Semperfrei

Aus Heraldik-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Semperfreien (eigentlich „sendbar Freien“, lateinisch homines synodales, sentbare Vrimannen) des Schwabenspiegels und anderer süddeutscher Rechtsbücher sollten ursprünglich den Schöffenbarfreien des Sachsenspiegels entsprechen und wurden meistens – so z. B. im Mainzer Landfrieden von 1235 – auch so verstanden. Während in dem Wort „schöffenbarfrei“ das Recht auf die Besetzung der Schöffenbank im weltlichen Gericht des Grafen zum Ausdruck kommt, klingt im Wort „semperfrei“ der Gerichtsstand vor dem geistlichen Gericht des Bischofs, dem Send, an. Beides sind Privilegien eines – im Spätmittelalter untergegangenen – Standes von Freien, der sich einerseits vom Bauernstand und andererseits von der Ministerialität unterscheidet.

Der Schwabenspiegel missversteht allerdings die Schöffenbarfreien des Sachsenspiegels und identifiziert die Semperfreien nicht mit dem freien – im Unterschied zum ministerialischen – niederen Adel, sondern mit den Fürsten und freien Herren. Dieses Missverständnis führte sogar dazu, dass im 17. Jahrhundert der Titel „semperfrei“ als ein über Graf und freier Herr stehender Titel z. B. an die Grafen von Schaffgotsch verliehen wurde. Auch die Grafen von Limpurg führten den Titel „semperfrei“, um damit ihre Reichsfreiheit hervorzuheben.

siehe auch: Edelfrei, Altfrei

Literatur

Quellenhinweis

Muster-Wappenschild-Info.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Semperfrei“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 26. Mai 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.