Schlesisches Wappenbuch

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Der Ausdruck Schlesisches Wappenbuch bezeichnet folgende Wappenbücher:

Hauptartikel Kurzbeschreibung
Auch Scharffenbergsches Wappenbuch genannt; 1575-1580; mit etwa 2200 Wappen sowie dessen acht bisher bekannte Teilkopien davon, um 1580 bis 1610 mit etwa 5500 Wappen, von Crispin und Johann Scharffenberg (Nachdruck 1984, bearbeitet von Johann Mosch u. a.)
Leonhard Dorst: Schlesisches Wappenbuch oder die Wappen des Adels im Souverainen Herzogthum Schlesien, der Grafschaft Glatz und der Oberlausitz. Dreibändiges Werk. Mit 607 Wappen. Görlitz 1847.
unter verschiedenen Titeln veröffentlicht, hier jeweils in der Rubrik Schlesien. Mit insgesamt 605 Wappen.
  • Teil I (1605), Tafel 50–76 (online)
  • Teil II (1609), Tafel 47–53 (online)
  • Teil III (1656), Tafel 92–94 (online)
  • Teil V (1665), Tafel 70–75 (online)
Neuer Siebmacher
Konrad Blažek: Die Wappen des schlesischen Adels. 1885-1894. Das Originalwerk besteht aus vier Teilen (1885; 1887; 1890; 1894); Nachdruck in der Reihe Siebmacher's grosses Wappenbuch, Bd. 17. von 1977. Mit insgesamt 3410 Wappen.
  • (Reprograph. Nachdr. von Siebmacher's Wappenbuch: IV. Bd., 11. Abt. (Österreichisch-Schlesien) (online). Nürnberg 1885. VI. Bd., 8. Abt. (abgestorbener Adel, Preußisch-Schlesien).
  • Teil 1 (online). Nürnberg 1887
  • Teil 2 (online). Nürnberg 1890
  • Teil 3 (online). Nürnberg 1894
Alfred Freiherr von Krane (Hrsg.): Wappen- und Handbuch des in Schlesien (einschließlich der Oberlausitz) landgesessenen Adels. Görlitz 1901–1904. Mit 488 Wappen.
Alfred Schellenberg: Schlesisches Wappenbuch. Bd. 1 (Bücherei deutscher Wappen und Hausmarken in Städten und Landschaften 2). Görlitz 1938. Mit 1052 Wappen.

Schlesische Handschriften

Für SchlesienW-Logo.png liegen keine mittelalterischen Wappenbücher vor. Es finden sich einige Familien aus dem schlesischen Uradel daher lediglich in den Sammlungen des Herolds Gelre und im Codex Von der Ersten. Die Reihe der schlesischen Wappenbücher setzt gegen Ende des 16. Jahrhunderts ein, wurde dann aber bis in die 1930er Jahre fortgesetzt, sodass insgesamt ein so reichliches Material vorhanden war bzw. noch immer ist wie für sonst kaum eine andere deutschsprachige Region.[1] Neben den oben genannten Quellen sind im Zusammenhang mit Schlesien vor allem relevant:

  • Codex Saurma, um 1590 bis 1620 mit etwa 2500 Wappen.
  • Wappenbuch Paritius I, aus dem 17. Jahrhundert mit über 1000 Wappen. Die Sammlung gehörte zunächst Aloys Heinrich von Oberg, kam 1780 an Carl Ferdinand Hübner aus Strehlen, wurde am 17. Juli 1815 vom Breslauer Stadtrat Christian Friedrich Paritius erworben und gelangte schließlich nach dessen Tod in den Bestand der Breslauer Stadtbibliothek (Signatur R 2814).
  • Wappenbuch Paritius II, aus dem 17. Jahrhundert mit 1025 Wappen. Die Sammlung wurde am 12. Dezember 1820 vom Breslauer Stadtrat Christian Friedrich Paritius erworben, gelangte nach dessen Tod in den Bestand der Breslauer Stadtbibliothek (Signatur R 2815) und kam nach den Zweiten Weltkrieg in die nun polnische Universitätsbibliothek BreslauW-Logo.png (online).
  • Wappenbuch Paritius III, aus dem 17. Jahrhundert. Die Sammlung gehörte dem Breslauer Stadtrat Christian Friedrich Paritius und gelangte nach dessen Tod in den Bestand der Breslauer Stadtbibliothek (Signatur R 2936 und 2937 ). Sie umfasste 51 und 45 Blätter mit handgemalten Wappen aus StammbüchernW-Logo.png.
  • Wappenbuch Krieger, aus dem 17. Jahrhundert mit 944 Wappen auf 59 Blättern. Die Sammlung wurde etwa 1815 vom Breslauer Stadtrat Christian Friedrich Paritius erworben und von ihn um einen Namensindex ergänzt. Nach dessen Tod gelangte das Buch in den Besitz der Breslauer Glockengießerfamilie Krieger. Bis 1910 gehörte es Friedrich Krieger, Hauptmann a. D., in Beschine im Kreis Wohlau. Der spätere Verbleib ist unbekannt.
  • Wappenbuch Köckritz, aus dem 17. Jahrhundert mit 2184 Wappen, wovon sehr viele direkt von EpitaphienW-Logo.png abgezeichnet waren. Die Sammlung gehörte in den 1830er Jahren dem Maler Georg Friedrich RaschkeW-Logo.png aus Glogau und befand sich 1885 im Besitz von Diepold von KöckritzW-Logo.png auf Mondschütz im Kreis Wohlau. Der spätere Verbleib ist unbekannt.
  • Wappenbuch Löwenheim, aus dem 17. Jahrhundert. Die Sammlung mit ihren handgemalten Wappen aus StammbüchernW-Logo.png gehörte Ernst Samuel Sachs von Löwenheim (1720–1799) auf Marschwitz, wurde aus dessen Nachlass vom British MuseumW-Logo.png ersteigert und befindet sich seit 1973 im Bestand der British LibraryW-Logo.png (Handschriftensammlung, Signatur Add MS 19476).
  • Hannoversche Wappensammlung ("der bekanntesten und besonders Schlesischer Geschlechter"), aus dem 17. und 18. Jahrhundert mit 4543 Wappen. Sie befand sich im Besitz des Hannoveraner Archivars und Genealogen Heinrich Schädtler (1781–1820), dessen umfangreiche Bibliothek zu einem großen Teil von Prinz Adolph Friedrich von Großbritanien, 1. Duke of CambridgeW-Logo.png, erworben wurde, und der sie an die spätere Niedersächsische LandesbibliothekW-Logo.png (Handschriftensammlung, Signatur 652) weiterverschenkte.

Einzelnachweise

  1. Hermann Luchs: Sechs unedirte schlesische Wappenbücher. In: Der Deutsche Herold. Zeitschrift für Heradlik, Spragistik und Genealogie. Nr. 16, 1885, S. 59–62.; Hans von Mosch: Scharffenberg Crispin. Schlesisches Wappenbuch. Neustadt an der Aisch 1984.
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