Konrad Fischnaler

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Familienwappen: Konrad Fischnaler (Wappenaufriss: Harald Fassbaender, 2018)

Konrad Fischnaler (auch Conrad Fischnaler geschrieben; * 10. Dezember 1855 in Sterzing (Südtirol); † 14. Februar 1941 in Innsbruck, Tirol) war ein österreichischer Geschichts- und Heimatforscher, Lehrer und Heraldiker.

Leben

Nach dem Besuch des Gymnasiums und des Pädagogiums in Innsbruck war er Lehrer in Bozen. Sodann arbeitete er ab 1875 als Lehrer an der Übungsschule in Innsbruck. In den Jahren 1885-1912 war er Kustos am Ferdinandeum in Innsbruck. Gesundheitliche Probleme führten ab 1912 zum Ruhestand, dennoch arbeitete er im Landesarchiv. Er wurde im Jahr 1935 Ehrenmitglied der Universität Innsbruck. 1936 starb in Innsbruck seine Frau und langjährige Mitarbeiterin Maria Fischnaler, geborene Lechtleitner (1863-1936), die ihm beim Ausbau einer Wappensammlung unterstützt hatte.

Familienwappen

Blasonierung:
„In silber ein schreitender schwarzer Ochse. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken der Ochse wachsend.“[1]

Heraldisches Werk

Sein bedeutendstes heraldisches Werk ist

  • eine Wappenkartei/-sammlung mit etwa 20.000 Wappen auf Karteikarten (mit Quellenangaben und handgezeichneten Wappenskizzen, zum Teil koloriert (Anzahl nach Fischnaler, andere Quellen gehen von 30.000 Wappen aus)
  • und eine Wappensystematik („Wappenschlüssel“), die unter anderem eine publizistische Auswertung der zuvor angeführten Wappenkartei darstellt und in etwa 100.000 mehr oder weniger regional begrenzte, rein textuelle Beschreibungen („Blasonierungen“) von Wappen berücksichtigt.

Die Wappensystematik erschien unter dem Titel Konrad Fischnaler, Tirolisch-Vorarlbergische Wappenschlüssel in den Ausgewählte Schriften (Bd. 2-7), Innsbruck 1936/37-1951 und wird folgendermaßen zitiert:

Jahr zitiert als Wappenschlüssel
1937 Wappenschlüssel Bd. 2 Erster Teil, 1. Folge
1938 Wappenschlüssel Bd. 3 Erster Teil, 2. bis 5. Folge
1940 Wappenschlüssel Bd. 4 Zweiter Teil, 1. und 2. Folge
1940 Wappenschlüssel Bd. 5 Zweiter Teil, 3. und 4. Folge
1941 Wappenschlüssel Bd. 6 Zweiter Teil, 5. Folge
1951 Wappenschlüssel Bd. 7 Dritter Teil, 1.-8. Folge
(postum herausgegeben von Dr. Klemens M. Mayr mit Ergänzungen und Nachträgen)

Der Wappenkartei/-sammlung und Wappenschlüssel stellen ein unentbehrliches Hilfsmittel für historische, kunsthistorische und heimatkundliche Arbeiten dar und beinhalten nicht nur Geschlechter aus Tirol und den angrenzenden Gebieten, sondern teilweise auch Familien, die zu Tirol in Beziehung standen.

Fischnalers bezieht nicht nur authentische („echte“) Wappen ein, sondern auch apokryphe beziehungsweise Phantasiewappen und wappenähnliche Darstellungen (wie sie zum Beispiel im Zusammenhang mit Siegeln, Signeten oder Petschaften gebräuchlich waren/sind).

„Die von Fischnaler in seinem Wappenschlüssel verwendete heraldische Terminologie weist zahlreiche Besonderheiten auf. Sie weicht leider beträchtlich von der im deutschen Sprachraum seit den Veröffentlichungen von Gritzner und Sacken üblichen heraldischen Fachsprache ab. Dadurch wird das Verständnis des Werkes oft sehr erschwert.“

Herold - Verein für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften: Wappenbilderordnung (1990-1996)[1]

Ehrung

In Innsbruck trägt eine Straße seinen Namen; in Sterzing ist die deutschsprachige Mittelschule nach ihm benannt.

Schriften

  • Das Eisacktal in Lied und Sage, 1883
  • Wappenbuch der Städte und Märkte der gefürsteten Grafschaft Tirol, Innsbruck 1894
  • Das Solbach'sche Wappenbuch. In: Zeitschrift des Ferdinandeums für Tirol und Vorarlberg. Bd. 45 (1901) S. 218–229. Online (PDF, 630 kB)
  • Urkunden-Regesten aus dem Stadtarchiv in Sterzing, Innsbruck 1902. Online
  • Innsbrucker Chronik, in fünf Bänden, 1936–1938
  • Tirolisch-Vorarlberg'scher Wappenschlüssel, Innsbruck 1938–1941

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Jürgen Arndt (Bearbeiter) unter Mitwirkung von Horst Hilgenberg und Marga Wehner: Biographisches Lexikon der Heraldiker sowie der Sphragistiker, Vexillologen und Insignologen. Hrsg.: Herold, Verein für Heraldik Genealogie und verwandte Wissenschaften (= J. Siebmachers Großes Wappenbuch. H). Bauer & Raspe, Neustadt an der Aisch 1992, ISBN 3-87947-109-6, S. 124 (664 S.).


Muster-Wappenschild-Info.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Konrad_Fischnaler“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 27. Januar 2013 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Autoren verfügbar.