Sternerbund (Ritterbund)

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Der Sternerbund oder auch Rittergesellschaft bzw. Ritterbund vom Sterne (oft einfach auch nur die Sterner genannt) war ein Bündnis mindermächtiger Adeliger im Einzugsbereich der Landgrafschaft Hessen, das um 1370 gegründet wurde und sich um 1381 auflöste. Der Ritterbund kämpfte gegen die Expansionspolitik der Landgrafen von Hessen.

Entstehung

Als Zeitpunkt seiner Entstehung wird ein Besuch Friedrichs von Lißberg am 5. Oktober 1369 am Hofe des Herzogs Otto von Braunschweig-Göttingen (genannt: der Quade) in Münden vermutet. Friedrich war damals im Besitz der Burg Herzberg und nannte sich deshalb auch Friedrich von Herzberg.

Organisation

Der Bund war eine geschlossene Korporation von Adeligen, Fürsten, Grafen, Herren und Rittern, unter der Führung von gewählten Bundeshauptleuten. Als Bundeshauptmann werden Gottfried VII. von Ziegenhain und Otto von Braunschweig-Göttingen genannt.

Das Bundeskapitel wurde im ziegenhainischen Treysa abgehalten. Die Grafen von Ziegenhain führten einen sechsstrahligen Stern in ihrem Wappen und auch der Bund hatte ein solchen Stern als Erkennungszeichen (Ritter trugen einen goldenen Stern, Knappen einen silbernen). Davon leitet sich auch der Name ab.

Der Bund umfasste mehr als 2000 Bewaffnete, davon waren etwa 350 Burgbesitzer. Ihre Territorien lagen in der Landgrafschaft Hessen, der Wetterau, im Rheinland, in der Abtei Fulda, in Thüringen, Sachsen und Westfalen. Die führenden Kräfte im Bund waren die Grafen von Ziegenhain, Fürst Otto von Göttingen, die Abtei Hersfeld und das Erzstift Mainz.

  • Graf Gottfried von Ziegenhain musste sich der immer mächtiger werdenden Landgrafschaft Hessen erwehren. Da die Grafschaft Ziegenhain Ober- und Niederhessen voneinander trennte, waren die hessischen Landgrafen bestrebt, ihre zwei großen Landesteile über das Gebiet der Ziegenhainer zu vereinigen.
  • Otto von Göttingen versuchte mit Hilfe der Sterner Erbansprüche auf Hessen durchzusetzen, da er ein Enkel des verstorbenen Landgrafen Heinrich II. von Hessen war. Dieser hatte aber seinen Neffen Hermann II. zu seinem Nachfolger ernannt.
  • Die Abtei Hersfeld stand im Streit mit der Stadt Hersfeld. Der Abt versuchte seine Macht durch die Koalition mit den Sternern zu stärken.
  • Adolf I. von Nassau nutzte den Sternerbund 1381, um sich als Erzbischof in Mainz gegen seinen Rivalen Ludwig von Meißen durchzusetzen.

Folge dieser Koalition und dieser Interessenlage war der Ausbruch des Sternerkrieges, der begann, als Landgraf Hermann II. im Jahr 1372 die Burg Herzberg angriff.

Ende

In Verbindung mit Adolf I. von Nassau trat der Bund 1381 das letzte Mal in Erscheinung. Letztlich scheiterte er an der Übermacht der Landgrafschaft und gegenläufigen Interessen seiner Mitglieder.

Aus den Fragmenten des Sternerbundes gingen unterschiedliche Vereinigungen hervor, kleine Gesellschaften, die nur regionale Bedeutung hatten. Die bekanntesten darunter waren die "Gesellschaft von der alten Minne" (gegründet von Johann von Nassau-Dillenburg), die "Gesellschaft vom Falken" in Nordhessen, die "zweite westfälische Rittergesellschaft" oder der "Benglerbund". Auch dem "Löwenbund", der sich vor allem in Süddeutschland ausbreitete und 1375 gegründet wurde, werden Beziehungen zu den Sternern nachgesagt.[1] Als sich Herrmann II. und Otto schließlich 1390 einigten, gründeten sie zusammen die "Sichelgesellschaft". Ein weiteres Bündnis auf Seiten der Landgrafen war die "Gesellschaft vom Horne".

Bewertung

Die Tatsache, dass der „Sternerbund“ in der nachfolgenden Zeit als Rittergesellschaft bewertet wurde, obwohl die führenden Kräfte ständisch höher standen (Herren, Grafen, Fürsten), weist darauf hin, dass hier – ebenso wie bei den Nachfolgegesellschaften – ein idealisierendes Bild vom Ritter hineinspielt, mit dem im ausgehenden Mittelalter der faktische Bedeutungsverlust der Ritterschaft von den Betroffenen zu kompensieren versucht wurde.

Literatur

  1. Demandt, Karl E., Geschichte des Landes Hessen, 2. Auflage, Kassel, 1980

Weblinks


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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Sternerbund “ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 29. März 2011 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine &action=history Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.