Eugen von Savoyen

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Eugen Franz, Prinz von Savoyen-Carignan (fr: François-Eugène de Savoie-Carignan, it: Eugenio di Savoia-Carignano;* 18. Oktober 1663 in Paris; † 21. April 1736 in Wien), unter dem Namen Prinz Eugen bekannt, war einer der berühmtesten Feldherren des Hauses Österreich und wesentliche Stütze der Großmachtstellung Österreichs innerhalb Europas. Daneben war er als Bauherr und Kunstsammler einer der bedeutendsten Mäzene seiner Zeit.[1]

Prinz Eugen von Savoyen-Carignan, 1718

Herkunft

Armoiries Savoie-Carignan 1656.svg
Da Eugen aus der Nebenlinie Savoyen-Carignan stammte, trug er deren Wappen, in dieser Form bis 1713[2] bestehend. Dieses unterschied sich vom Wappen der Hauptlinie durch den Herzschild, das heraldisch links neben dem Wappen von Savoyen (silbernes Kreuz auf Rot) auch das Soissons-Wappen (drei goldene Lilien auf Blau mit rotem Schrägbalken) zeigt.[3]

Eugen gehörte dem europäischen Hochadel an. Seine Familie besaß Verbindungen zu den spanischen und österreichischen Habsburgern genauso wie zu den französischen Bourbonen und den deutschen Häusern Wittelsbach und Baden-Baden. Von diesen grenzüberspannenden verwandtschaftlichen Beziehungen profitierte Eugen vor allem zu Beginn seiner militärischen Karriere. Bei der Wahl seiner Dienstherren achtete er nicht darauf, in welchem Land er Dienst tun wollte – eine Einstellung, die keine Besonderheit für den europäischen Adel der Frühen Neuzeit war.[4]

Eugens dreisprachige Unterschrift.[5]

Weil er auf eine erfolgreiche militärische Laufbahn hoffte, bot er seine Dienste dem Haus Österreich an, obwohl er dem Haus Savoyen-Carignan entstammte, einer in Frankreich ansässigen Nebenlinie des in Italien souverän herrschenden savoyischen Herzogsgeschlechtes. Eugen vertrat zeit seines Lebens treu die Interessen seines österreichischen Dienstherrn, war aber dennoch stolz auf seine franco-italienische Herkunft, wie seine Unterschrift erkennen lässt: Sie bestand aus dem italienischen Eugenio, dem deutschen von und dem französischen Savoy oder Savoye.[5]

Das Haus Savoyen-Carignan war von Eugens Großvater Tommaso Francesco (1595–1656), begründet worden, der als jüngster Sohn des savoyischen Herzogs Carlo Emanuele I. (1562–1630) im Jahr 1620 von seinem Vater zum ersten Fürsten von Carignan ernannt worden war und 1625 die französische Prinzessin Marie Marguerite de Bourbon (1606–1692) geheiratet hatte. Diese gehörte dem Haus Condé, einer Nebenlinie des herrschenden französischen Königshauses der Bourbonen, an und brachte nach dem Tod ihres Bruders 1641 die französische Grafschaft Soissons in die Familie ein. Mit ihrem Erbe war der Titel eines Grafen von Soissons verbunden, der 1656 an Eugens Vater Eugène-Maurice (1635–1673) ging; dazu trat der am Versailler Hof hochangesehene Titel eines Prinzen von Geblüt, den Angehörige von Nebenlinien des Königshauses trugen.[6]

Zusätzliche Bedeutung erlangte der neue Graf von Soissons ein Jahr darauf durch seine Heirat mit Olympia Mancini (1639–1708), der Nichte des mächtigen Kardinals Mazarin (1602–1661). Aus der Ehe gingen neben Eugen noch vier Söhne vorher:

Graphische Darstellung von Eugens Verwandtschaftsverhältnissen.
    • Louis-Thomas (1657–1702), Graf von Soissons
    • Philippe (1659–1693), Abt
    • Louis-Jules (1660–1683), Chevalier de Savoie
    • Emanuel-Philibert (1662–1676), Graf von Dreux

Außerdem hatte sie drei Töchter:

