Sebald Büheler

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1888: Wappen von Sebald Büheler (nach Léon DacheuxWp France moderne.png)

Sebald Büheler (auch [Sebolt, Sébald, Seobaldt, Sebaldus, Sebaldüs] Buheler, Buehler, Bühler, Beüheler oder ähnlich genannt; * 29. August 1529; † 1594/1595) war ein elsässischer Weinhändler, Chronist/Historiker, Kunstsammler sowie Wappen- beziehungsweise Buchmaler.

Leben

Sebald Büheler war der Sohn des gebürtigen Nürnberger Sebald Büheler († 14. April 1553), der das Schreinerhandwerk gelernt hatte und später zum Straßburger Zeugwart ernannt wurde; seine Mutter war Walpurge Moerstetter d'Ehingen († 6. Januar 1565), Tochter von Grégoire Moerstetter, Amtmann in Esslingen, Württemberg.[1] In seiner Jugend war Büheler (der Jüngere) Maler,[2], jedoch gibt es kein Gemälde, welches ihm mit Sicherheit zugeschrieben werden könnte.[1] Robert StiassnyW-Logo.png vermutet, dass er bei seinem Schwager, dem Maler Nikolaus Kraemer die Malerei erlernte.[2] Zumindest schenkte seine Schwester Dorothea (* 1515) um 1553 die Kunstsachen ihres verstorbenen Mannes (darunter Werke aus dem Nachlass von Hans Baldung GrienW-Logo.png und eine Haarsträhne von Albrecht Dürer) ihrem Bruder, der Kraemers Werkstatt eine zeitlang weiter betrieb. In seinem von ihm 1582 bis 1589 ausgeführten Wappenbuch nennt sich Sebolt Büheler selber „Burger und Maler“, gleichwohl war er ab 1574 bis zu seinem Tod (1595) erfolgreicher Weinhändler, der angeblich hohe Gewinne erwirtschaftete.[1][2] Er blieb bis zu seinem Tod ledig, Nachkommen sind keine bekannt.

Werke

Wappenbuch des Sebald Büheler
(Codex Büheler)
Beispielseite
Beispielseite
Originalausgabe
Genre Wappenbuch, Armorial
Erscheinungsjahr 1582-1589
Anzahl Seiten 650 Blatt
Technik Wappenmalerei
Standort Unklar
Anmerkungen Über 5200 Wappen;
Abschrift des Grünenberg-Wappenbuchs
(nach Bernd Konrad)
[3]
Andere Sprache
Frankreich Armorial du Saint Empire
Romain Germanique

Wappenbuch des Sebald Büheler

Das Wappenbuch des Sebald Büheler (auch Codex Büheler genannt) ist zwischen 1582 und 1589 entstanden, ergänzt durch andere Hände für die folgenden zwei Jahrhunderte. Ende des 19. Jahrhunderts befindet es sich in der Bibliothek des Freiherrn Zorn von Bulach auf Schloss Osthausen bei Erstein im Elsass. Kindler von Knobloch beschreibt den Inhalte des Werkes folgendermaßen:

„Auf den ersten beiden Seiten sind die großen Wappen des damaligen Bischofs von Straßburg, Johann Grafen von Manderscheid-Blankenheim, und der Stadt Straßburg dargestellt. Demnächst gibt der Verfasser in einem mehrere Seiten langen Titel ein Inhaltsverzeichnis seines Werkes, dessen erster Teil die der »Römischen Kayserlichen und Königlichen Mayestät«, der Fürsten, Grafen und Herrn enthält. Ein alphabetisches Verzeichnis eröffnet den mit neuer Paginierung beginnenden zweitenn Teil, in dem der übrige Adel Platz gefunden hat. Auf jeder Folioseite (die Blätter sind auf beiden Seiten bemalt) sind 6 Wappen in 2 Reihen dargestellt unter der Benutzung von Schablonen für Schild, Helm und Helmdecken. Die Höhe der einzelnen Wappen inklusive Helmzier beträgt 14 bis 16 Zentimeter, die Breite des Schildes 512 Zentimeter. Die Ausführung ist vortrefflich und zeigt die Hand eines geübten Meisters. Dieser zweite Teil ist besonders wertvoll wegen der zahlreichen darin befindlichen Elsässischen Wappen (..)“

Bernd Konrad geht davon aus, dass der „Codex Büheler“ eine Abschrift von Grünenbergs Wappenbuch ist.[3]

