisches Rad“ bezeichnet).[3]

Ashoka Chakra

Illustration des Ashoka Chakra, wie es im Emblem und auf der Flagge Indiens erscheint.

Die Figur Ashoka ChakraW-Logo en.png ist eine spezielle Ausprägung der Figur Dharmachakra und wird mit 24 Speichen dargestellt; diese symbolisieren die „zwölfgliedrige Kette des Bedingten Entstehens“W-Logo.png, welche in der Lehre Buddhas vorwärts und rückwärts -- also insgesamt 24 mal -- durchdacht wird und für das Dharma steht. Das Motiv wurde beispielsweise in das Emblem Indiens und „nach der Unabhängigkeit Indiens (1947) auf Betreiben von Bhimrao Ramji AmbedkarW-Logo.png in die Flagge Indiens aufgenommen. Diese Symbolik geht zurück auf die Herrschaft des MauryaW-Logo.png-Kaisers AshokaW-Logo.png im 3. Jahrhundert v. Chr., der das dharmachakra als Zeichen der Herrschaft des (buddhistischen) Gesetzes in seinem gesamten Reich auf Säulen darstellen ließ.“[3] Sowohl die Ashokachakra-Figur als solche als auch die sogenannte Ashoka-Säule mit Löwenkapitell und Ashokachakra findet sich in anderen indischen Emblemen, Wappen oder Siegeln (zum Beispiel im Oberwappen der Embleme von KarnatakaW-Logo.png, KerelaW-Logo.png et cetera).

Zeichenkodierung

Das Zeichen findet sich auch im Unicodeblock Verschiedene SymboleW-Logo.png:

UnicodenummerZeichen
(400 %)
KategorieW-Logo.pngBidirektionale KlasseW-Logo.pngOffizielle BezeichnungBeschreibung
U+2638 (9784)WHEEL OF DHARMA

Dharmachakramudra

GuptaW-Logo.png-Zeit (um 500 n. Chr.): Buddha mit Handgestus der dharmachakramudra (unterhalb des Thronsitzes ist das von Mönchen angebetete ‚Rad der Lehre‘ zu sehen)

„Buddha-Darstellungen zeigen verschiedene Handhaltungen (mudrasW-Logo.png); eine davon ist der eng mit SarnathW-Logo.png (bei VaranasiW-Logo.png) verbundene Gestus des ‚Ingangsetzens des Rades der Lehre‘ (dharmachakramudra), bei der der Zeige- oder Mittelfinger der linken den kreisförmig zusammengeführten Zeigefinger und Daumen der rechten Hand in einer Art Erklärungsgeste berühren. Dabei ist von der linken Hand stets nur der Rücken und von der rechten Hand stets die Fläche zu sehen.“[3]

Weblinks

 Commons: Dharmachakra in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. vgl. „Sutta vom Ingangsetzten des Rades der Lehre“ Dhammacakkappavattana Sutta (Samyutta-NikayaW-Logo.png SN 56.11) auf palikanon.de und in den englischen Übersetzungen von Peter Harvey u. a.
  2. Klaus-Josef Notz: Herders Lexikon des Buddhismus, S. 133, 2007, Erftstadt: Hohe
  3. 3,0 3,1 3,2 Seite „Dharmachakra“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 6. Januar 2016, 09:17 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Dharmachakra&oldid=149854877 (Abgerufen: 19. April 2017, 12:05 UTC)