Kampfschild

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1240: Echter Wappenschild, der grundsätzlich als Kampf-/Turnierschild nutzbar war.
 
Nachgebildetes Wappenschild

Der Kampfschild (mittelhochdeutsch kampfschilt) ist

  • in einem weitem Sinn ein Schild, der als Schutzwaffe dient und zum Beispiel im Krieg („Kriegsschild“) oder Turnier („Turnierschild“) wirklich einsetzbar ist.
  • in einem engeren (heraldischen) Sinn ein echtes Wappenschild, wenn es sich um eine authentische historische Schutzwaffe des Mittelalters mit einem bestimmtes Bild handelt, welches durch Bemalung mit Farben oder durch plastische Modellierung und Anbringung verschiedener Materialien (Stoff, Leder, Pelzwerk, Leinwand, Metall etc.) darauf dargestellt wird und als ein Kennzeichen des Schildführenden dient.
  • in einem noch engeren Sinn besondere Schilde, die beim gerichtlichen Zweikampf „nicht zugleich als Waffe dienen konnten“; nach der Nürnberger Kampfgerichtsordnung bespielsweise bestand der Kampfschild nicht aus Eisen, sondern aus Holz, Leim und anderen Materialen und war mit einem weißen Leinentuch überzogen, worauf ein rotes Kreuz aus Leinen genäht war.[1]

Abgrenzung

Echte Kampf-/Turnierschilde, die als Wappenschild dienten und ebenso als „im Kampf“ nutzbar waren, sind von der zweiten Gruppe der heraldische Schilde (Wappenschilde) zu unterscheiden, die den wirklich benutzten Kampf-/Turnierschilden nur nachgebildet oder anderen Ursprungs sind (sich zum Beispiel aus Siegelbildern oder ähnlichem ableiten). Der Stech- oder Rennschild ..

„(..) kann als letzter, echter Kampfschild angesprochen werden.“

Walter Leonhard (2003)[2]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Blason ville fr Garidech (Haute-Garonne).svg Lemma Kampfschild. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch, Leipzig 1854-1960 (www.woerterbuchnetz.de).
  2. Leonhard, Walter: Das grosse Buch der Wappenkunst. Entwicklung, Elemente, Bildmotive, Gestaltung, Bechtermünz-Verlag 2003. ISBN 3-8289-0768-7. S. 119.