Wappenbuch der Straßburger
Stettmeister und Ammeister
Beispielwappen
Beispielwappen
Originalausgabe
Genre Wappenbuch, Armorial
Erscheinungsjahr 1594/95, Nachträge
bis 1789
Anzahl Seiten I + 96 Blatt
Technik Wappenmalerei
Abmessungen (H x B) 36,0 x 24,7 cm
Standort Badische Landesbibliothek,      
Karlsruhe
Inventarnummer Ortenau 1
Katalognachweis

Wappenbuch der Straßburger Stettmeister und Ammeister

Das Wappenbuch der Straßburger Stettmeister und Ammeister (auch Strasbur. Wappen-Buch, Gemahltes Wappenbuch aller Straßburger Stätt- und Ammeister Mscpt, Strasburg. Stätt- u. Ammeister Wappenbuch Mst. oder ähnlich genannt) ist eine Auftragsarbeit für Hans Phillip Böcklin von BöcklinsauW-Logo.png (1551-1614). Der Grundstock des Werkes stammt aus der Hand von Büheler (der Stettmeisterteil ist auf 1589 datiert, der Ammeisterteil auf 1594)[5], durch mehrere anderen Hände erfolgten spätere Nachträge bis 1789. Die Handschrift gelangte 1664 in den Besitz des Ludwig Heinrich Zorn von Plobsheim.[5]

„Eine Parallelhandschrift befand sich 1896 im Besitz der Straßburger Familie Brackenhoffer (..)“

Armin Schlechter, Gerhard Stamm (2000)[5]

Aktuell (2020) befindet sich die Handschrift im Bestand der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe:

  • Sébald Büheler: Wappenbuch der Straßburger Stettmeister und Ammeister. Ortenau 1. (Straßburg, Elsaß und Ortenau). Straßburg, um 1594/1595–1789. (urn:nbn:de:bsz:31-106072)

Chronik von Straßburg

Vielen ist Büheler durch seine zweibändige, deutschsprachige, 133-seitige ‚Chronik von Straßburg‘ (195-155 mm) bekannt, „die, 1584 bis 1588 niedergeschrieben, mit ihren Nachträgen bis 1594 reicht“.[2] Das Original ging nach der Zerstörung bei der Belagerung Straßburgs 1870 ab. Das Werk wurde aus Exzerpten des 18. und 19. Jahrhunderts von Léon DacheuxWp France moderne.png 1887 neu herausgegeben:

  • Léon Dacheux: La Petite chronique de la cathédrale -- La chronique strasbourgeoise de Sébald Büheler. In: Bulletin de la Société pour la Conservation des Monuments Historiques d'Alsace. II Serie. Volume 13. Straßburg. 1887-1888. S. 3-150 (Digitalisat - Heidelberger historische Bestände, digital)

Monogramme

Büheler versah zahlreiche Blätter, Artefakte etc., die sich in seiner Sammlung oder Obhut befanden, mit Urheber-MonogrammenW-Logo.png, die er nahezu perfekt imitierte (soweit sie ihm bekannt waren, darunter beispielsweise Monogramme von Schongauer, Dürer, Baldung). Obwohl er vermutlich bemüht war, den Urhebern gerecht zu werden, waren seine Zuschreibungen oft falsch.[2]

Weblinks

 Commons: Sebald Büheler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 François-Joseph Fuchs: Sebald Buheler. In: www.alsace-histoire.org. Fédération des Sociétés d’Histoire et d’Archéologie d’Alsace, 1984, abgerufen am 17. September 2020 (französisch, vgl.: Nouveau dictionnaire de biographie alsacienneW-Logo.png. Strasbourg. 1984. Band. 5, S. 414).
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Robert StiassnyW-Logo.png: Hans Baldung Griens, Wappenzeichnungen in Coburg: ein Beitrag zur Biographie des oberrheinischen Meisters. 2. Auflage. Wien 1896. S. 12 ff.
  3. 3,0 3,1 3,2 Bernd Konrad: Konrad Grünenbergs Wappenbuch V: Privatbesitz (wohl Straßburg/Frankreich). In: Heraldica Nova (heraldica.hypotheses.org). 28. November 2013, abgerufen am 18. September 2020 (deutsch, aktualisiert am 24.07.2015).
  4. Julius Kindler von Knobloch: Elsässische Studien. In: Der Deutsche Herold. Band 9. 1878. S. 75 (Google)
  5. 5,0 5,1 5,2 Armin Schlechter; Gerhard Stamm: Ortenau I. Sebald Büheler, Wappenbuch der Straßburger Stettemeister und Amtmeister. In: Die Handschriften der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe. XIII. Die kleinen Provenienzen. Wiesbaden 2000. S. 424-427. ISBN 3-447-04373-3