Julius von Pflug

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Julius von Pflug, zeitgenössisch auch Julius von Pflugk, (* 1499 in Eythra; † 3. September 1564 in Zeitz) von 1542 bis zu seinem Tod der letzte katholische Bischof der Diözese Naumburg (Saale).

Leben

Pflug war der Sohn von Caesar von Pflugk, einem Berater des Herzogs Georg des Bärtigen und stammte aus dem Adelsgeschlecht derer von Pflugk. Schon mit 11 Jahren wurde Pflug 1510 an der Universität Leipzig immatrikuliert. Größtenteils war er dort der Schüler von Petrus Mosellanus. 1517 ging Pflug auf Empfehlung seines Lehrers an die Universität Padua zu Lazaro Buonamico. An der Universität Bologna beendete er erfolgreich sein Studium.

Nach Hause zurückgekehrt wurde er Kanoniker des Domkapitels zu Meißen. 1521 berief ihn Herzog Georg von Sachsen als Rat. Im darauffolgenden Jahr wurde er zum Dompropst in Zeitz ernannt.

In den Jahren 1528/29 unternahm Pflug eine Studienreise durch Italien; wahrscheinlich besuchte er dabei auch Rom und den Vatikan.

1530 begleitete er seinen Dienstherrn Herzog Georg zum Reichstag in Augsburg. 1531 erhielt er eine Stelle im Mainzer Domkapitel. 1532 kehrte Pflug nach Zeitz zurück. In diesen Jahren gab es wohl keine wichtige kirchliche Konferenz oder Verhandlung, an denen Pflug nicht teilgenommen hat. In Leipzig disputierte Pflug neben Christoph von Carlowitz und anderen mit den Protestanten Philipp Melanchthon und Gregor Brück.

1537 wurde Pflug zum Domdechant von Meißen ernannt, 1539 berief ihn Kardinal Albrecht von Brandenburg als Rat. Als noch im selben Jahr Herzog Heinrich von Sachsen das Bistum Meißen reformieren wollte, beauftragte der Bischof von Meißen Pflug, wahrscheinlich zusammen mit Georg Witzel, mit der Protestnote Eine gemeinschaftliche Lehre von vier Artikeln, die einen jeden Christen zu wissen vonnöthen.

1540 wurde Pflug zum Domkapitular von Naumburg ernannt und 1542 wählte ihn das Domkapitel zum neuen Bischof von Naumburg. Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen sah darin nicht nur einen politischen sondern auch einen persönlichen Affront und ernannte seinerseits den evangelischen Prediger Nikolaus von Amsdorf zum Bischof in Naumburg.

Im April 1541 vertrat Pflug die katholische Partei beim Religionsgespräch von Regensburg. Hier disputierte er mit den Theologen Johannes Eck und Johann Gropper.

In den Jahren 1542 bis 1547 hielt sich Pflug meistens im Exil in Mainz auf und beschäftigte sich besonders mit den Thesen Martin Luthers. Beeinflusst von Georg Witzel und vor allem durch Erasmus von Rotterdam war Pflug immer auf Ausgleich bedacht und sah sich als Vermittler zwischen den Konfessionen.

Bezüglich der doppelten Bischofsernennung in Naumburg fand man auf dem Reichstag in Speyer 1542 keine Lösung. Eine Entscheidung fiel erst 1546 im Schmalkaldischen Krieg. Herzog Moritz von Sachsen machte es mit seinen Truppen möglich, dass Pflug in Naumburg einziehen konnte.

Doch schon im Januar 1547 wurde Pflug von Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen wieder vertrieben. Der Sieg Kaisers Karl V. in der Schlacht bei Mühlberg am 24. April 1547 brachte Pflug den Bischofssitz wieder. Doch er übernahm ein schwieriges Amt, da inzwischen der Großteil seines Bistums lutherisch geworden war.

Als Bischof agierte Pflug dermaßen vorsichtig, dass ihm der Theologe Josef Hergenröther und der Historiker Ludwig Pastor deswegen sogar Kryptocalvinismus unterstellten.

Im Juni 1546 nahm Pflug am Religionsgespräch in Regensburg teil. Hier diskutierte er u.a. mit Michael Helding und Johannes Agricola. Da Pflug dort erfolgreich handelte, bat ihn der Kaiser 1548 um Mithilfe bei der Formulierung des Augsburger Interims.

Beim Wormser Religionsgespräch 1557 berief man Pflug zum Vorsitzenden.

Im Alter von 65 Jahren starb Bischof Julius von Pflug am 3. September 1564 in Zeitz und wurde nicht wie lange vermutet in der dortigen Stiftskirche beigesetzt, sondern im Dom der Moritzburg zu Zeitz. Es befindet sich dort auch eine Grabplatte, die darauf hinweist.

Literatur

  • Jacques V. Pollet: Julius Pflug (1499-1564) et la crise religieuse dans l'Allemagne du XVIe siècle Brill, 1990; ISBN 90-04-09241-2
  • Adolf Brecher: Pflugk, Julius. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 25, Duncker & Humblot, Leipzig 1887, S. 688–691.

Weblinks


Vorgänger Amt Nachfolger
Philipp von der Pfalz Bischof von Naumburg
15421564
Alexander von Sachsen



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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Julius_von_Pflug“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 27. Juni 2010 (Permanentlink: []). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.