Polnischer Thronfolgekrieg

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Belagerung Danzigs im Polnischen Thronfolgekrieg 1734

Der Polnische Thronfolgekrieg (1733–1738), auch Polnischer Erbfolgekrieg genannt, war ein Krieg um die Thronfolge Polens nach dem Tod Augusts II. (des Starken) († 1. Februar 1733).

Während Österreich und Russland nach einigem Zögern die Bestrebungen des neuen sächsischen Kurfürsten, August des Starken Sohn Friedrich August II. unterstützen, dass den Fortbestand der Personalunion Sachsen-Polen bedeutete, wollte Frankreich den früheren polnischen König Stanislaus I. Leszczyński (den Schwiegervater Ludwigs XV.) als Nachfolger einsetzen.

Die Kriegshandlungen begannen 1733 mit dem Erscheinen russischer Truppen vor Warschau, woraufhin der sächsischen Partei die Wahl Friedrich Augusts gelang. Der einige Tage zuvor ebenfalls gewählte Stanislaus Leszczynski floh nach Danzig, das daraufhin 1734 von russischen und sächsischen Truppen eingenommen wurde. Aber erst die Aufgabe der Konföderation von Dzików beendete 1735 die Kampfhandlungen gegen die sächsischen Truppen in Kleinpolen. Im übrigen wurden im Rahmen des Bündnisses wieder einmal russische Truppen in Ostpolen stationiert, da Sachsen aufgrund der unsicheren Haltung Preußens seine Truppen in der Nähe der Grenze haben wollte.

1733 erklärte Frankreich Österreich (Habsburger Karl VI.) und Russland den Krieg. Die Kriegshandlungen fanden hauptsächlich an der Rhein-Grenze statt, zunächst noch unter dem Befehl des greisen Prinzen Eugen von Savoyen (der hier den preußischen Kronprinzen Friedrich mit der Kriegskunst näher vertraut gemacht haben soll). Den Franzosen gelang unter anderem die Eroberung der Festungen Kehl und Philippsburg. Ein weiterer Kriegsschauplatz war Italien, wo Frankreich und das verbündete Sardinien bei Parma und Guastalla siegreich blieben. Die Österreicher wurden hier zudem von spanischen Truppen bedrängt, die die Ansprüche des Herzogs von Parma und spanischen Infanten Karl auf Neapel und Sizilien stützten und 1734 bei Bitonto siegten. Frankreich (Kardinal Fleury) hatte in diesem Krieg das ökonomische und militärische Übergewicht, wollte aber seine Mittel für den sich seit der Pragmatischen Sanktion 1713 abzeichnenden Österreichischen Erbfolgekrieg aufsparen.

Im Wiener Präliminarfrieden 1735 wurde daher der Sachse als August III. als König von Polen bestätigt. Stanislaus Leszczynski wurde von Ludwig XV. mit den Herzogtümern Bar und Lothringen entschädigt, wo er als Landesvater sehr beliebt wurde. Franz Stephan von Lothringen, der sich bereits als Schwiegersohn des Kaisers abzeichnete und nun endgültig auf sein angestammtes Herzogtum verzichten musste, wurde dafür mit dem Herzogtum Toskana abgefunden, da das Aussterben der Medici zu diesem Zeitpunkt bereits abzusehen war. Neapel und Sizilien fielen an Karl von Spanien, der zugunsten Österreichs auf das Herzogtum Parma und Piacenza und seinen Anspruch auf die Toskana verzichtete. Der Frieden konnte aufgrund der Nachfolgeregelungen erst nach dem Ableben des Herzogs Gian Gastone de’ Medici († 1737) in Kraft treten. Der Krieg endete mit der Verkündigung des Wiener Friedens am 18. November 1738.

Der Krieg zeigte einige Neuerungen an, die in der Folgezeit stärker das politische Machtgefüge Europas beeinflussten. Zum einen bot das junge Preußen dem römisch-deutschen Kaiser erstmals sein ganzes für die damalige Zeit hochmodernes Heer zur Verteidigung des Reiches an.[1] Auf der anderen Seite akzeptierte der Kaiser erstmals russische Truppen am Rhein (1735).[2]

Einzelnachweise

  1. Der Kaiser lehnte wohl aus Furcht vor Ansprüchen Preußens an Jülich und Berg die nicht uneigennützige preußische Hilfe im Wesentlichen ab.
  2. vgl. Bleckwenn 1979: 12.

Literatur

  • Bleckwenn, Hans: Reiter, Husaren und Grenadiere. d. Uniformen d. kaiserl. Armee am Rhein 1734. Harenberg, Dortmund 1985. ISBN 3-88379-125-3
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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Polnischer_Thronfolgekrieg“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 10. August 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.