    • Marie-Jeanne (1665–1705), Mademoiselle de Soissons
    • Louise-Philiberte (1667–1726), Mademoiselle de Carignan
    • Francoise (1668–1671).[7]

Eugens Vater Eugène-Maurice hatte von seiner Mutter den französischen Grafentitel erhalten, den er an seinen ältesten Sohn Louis-Thomas vererbte. Sein älterer Bruder Emmanuel Philibert (1628–1709) übernahm nach dem Tod des Vaters den Titel Fürst von Carignan. Die Könige von Sardinien-Piemont und die Könige von Italien stammen von ihm ab.[8]

Eugen selbst war mit führenden Häuptern der europäischen Politik verwandt, so mit Vittorio Amadeo, der Herzog von Savoyen, kurzzeitig König von Sizilien und danach von Sardinien war, mit Maximilian II., dem Kurfürsten von Bayern, und mit Ludwig Wilhelm, dem Markgrafen von Baden-Baden, der wegen seiner militärischen Erfolge im Türkenkrieg auch „Türkenlouis“ genannt wurde. Auch mit Louis II. de Bourbon, prince de Condé, und Louis II. Joseph de Bourbon, duc de Vendôme, war Eugen verwandt.

Viele seiner Familienmitglieder schlugen eine militärische Karriere in den verschiedenen europäischen Heeren ein. Eugens Großvater Tommaso Francesco hatte Spanien und Frankreich gedient, in dessen Armee später auch Eugens Vater Eugène-Maurice Dienst tat.[9] Eugen konnte diesem Karriereweg nicht folgen, da die Familie inzwischen in Ungnade gefallen war. Er musste sein Glück deshalb wie seine Brüder Louis-Jules und Emanuel-Philibert außerhalb Frankreichs suchen.[10]

Leben

Jugendjahre in Paris (1663–1683)

Kürass des Prinzen Eugen im Heeresgeschichtlichen Museum

Eugen wuchs am Hof Ludwigs XIV. auf und war für die geistliche Laufbahn bestimmt. Bereits mit fünfzehn Jahren besaß er zwei Abteien, weshalb er bei Hofe „der kleine Abbé“ genannt wurde. Er neigte jedoch der Militärlaufbahn zu und bat daher um das Kommando über ein Regiment, welches ihm aufgrund seines Standes zukam. König Ludwig lehnte dies jedoch mit Verweis auf seine schmächtige Gestalt und geringe Körpergröße ab. Es wird dabei auch mitgespielt haben, dass Prinz Eugens Mutter seit drei Jahren in Verbannung lebte, da sie unter dem dringenden Verdacht stand, ihren eigenen Mann vergiftet zu haben.

Im Juli 1683 erfuhr Prinz Eugen vom Tod seines Bruders Oberst Ludwig Julius von Savoyen. Dieser war in einem Gefecht gegen 40.000 Krimtataren bei Petronell in Österreich schwer verwundet worden und erlag Tage später seinen Verletzungen. Prinz Eugen hoffte, das kaiserliche Dragonerregiment seines Bruders zu erhalten, und ging nach Passau zu Kaiser Leopold I.

Militärische Laufbahn (1683–1718)

Schlacht um Wien (Ölgemälde von Józef Brandt, 1863)
Prinz Eugen in der Schlacht bei Belgrad (HGM).

Eugen erhielt in Österreich zwar ein Offizierspatent, das Regiment ritt aber bereits unter Heißler von Heitersheim Angriffe gegen den osmanischen Nachschub bei Wien, das gerade von den Türken belagert wurde. Als junger Oberstleutnant zog Eugen dann mit dem Entsatzheer nach Wien und kämpfte in der Schlacht am Kahlenberg an der Seite seines Cousins Ludwig Wilhelm von Baden.

Ende 1683 erhielt er als Oberst ein eigenes Dragonerregiment. Am 16. Oktober 1685 wurde er Generalfeldwachtmeister, was einem Generalmajor entspricht. Am 31. Jänner 1688 wurde er Feldmarschalleutnant, 1690 General der Kavallerie und am 25. Mai 1693 Feldmarschall.

