Schwabenspiegel

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Der Schwabenspiegel ist ein um 1275 entstandenes Rechtsbuch für das außersächsische Deutschland von einem unbekannten Augsburger Franziskaner.

Er befasst sich in der mittelalterlichen Form eines Spiegels vornehmlich mit dem Land- und Lehnsrecht (auch Kaiserrecht). Der Schwabenspiegel geht auf Quellen aus der Bibel, römischen und kanonischen Rechts, sowie Reichsgesetzen zurück und lehnt sich an Sachsenspiegel und Deutschenspiegel an. Im Schwabenspiegel findet sich in einem längeren Kapitel auch das für Juden geltende Sonderrecht. Der uralte Judeneid findet sich dort, die Schirmherrschaft des Königs über die Juden, das Verbot der Gewaltanwendung gegen Juden, das sogenannte Hehlerprivileg. Aus dem Kanonischen Recht stammen das Verbot von Mischehen, die Begünstigung der Bekehrung und besondere Bekleidungsvorschriften.

Der Titel „Schwabenspiegel“ für das Rechtsbuch ist neuzeitlich und wurde von dem Schweizer Späthumanisten Melchior Goldast erst im frühen 17. Jahrhundert geprägt.

Literatur

  • Harald Rainer Derschka, Der Schwabenspiegel übertragen in heutiges Deutsch mit Illustrationen aus alten Handschriften, München 2002.
  • Jens Peter Kutz, Das Dorf und die bäuerliche Lebenswelt im Schwabenspiegel. Ein Rechtsbuch als soziohistorische Quelle, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO) 156, 2008, S. 85-107.

Weblinks

Quellenhinweis

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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Schwabenspiegel“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 03. Juni 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.