Saufeder (Heraldik)
Das Jagdinstrument Saufeder beziehungsweise die Waffe Schweinsfeder (engl.: boar spear) sind in der Heraldik seltene gemeine Figuren.
Darstellung
Die Sau-/Schweinsfeder kann als Ganzes oder nur als Teil im Wappenfeld dargestellt werden. Als Teil eignet sich die markante Waffenspitze/-klinge, die meist kräftig und breit und mit einer Parierstange ausgearbeitet ist, aber auch in anderen Ausprägungen als gemeine Figur in der Heraldik erscheint.
Die heraldische Tingierung der Saufeder ist nicht auf eine Farbe festgelegt.
Siebmacher
„Saufeder (Tafel XXVI. Figur 55.) ein bekanntes Jagdinstrument, besonders zur Saujagd und Bärenhatz gebraucht und zum „Abfangen“ benutzt.“
Galerie
- Saufederklinge
Hinten Saufederklinge (Kunreuth, Kreis Forchheim)
Aufrecht (im Wappen von Inzlingen)
- Sau-/Schweinsfederklingen (Stiebar)
Im Wappen der Familie von Stiebar
Im Wappen der Fränkischen Familie von Stibar
Schweinsfederklinge im linken Obereck in rotem Schild (Hemhofen)
Oben eine wachsende rote Schweinsfederklinge (Buttenheim)
- Ganze Saufeder
Im Wappen von Schretstaken
Drei gestürzte Saufedern im Wappen derer von Kameke
Die Saufeder findet sich als Wappenmotiv auch bei der Familie von Reichenstein in der Schweiz [2] sowie auf dem "Pfalzgrafenkreuz". d. i. ein Denkmal bei Zscheiplitz (Burgenlandkreis,Sachsen-Anhalt)[3].
Saufederklinge im Wappen der Familie Reich von Reichenstein
Abgrenzung
Die überlieferten Wappen-/Siegelabbildungen der Herren von Thülen (auch: Raab genannt von Thülen) aus dem 14. bis 17. Jahrhundert zeigen oft undeutliche Wappenmotive, die nur schwer oder gar nicht identifizierbar sind. In der Literatur finden sich zahlreiche Deutungen dazu:
„Die von Thülen genannt Raab (Rabe) führen ein eigentümliches Wappen, nämlich ein Speereisen (Partisanenspitze) mit Widerhaken daran, von Einigen für eine Krampe oder Maueranker gehalten, vielleicht aber eine sogenannte Tülle zum Aufstecken eines Lichtes, wodurch das Wappen ein redendes sein würde.“
Außerdem wird die undeutliche Figur als „Griff einer Laute“, „Armschiene“ oder als „Saufeder“ gedeutet. Letztere Deutung legten das Amt Thülen und Stemel ihren Wappen zugrunde, obwohl sich das Motiv ganz deutlich von den gewöhnlichen Darstellungen einer Saufeder unterscheidet.
Angeblich Klinge einer Saufeder (im Wappen von Stemel)
Vorgebliche Saufederklinge (im Wappen von Amt Thülen)
- Thülen-Wappen 318 3.png
Wappen derer von Thülen
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Theorienbildung |
Bildende Kunst
Das Aussehen der klassischen Saufeder ist in vielen historischen Bildern zur Wildschweinjagd dokumentiert:
Mitte 4. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung
14. Jahrhundert
1695
Wappenbilderordnung
Saufeder wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) unter dem Stichwort Jagdspieß (frz.: épieu, vouge; engl.: hunter's spear, hog spear) beziehungsweise unter der Nr. 9656 aufgenommen.
Siehe auch
Weblinks
Category: angeben!Einzelnachweise
- ↑ J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie ( M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.
- ↑ Saufeder im Wappen „Peter Reich von Reichenstein“ (altbasel.ch)
- ↑ Saufeder auf dem "Pfalzgrafenkreuz", Denkmal bei Zscheiplitz (Burgenlandkreis,Sachsen-Anhalt)
- ↑ J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, III. Band, 11. Abteilung, 1. Teil: Der Adel der Russischen Ostseeprovinzen: Die Ritterschaft (M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1898.
Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Saufeder“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 10. Juni 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0 oder einer adäquaten neueren Lizenz. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.
