Karl Krahl

Aus Heraldik-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
1891: Karl Krahl
(nach Jahrbuch der Heraldisch-Genealogische Gesellschaft „Adler“)

Karl Krahl (auch Carl Krahl, geboren am 5. Mai 1819 in Dresden; gestorben am 1. Dezember 1891 in Wien) war ein deutsch-österreichischer Genealoge und Heraldiker.

Leben

Krahl wurde als Sohn des Schuhmachermeisters Joh. Carl Krahl und der Amalie Eisalt 1819 in Dresden geboren. Von 1841 bis 1846 studierte er an der Universität WienW-Logo.png Chirurgie und Geburtshilfe, 1847 schloss er mit dem Magister der Chirurgie sein Studium ab und übernahm eine Stelle als praktischer Arzt in Stetten, Niederösterreich[1]. Nach anderen Angaben wurde er Chirurg im benachbarten Bisamberg[2].

Krahl war Mitglied im Zentralausschuss des Österreichischen TouristenklubsW-Logo.png und dessen Bibliothekar.[3] Gemeinsam mit Anton von RuthnerW-Logo.png und Hans HauenschildW-Logo.png hatte er wesentlichen Anteil an der Erschließung des Toten GebirgesW-Logo.png. Eine natürliche Felshöhle unterhalb der Brotfallscharte ließ er im Jahre 1875 mit einer Verschalung samt Tür sowie Bänken und Matratzen versehen und als erste Bergsteiger-Unterkunft am Anstieg zum Großen PrielW-Logo.png ausgestalten. Das 1884 auf der Oberen Polsteralm erbaute kleine Schutzhaus wurde nach ihm Karl-Krahl-Schutzhaus benannt. Es war der Vorläufer des PrielschutzhausesW-Logo.png.[4]

Heraldisches Wirken

Wappenschwindler

1848 heiratete Krahl Barbara Kolarz, die Witwe des „k. k. Hofwappenmalers“ Joseph Stein, dem Gründer des Wappenschwindelunternehmens „heraldisches Institut“ und gab seine Arztstelle auf[1][5] Er übernahm im gleichen Jahr das „Wappeninstitut“ und 1869 den Titel Steins; beides hatte Barbara, die Frau Krahls bzw. Witwe Steins nach dem Tode ihres ersten Manns weiter geführt. Seine heraldischen, vorgedruckten „Schwindelerzeugnisse“ verweisen mit einer Adressangabe „Wien, Stadt Krugerstraße 1009“ auf das „Institut“ und referenzieren auf eine vermeintliche Fundstelle (in der Form „[..] Buch [..] Seite der großen europäischen Wappensammlung oder „Buch [..] Seite [..] des heraldisch-genealogischen Archivs zu Wien“).[5]

Wappenkünstler

1870 wurde er Mitbegründer der Heraldisch-Genealogischen Gesellschaft „Adler“ in Wien.

„Seit etwa 1865 wandelte Krahl das Stein'sche Institut in ein solches „mit wissenschaftlichem Ernst“ um. Er hatte es nun nicht mehr nötig, sich mit Schwindelerzeugnissen abzugeben, und verstand es, sich als heraldische Künstler ein so geachtete Stellung zu erwerben, daß er nicht nur bei der Gründung des Vereins ADLER in Wien mitwirken konnte, sondern auch als dessen Bibliothekar und Archivar fungierte und 1871 in den Berliner Verein HEROLD aufgenommen wurde.“

Der Wappenschwindel (Jürgen Arndt, 1997)[5]

Er war Wappenzensor des königlich Ungarischen Ministeriums am Allerh. Hoflager in Wien.[6] Verdienste erwarb er sich um die Hebung des heraldischen Geschmacks und der Wappenkunst in Österreich. Er sammelte wertvolle heraldische Originale, Urkunden, Kunstgegenstände und erstellte einen Wappenkatalog mit 150.000 Einträgen.[2][6]

Krahls Neffe Ernst August Krahl war ebenfalls Heraldiker und übernahm dessen Nachlaß.[6]

Familienwappen

1903: Exlibris Bibliothek E. Krahl, Wien mit dem Familienwappen Krahl
(Quelle: Balatoni Múzeum; abgerufen 18. Januar 2018)

Blasonierung:
„In Rot eine silberne Adlerklaue mit Krallen, begleitet von drei (2,1) silbernen Schildchen. Auf dem Helm, mit rot-silbernen Decken eine wachsende Jungfrau zwischen Damhirschschaufeln.“[6]

Auszeichnungen

1878 erhielt Krahl den 1. Preis bei der heraldisch-genealogisch-sphragistischen Ausstellung in Wien.[6]

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Wir über uns › Geschichte. Carl Krahl. ADLER Heraldisch-Genealogische Gesellschaft, abgerufen am 19. April 2017.
  2. 2,0 2,1 Gall: Krahl Karl. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950W-Logo.png (ÖBL). Band 4, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1969, S. 193.
  3. Die Klubbibliothek. In: ÖTK magazin. September 2013, S. 15, abgerufen am 19. April 2017.
  4. Sepp Wallner: Der Große Priel. Zum 150. Jahrestag seiner ersten touristischen Ersteigung. In: Oberösterreich. Landschaft, Kultur... Jg. 17 Heft 1/2, 1967, S. 56–60 (land-oberoesterreich.gv.at [PDF; abgerufen am 19. April 2017]).
  5. 5,0 5,1 5,2 Jürgen Arndt: Der Wappenschwindel. Seine Werkstätten und ihre Inhaber. Ein Blick in die heraldische Subkultur. Hrsg.: Herold, Verein für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften. Degener & Co., Neustadt a. d. Aisch 1997, ISBN 3-7686-7013-9, S. 71 ff. und 147 ff..
  6. 6,0 6,1 6,2 6,3 6,4 Jürgen Arndt (Bearbeiter) unter Mitwirkung von Horst Hilgenberg und Marga Wehner: Biographisches Lexikon der Heraldiker sowie der Sphragistiker, Vexillologen und Insignologen. Hrsg.: Herold, Verein für Heraldik Genealogie und verwandte Wissenschaften (= J. Siebmachers Großes Wappenbuch. H). Bauer & Raspe, Neustadt an der Aisch 1992, ISBN 3-87947-109-6, S. 286 (664 S.).
Muster-Wappenschild-Info.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Karl_Krahl_(Genealoge)“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 13. September 2017 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.