1696 befehligte er die kaiserliche Armee in Oberitalien und verließ das Land gemäß dem Vertrag von Vigevano. 1697 wurde er zunächst Stellvertreter des Oberbefehlshabers in Ungarn. Seit dem 5. Juli 1697 befehligte Eugen als Oberbefehlshaber den habsburgischen Gegenstoß in Ungarn, während des Großen Türkenkrieges. Seinen Ruf als Feldherr begründete der entscheidende Sieg in der Schlacht bei Zenta (in der Vojvodina) am 11. September 1697, wo er die Hauptmacht des osmanischen Heeres bei einem Flussübergang vernichten konnte. Unmittelbar danach nahm er Sarajevo ein, wobei die Stadt durch Brand fast völlig zerstört wurde. Die unmittelbare Folge war der Friede von Karlowitz 1699, bei dem Österreich Türkisch-Ungarn, Siebenbürgen und Slawonien erwarb und so den Status als Großmacht festigte.

Miniatur des Prinzen Eugen von Savoyen
Porträt von Johann Kupetzky (HGM).

Im Spanischen Erbfolgekrieg wurde Eugen im Jahr 1700 zunächst Oberbefehlshaber in Italien (1701 Schlacht bei Carpi und Chiari; 1702 Handstreich von Cremona, Schlacht bei Luzzara). Am 27. Juni 1703 wurde er zum Präsidenten des Hofkriegsrates in Wien und zum Generalleutnant, in Österreich damals der höchste militärische Titel als Stellvertreter des Kaisers im Oberkommando der Armee, ernannt. Im weiteren Verlauf des Spanischen Erbfolgekrieges errang er – zum Teil zusammen mit dem Duke of Marlborough, dem Kommandeur der verbündeten britischen Truppen –, die glänzenden Siege bei Höchstädt (1704), Turin 1706, Oudenaarde (1708) und Malplaquet (1709).

Am 21. Februar 1707 wurde Eugen vom Reichstag zum Reichsfeldmarschall gewählt. Von 1707 bis 1715 war er zudem Generalgouverneur von Mailand. Um dieser Zeit hatte er der Maler Jan van Huchtenburgh in Dienst. 1712 reiste er im Auftrag von Kaiser Karl VI. zur britischen Königin Anne; er sollte den Verbleib Großbritanniens in der Allianz gegen Frankreich erreichen. Er erhielt zwar eine Audienz, doch blieb seine Mission erfolglos.

1716 bis 1718 kam es zu einem weiteren Türkenkrieg. Eugen errang den Sieg von Peterwardein und eroberte mit seinen Truppen die Festung Belgrad am 22. August 1717, indem er unerwarteterweise nicht von Land, sondern mittels einer Pontonbrücke vom Wasser aus angriff. Dieser Sieg ist im Lied vom Prinzen Eugen (auch bekannt als Prinz Eugen, der edle Ritter) verewigt. Der anschließende Frieden von Passarowitz (1718) vergrößerte Österreich um das nördliche Serbien, das Banat und die westliche Walachei. 1719 führte er einen erfolglosen Feldzug in Sizilien.

Letzte Jahre in Wien (1718–1736)

Im Polnischen Thronfolgekrieg befehligte Prinz Eugen die Reichstruppen am Rhein. Er war zu dieser Zeit gesundheitlich bereits sehr angeschlagen, und sein strategisches Geschick wurde durch seine Ängstlichkeit blockiert. So wagte er nicht, die Franzosen daran zu hindern, vor seinen Augen Philippsburg zu nehmen.

Tod und Ehrenbegräbnis 1736

Letzte Ruhestätte in der Kreutzkapelle im Wiener Stephansdom

Als er am 21. April 1736 an Lungenentzündung starb, fiel sein Vermögen an seine Nichte Anna Viktoria von Savoyen (1683–1763), weil er kein Testament gemacht hatte. Sein Vermögen bestand aus teuer eingerichteten Schlössern, Ländereien, Bar- und Bankvermögen sowie Kunstsammlungen und einem Zoo mit Tieren aus der ganzen Welt in Höhe von 1,8 Millionen Gulden. Seine Nichte verkaufte nach und nach den Großteil des Besitzes oder ließ ihn versteigern. Ihr eigenes großes Vermögen überschrieb sie ihrem späteren, sehr viel jüngeren Ehemann Joseph Friedrich von Sachsen-Hildburghausen. Das Castrum doloris, welches bei den Begräbnisfeierlichkeiten verwendet wurde, ist nur noch in Teilen erhalten, weil es aus nicht dauerhaften Materialien gestaltet wurde. Diese Teile der Trauerdekoration befinden sich heute im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien. Dort sind auch der Harnisch des Prinzen, sein Kommandostab, Degen und zwei Bekleidungsstücke, darunter ein Kamisol, ausgestellt.

