Princeps

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Princeps ist lateinisch (primus + caps (capere), urspr.: '(bei der Beuteverteilung) zuerst nehmend') und wird allgemein mit „erster Bürger“ oder „erster unter Gleichen“ übersetzt. Er war der offizielle Titel der römischen Kaiser im System des Prinzipats.

Der Ursprung dieser Bezeichnung liegt im Amt des Princeps Senatus, der im römischen Senat als primus inter pares fungierte, der während einer Senatstagung als Erster seine Stimme abgab. Zur Designation eines potentiellen Nachfolgers des Kaisers verwendete man den Titel princeps iuventutis.

Erster Träger des Princeps-Titels war Augustus, der seit 27 v. Chr. seine Stellung mit diesem Begriff umschrieb ("me principe"). Er hatte erkannt, dass eine offen monarchische Ordnung von Senat und Volk nicht akzeptiert werden würde, und verzichtete auf den Titel dictator oder gar rex (König), da er aus der Ermordung Julius Caesars gelernt hatte, der sich zum dictator perpetuus (Diktator auf Lebenszeit) hatte ernennen lassen. Augustus konstruierte deshalb eine monarchische Ordnung, die durch eine republikanische Fassade verdeckt wurde. Zu den Details dieses Systems siehe Prinzipat.

Bereits Domitian bezeichnete sich nicht mehr als princeps, sondern als dominus et deus (Herr und Gott), doch kehrten seine Nachfolger zur älteren Sprachregelung zurück. In der Spätantike wurde dann auch offen von der republikanischen Fassade Abstand genommen – der Realität entsprach sie freilich schon unter Augustus nicht. Zugleich blieb die Bezeichnung princeps aber noch bis ins 6. Jahrhundert üblich. Zur offiziellen Kaisertitulatur (Imperator Caesar Augustus) zählte sie nie.

Ab etwa dem Mittelalter wird unter dem lateinischem Begriff Princeps im deutschen Sprachgebrauch der Adelstitel eines Fürsten mit dem Anspruch auf die Anrede „Durchlaucht“ bzw. „Erlaucht“ verstanden. Die deutsche Bezeichnung „Fürst“ ist wiederum sprachlich mit dem englischen Wort „the first“, also „der Erste“ verwandt.

Quellenhinweis

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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Princeps“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 17. Juni 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.