John Shakespeare

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John Shakespeare (* um 1530 in Snitterfield bei Stratford-upon-Avon; begraben 8. September 1601 in Stratford-upon-Avon) war der Vater von William Shakespeare.

John Shakespeare – zeitgenössisch meist „Shakspere“ geschrieben – wurde um 1530 als Sohn von Richard Shakespeare geboren, einem einfachen Bauern aus dem Dorf Snitterfield, das wenige Kilometer nordöstlich von Stratford-upon-Avon liegt. Trotz seiner bescheidenen Herkunft erreichte er später im Leben eine geachtete gesellschaftliche Stellung. Von Beruf war er Handschuhmacher (glover) und "whittawer" (d.h. er produzierte Dinge aus weichem Weißleder). Erstmals aktenkundig wurde John Shakespeare 1552 - für einen Unrathaufen vor seinem Haus bezahlte er einen Shilling Strafe. In den folgenden Jahren legte er allerdings eine Karriere im kommunalen Dienst hin: 1556 wurde er "Borough Ale Taster", wobei er nicht nur für das Bier im Bezirk zuständig war, sondern generell für Maße und Preise. Zwei Jahre später stieg er zum "constable", d.h. einer Art Nebenerwerbspolizisten auf. Ab 1559 übernahm er die Ämter des "affeeror" (Schlichters), des "burgess" (Bürgervertreters), 1562 "chamberlain" (Stadtkämmerers) und wurde einer von 14 aldermen (Ratsherrn). 1568 wurde John Shakespeare schließlich "high bailiff" (Bürgermeister) von Stratford, wobei er zwar nicht der Erstgereihte bei der Wahl war, aber als einziger zur Angelobung erschien. [1]) [2])

Seine soziale Stellung verbesserte er vor allem durch die Heirat (wahrscheinlich 1557) mit Mary Arden, einer Tochter von Robert Arden, seinem Pachtherrn.

John und Mary Shakespeare hatten acht Kinder, von denen drei schon früh starben:

  • Joan (1558–1569)
  • Margaret (1562–1563)
  • William (1564–1616)
  • Gilbert (1566–1611)
  • Joan (1569–1646)
  • Anne (1571–1579)
  • Richard (1574–1612)
  • Edmund (1580–1607)
Shakespeares Wappen über der Tür zu dem Haus in Stratford

In den 1570er Jahren bewarb sich John Shakespeare um ein Wappen für seine Familie, doch wurde sein Gesuch abgelehnt. 1596 beantragte dann sein Sohn William Shakespeare, damals bereits ein berühmter Schauspieler, Stückeschreiber und Londoner Geschäftsmann, ein Wappen für seinen Vater. Dieses wurde 1599 gewährt. Es zeigt unter anderem die Farben der Familie Arden und den Sinnspruch „non sans droict“ („nicht zu Unrecht“).

Ab 1576 kam es zur schweren wirtschaftlichen Krise der Shakespeares: Notverkäufe und Verschuldung waren die Folge, John Shakespeare ging nicht mehr zur Ratsversammlung, von der er schließlich 1586 ausgeschlossen wurde. Falls William zur Schule ging (was nicht sicher ist), musste er sie in dieser Zeit jedenfalls abbrechen. Die Gründe für die Verarmung der Familie sind schwer zu fassen, es gibt unterschiedliche Thesen dazu. Eine davon lautet z.B., dass die Shakespeares Geheimkatholiken waren und daher unter der beginnenden intensiven Katholikenverfolgung der 1570er- und 1580er-Jahre zu leiden hatten. Auf die drei bis fünf Millionen Einwohner Englands kamen damals schätzungsweise mindestens 50.000 Katholiken, die sich im Untergrund organisierten und meist auf eine Eroberung Englands durch katholische Mächte (Spanien) hofften. Die Katholiken besuchten nicht den anglikanischen Gottesdienst, weshalb die Obrigkeit dazu überging, durch Agenten die Kirchgänger erfassen zu lassen; wer nicht auf den Listen stand, musste Strafen bezahlen, die anfangs moderat waren, schließlich aber auf bis zu 20 Pfund pro Monat stiegen. Dass auch die Shakespeares in den 1570er-Jahren nicht mehr in die Kirche gingen, hat eben zu der Spekulation geführt, dass John Shakespeare Geheimkatholik war. [3])


Einzelnachweise

  1. Stephen Greenblatt: Will in der Welt. Wie Shakespeare zu Shakespeare wurde. Berlin Verlag, Berlin 2004. ISBN 3827004381, S. 58
  2. Peter Ackroyd: "Shakespeare - Die Biographie" btb Verlag, München 2008. ISBN 978-3-442-73849-6
  3. ebd.

Weblinks

Eine von vielen englischen Seiten zum Thema

Quellenhinweis

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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „John_Shakespeare“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 22. Februar 2011 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.