Zur letzten Ruhe liegt Prinz Eugen in einer eigenen Kapelle im Wiener Stephansdom, die nach ihm benannt ist, aber auch Kreuz- oder Tirnakapelle heißt. Das Marmor-Grabmal ließ 1752 die Gattin seines Neffen, Maria Theresia Anna Felicitas Herzogin von Savoyen-Carignano, geb. Prinzessin Liechtenstein, errichten. Ausführende Künstler waren Joseph Wurschbauer als Bildhauer und Goldschmied sowie als Steinmetz Gabriel Steinböck.

Inschrift auf dem Grabmal im Stephansdom zu Wien

Christus ist Anfang und Ende. Für Eugenius, den überaus siegreichen Feldherrn, den uns Gott zur Bewahrung der Christenheit zugestanden hat, als Hofkavalier und mit der Leitung des Kriegswesens beauftragt, Gesandter in Deutschland, Statthalter in Italien, dort wie da äußerst erfolgreicher Heerführer, dessen †(...)† fürwahr, die in dieser heiligen Basilika mit höchster Ehre gefeiert wurden, durch dieses großartige Grabmal einige Dauer erlangen werden.“ [11].

Sein Herz wurde in der Grabkirche des Königshauses Savoyen, der Basilica di Superga, in Turin bestattet[12].

Eugen als Feldherr

Am 27. Juni 1703 wurde Eugen zum Präsidenten des Hofkriegsrates in Wien und zum Generalleutnant, in Österreich damals der höchste militärische Titel, ernannt. Am 21. Februar 1707 wurde Eugen vom Reichstag zum Reichsfeldmarschall gewählt.

Die Popularität des Prinzen war schon zu Lebzeiten ungeheuer, nicht zuletzt bei seinen Soldaten. Diese behandelte er nicht als gesichtslose Masse, sondern er versuchte, sie im Namen höherer Ideale zu mobilisieren. Er führte seine Truppen meist persönlich in die Schlacht und wurde dreizehnmal verwundet.

Eugen als Staatsmann

Um 1697 lernte Eugen den Diplomaten Johann Wenzel Wratislaw von Mitrowitz kennen, der sein außenpolitischer Berater und Freund wurde. Kaiser Leopold I. schenkte ihm umfangreiche Ländereien. Am 27. Juni 1703 wurde er zum Präsidenten des Hofkriegsrates ernannt und übernahm damit die allgemeine Leitung aller militärischen Angelegenheiten.

Von 1707 bis 1715 war Eugen Generalgouverneur von Mailand.

1712 reiste er im Auftrag von Kaiser Karl VI. zur britischen Königin Anne; er sollte den Verbleib Großbritanniens in der Allianz gegen Frankreich erreichen. Er erhielt zwar eine Audienz, konnte aber seine Mission nicht erfüllen, da sein Kriegskamerad John Churchill, Duke of Marlborough, inzwischen die Gunst der Monarchin verloren hatte und eine neue Regierung den Frieden suchte.

Eugen war neben alldem auch ein kluger Diplomat und Ratgeber dreier Kaiser (Leopold I., Joseph I. und Karl VI.). Abgesehen von der erwähnten diplomatischen Mission zu Königin Anne führte er 1709 die Verhandlungen zum Haager Friedenspräliminar und 1714 die zum Frieden von Rastatt und Baden. Seine Loyalität zum Haus Österreich ging so weit, dass er 1732 sogar die polnische Krone ablehnte, welche ihm die russische Zarin Anna angeboten hatte. Diese Loyalität, gemeinsam mit seiner militärischen Begabung, machten ihn zum Architekten der Großmachtstellung Österreichs und sicherten ihm Popularität und Nachruhm.

Eugen als Privatmann

Eugens letzte Tage und der Löwe im Belvedere, Bild von Franz Wacik, 1913

Über Prinz Eugen waren bereits zu seinen Lebzeiten Gedichte im Umlauf (Mars ohne Venus), die ihm Homosexualität unterstellten. Bis heute wird er regelmäßig in Listen berühmter Homosexueller geführt, wenngleich darüber keine Klarheit herrscht und diese Annahme nur auf Gerüchten beruht.[13] [14] [15]

Hugo von Hofmannsthal schrieb: Eugens letzte Tage und der Löwe im Belvedere ... der König von Frankreich, den er so oft besiegt hatte, verehrte ihm einen afrikanischen Löwen ... endlich kamen drei Tage, wo der Löwe seinen Herrn nicht mehr sah, er verweigerte alles Fressen und lief unruhig im Käfig auf und nieder ... gegen drei Uhr morgens stieß er ein solches Gebrüll aus, daß der Tierwärter hinauslief in die Menagerie um nachzusehen. Da sah er Lichter in allen Zimmern des Schlosses, zugleich hörte er in der Kapelle das Sterbeglöcklein und so wußte er, daß sein Herr, der große Prinz Eugen, zu eben dieser Stunde gestorben war.[16]

Eugen und die Kunst

Bauherrentätigkeit

Prinz Eugens Residenz: Das Schloss Belvedere

Von seinem Lieblingsarchitekten Johann Lukas von Hildebrandt ließ er sich mehrere Schlösser entwerfen. 1694 kaufte er sich ein Haus in der Wiener Himmelpfortgasse und ließ es bis 1697 umbauen. 1703 wurde das Stadtpalais in Wien nach Plänen von Johann Bernhard Fischer von Erlach gebaut und 1708 bis 1709 erweitert, 1726 Schloss Hof im Marchfeld umgebaut. Für den Prinzen wurde auch das Hauptwerk Hildebrandts, das Schloss Belvedere, in zwei Etappen (1714ff. und 1721ff.) erbaut, das heutige Obere Belvedere. Eine gewisse Unklarheit besteht noch darin, wie er diese Sammler- und Bautätigkeit finanzieren konnte. Nach seinem Tod erwarb das Kaiserhaus seine Schlösser, aus dem Belvedere wurde zeitweilig eine Art zweite Residenz.

Mäzenatentum

Auch mit den geistigen Strömungen seiner Zeit war er bestens vertraut: die Monadologie von Leibniz ist auf seine Anregung hin entstanden. Auch mit Montesquieu und Voltaire stand er in Kontakt.

Sammelleidenschaft

Bleibende Bedeutung hat seine Tätigkeit als Sammler und Kunstmäzen. Seine riesige Büchersammlung, die Eugeniana, füllt heute den Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek.

Rezeption

Das Prinz-Eugen-Reiterdenkmal auf dem Heldenplatz in Wien
Einblick in den Prinz-Eugen-Saal des Heeresgeschichtlichen Museums.
Statue Prinz Eugens auf dem Budapester Königspalast

Die Popularität des Prinzen war schon zu Lebzeiten groß, vor allem bei seinen Soldaten und Bediensteten. Diesen gegenüber war er sozial, die Gärtner seiner Schlösser etwa wurden auch im Winter weiter beschäftigt.

Eugen ist in zahlreichen Büsten und Reiterstatuen verewigt. Die bekannteste steht auf dem Heldenplatz in Wien, ein Werk des Bildhauers Anton Dominik Fernkorn, der trotz eines Schlaganfalles an den Modellen für das Eugendenkmal noch entscheidend beteiligt war. Alles weitere besorgte sein Schüler Franz Pönninger, da der Meister nach einem zweiten Anfalle im Jahre 1862 dazu nicht mehr imstande war. Den Sockel gestalteten Van der Nüll und Sicardsburg. Das Steinmaterial ist Untersberger Veitlbruch, verarbeitet vom Wiener Steinmetzmeister Joseph Kranner. Das Arsenal stellte 448 Zentner Erz zur Verfügung, die Durchführung kostete 310.953 fl. Die Enthüllung erfolgte am 18. Oktober 1865.[17]

Die Statue Apotheose des Prinzen Eugen von Balthasar Permoser steht heute im Unteren Belvedere. Es heißt, dass sie dem Prinzen nicht gefiel, sie sei ihm zu überladen gewesen. Prinz Eugen war Träger des Ordens vom Goldenen Vlies.

Im Wiener Heeresgeschichtlichen Museum sind zahlreiche Stücke aus dem persönlichen Besitz des Prinzen Eugen ausgestellt. Zu sehen sind zwei seiner persönlichen Kleidungsstücke (Koller und Kamisol), sein Kürass, Kommandostab und Degen, die Standarte seines Dragonerregiments „Eugen Prinz von Savoyen“ sowie die nach seinem Tode 1736 aufbewahrten Teile des Trauerdekoration.[18] Weiters sind Objekte ausgestellt, die Prinz Eugen während seiner zahlreichen Feldzüge erbeutet hatte, wie das Siegel des türkischen Sultans Mustafa II. aus der Schlacht bei Zenta; ein türkisches Staatszelt, erbeutet bei Peterwardein 1716, sowie der zehnpfündige Mörser von Belgrad, der 1717 mit einem einzigen Schuss in ein türkisches Pulvermagazin einen ganzen Stadtteil Belgrads zerstörte.[19]

Die österreichische k.u.k.-Marine, die italienische Marine und die deutsche Kriegsmarine benannten ihm zu Ehren mehrere Schiffe. Das berühmteste war der Schwere Kreuzer Prinz Eugen, dem im Zweiten Weltkrieg im Mai 1941 zusammen mit dem Schlachtschiff Bismarck der Atlantikdurchbruch gelang: Es überstand im Gegensatz zur Bismarck den Weltkrieg beinahe unbeschadet, wurde aber im Jahre 1946 nahe des Bikini-Atolls im Pazifik bei amerikanischen Atombombenversuchen versenkt.

Die vor allem im nordserbischen Banat aus Volksdeutschen aufgestellte 7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division „Prinz Eugen“ wurde nach dem Feldherren benannt, da er durch die Vertreibung der Osmanen vom Balkan die Ansiedlung Volksdeutscher ermöglichte. Damit hatte man, wie der spätere Divisionskommandeur Otto Kumm ausführte, bewusst an die jahrhundertelange Tradition der Grenzer-Regimenter angeknüpft.

Der Bund Deutscher Pioniere (BDPi) vergibt einen Prinz-Eugen-Preis für den jeweils Lehrgangsbesten der Bautechnikerlehrgänge an der Schule des Heeres für Bautechnik.

Literatur

  • Alfred Ritter von Arneth: Prinz Eugen von Savoyen: Nach den handschriftlichen Quellen der kaiserlichen Archive. 3 Bde., Wien 1858.
  • Max Braubach: Prinz Eugen von Savoyen. 5 Bde, Wien 1963–65.
  • Hanne Egghardt: Prinz Eugen: Der Philosoph in Kriegsrüstung. Wien: Kremayr & Scheriau, Wien 2007, ISBN 978-3-218-00770-2.
  • Hanne Egghardt: Auf den Spuren Prinz Eugens. Barocke Pracht in und um Wien. Kremayr & Scheriau, Wien 2008, ISBN 978-3-218-00782-5.
  • Agnes Husslein-Arco, Marie-Louise von Plessen (Hg.): Prinz Eugen. Feldherr und Philosoph. Hirmer Verlag, Wien 2010, ISBN 978-3-7774-2521-4.
  • Karl Gutkas: Prinz Eugen und das barocke Österreich: Ausstellung der Republik Österreich und des Landes Niederösterreich; Marchfeldschlösser Schlosshof und Niederweiden, 22. April bis 26. Oktober 1986. Niederösterreichisches Landesmuseum, Wien 1986, ISBN 3-900464-37-6 (formal falsche ISBN).
  • Franz Herre: Prinz Eugen: Europas heimlicher Herrscher. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart 1997, ISBN 3-421-05085-6.
  • Gottfried Mraz: Prinz Eugen. Ein Leben in Bildern und Dokumenten. Süddeutscher Verlag, München 1985
  • Georg Piltz: Prinz Eugen von Savoyen: Biografie. Verlag Neues Leben, Berlin 1991, ISBN 3-355-01192-4.
  • Harald Waitzbauer: Das Winterpalais von Prinz Eugen: Barockjuwel im Verborgenen. Wien 1998.

Weblinks

 Commons: Prinz Eugen von Savoyen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Karl Gutkas: Prinz Eugen und das barocke Österreich, Wien 1986, S. 1.
  2. Nachdem im Frieden von Utrecht dem Herzogtum Savoyen 1713 die zuvor zum spanischen Erbe gehörende Insel Sizilien zugesprochen wurde, hatte man den savoyischen Wappenschild halbiert und das Wappen der spanischen Habsburger hinzugefügt, siehe: Karl Gutkas: Prinz Eugen und das barocke Österreich, Wien 1986, S. 88.
  3. Karl Gutkas: Prinz Eugen und das barocke Österreich, Wien 1986, S. 87.
  4. Karl Gutkas: Prinz Eugen und das barocke Österreich, Wien 1986, S. 6.
  5. 5,0 5,1 Franz Herre: Prinz Eugen: Europas heimlicher Herrscher, Stuttgart 1997, S. 10. Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag. Der Name „Herre10“ wurde mehrere Male mit einem unterschiedlichen Inhalt definiert.
  6. Alfred Ritter von Arneth: Prinz Eugen von Savoyen, Bd. 1, Wien 1864, S. 1.
  7. Alfred Ritter von Arneth: Prinz Eugen von Savoyen, Bd. 1, Wien 1864, S. 3, 10, 125/6.
  8. Franz Herre: Prinz Eugen: Europas heimlicher Herrscher, Stuttgart 1997, S. 11.
  9. Zu Tommaso Francesco siehe: Karl Gutkas: Prinz Eugen und das barocke Österreich, Wien 1986, S. 122, zu Eugène-Maurice siehe: ebd. S. 119.
  10. Alfred Ritter von Arneth: Prinz Eugen von Savoyen, Bd. 1, Wien 1864, S. 10.
  11. Aloys Bergenstamm: Aufschriften in Gruften, Säulen, Grundsteinen und Häusern in Wien. In: Gerhard Fischer (Hg.), Denn die Gestalt dieser Welt vergeht, Geschichte der Kirchen .. der Stadt Wien, aufgezeichnet von dem Altertumsfreunde Aloys Bergenstamm (1754-1821), daedalus Verlag 1996. ISBN 3-900911-07-X, S 214
  12. Laut Die letzten Jahre des Prinzen Eugen von Reinhold Schneider in Herrscher und Heilige, ersch. 1904 bei J. Hegner in Köln & Olten
  13. Bernd-Ulrich Hergemöller, Mann für Mann, Seite 210
  14. Magnus Hirschfeld, Die Homosexualität des Mannes und des Weibes, 1914/1984, Seite 661
  15. Albert Moll, Berühmte Homosexuelle, Wiesbaden, 1910, Seite 36
  16. Prinz Eugen der edle Ritter, sein Leben in Bildern. Verlag Seidel und Sohn in Wien 1913
  17. Alphons Lhotsky: Die Baugeschichte der Museen und der Neuen Burg. Das Kaiserforum, S 66/67, Verlag Ferdinand Berger, Wien 1941.
  18. Johann Christoph Allmayer-Beck: Das Heeresgeschichtliche Museum Wien. Saal I - Von den Anfängen des stehenden Heeres bis zum Ende des 17. Jahrhunderts, Salzburg 1982 S. 31 f.
  19. Manfried Rauchensteiner, Manfred Litscher (Hg.): Das Heeresgeschichtliche Museum in Wien. Graz, Wien 2000 S. 10-15.


Vorgänger Amt Nachfolger
von den Briten besetzt; Unabhängigkeitsstreben d. Niederländer Statthalter der habsburgischen Niederlande
1716–1724
Maria Elisabeth von Österreich
Heinrich Franz Graf von Mansfeld Präsident des Hofkriegsrats
1703–1736
Lothar Joseph Graf Königsegg


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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Eugen_von_Savoyen“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 13. Juli 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.